Einsteiger-Smartphone Sony Xperia E im Praxistest

Das Sony Xperia E ist das ideale Einsteiger-Modell und kann sich sehen lassen. Abgesehen von der für die Smartphone-Einsteigerklasse typische Ausstattung fällt es auf den ersten Blick schwer vergleichbares zu anderen Geräten in dieser Preis-Leistungs-Klasse zu erkennen. Mein erster Eindruck hat mich jedenfalls nicht getäuscht: Wer ein kompaktes Smartphone für einen günstigen Preis sucht, dem man diesen aber nicht ansieht, sollte sich meinen Test ansehen.

Verarbeitung und Design

Anders als bei den Smartphones aus der Sony Xperia-Reihe, wie z. B. dem Sony Xperia S, Sony Xperia T oder sogar das Sony Xperia Z, setzt Sony Mobile hier wieder auf ein "offenes" Gehäuse. Das für die Rückseite verwendete Polycarbonat kennen wir bereits von anderen Sony-Geräten. Doch dieses Mal lässt sich die Abdeckung wieder entfernen, sodass auf den herausnehmbaren Akku, microSD- und SIM-Karte zugegriffen werden kann. Der Akkudeckel sitzt fest und sicher.

Auch die Form des gesamten Smartphones ist anders. Durch seine Trapezform liegt das Xperia E sehr gut in der Hand. Es ist leicht und durch die Softtouch-Oberfläche fühlt sich die Rückseite recht hochwertig an.

Bedienungselemente & Sicherheit

Wie ich bereits in meinem Sony Xperia E Review erwähnte, beschränken sich die beweglichen Bauteile am Gerät auf eine Lautstärkewippe und einen Power-On/Off Button im mittleren Bereich, der vergleichbar mit dem Knopf bei dem neuen Sony Xperia Z- Flaggschiff ist auf der rechten Seite. Weiterhin ist ein kleiner Kamera-Knopf zu finden,  etwas erfreuliches, weil eigentlich praktisches. In meinem Review habe ich mir die Frage gestellt, ob sich dieser für die gegebene Auflösung lohnt: Nicht wirklich! Warum? Dazu später mehr. Auf der oberen Seite befindet sich die 3,5 mm Klinkenbuchse. Somit bleibt für die Micro-USB-Buchse die linke Seite. Die untere Seite bleibt komplett frei von Einschüben!

Sperrbildschirm

Zum Thema Sicherheit konnten bisher keine Bugs oder Lücken gefunden werden. Mit der Sperrung per Muster oder Pin können Daten auf dem Xperia E ganz einfach vor Dieben geschützt werden. Niemand außer dir selbst weiß den Schlüssel zur Entsperrung. Ich empfehle immer mal eine Zwischenspeicherung deiner Bilder auf deinem PC oder in einer Cloud, denn bei Verlust deines Smartphones, kommst du nicht mehr daran.

Einsteiger mit HVGA-Display

Das im Sony Xperia E verbaute 3,5 Zoll Bravia-LCD Display kommt definitiv nicht an die HD-Auflösung der größeren Top-Modelle heran und arbeitet mit einer nicht mehr zeitgemäßen Auflösung von 480 x 320 Pixel (HVGA) beziehungsweise 165 ppi (Pixel/Zoll). Mein erster Eindruck in meinem Review hat sich hier leider bestätigt. Auch im Alltag, draußen in der Sonne und bei hellem Licht, muss die Helligkeit voll eingestellt werden, damit man etwas erkennt. Schade, dass hochauflösende Bilder auf dem Display durch die niedrige Pixelanzahl auch leider so aussehen. Farben sehen sehr blass aus, es fehlt die Farbintensität. Mit einer höheren Auflösung hätte mir die Anzeige deutlich besser gefallen. Ich möchte aber noch mal auf den niedrigen Preis für das kleiner Einsteigergerät hinweisen. Für den normalen Alltagsgebrauch ist es völlig ausreichend.

Performance und Akkuleistung

Im Sony Xperia E arbeitet die bewährte Technik aus dem Hause Qualcomm. Der verbaute MSM7227A ARM Cortex A9-Prozessor arbeitet mit nur einem Kernen, der mit 1 GHz getaktet ist. Diesen steht eine Adreno 200-GPU zur Seite. Mit 512 MB fällt der Arbeitsspeicher gering, aber in den meisten Situationen ausreichend groß aus. Mit dieser Ausstattung meisterte das Gerät im Alltag so gut wie fast jedes Szenario ausreichend schnell. Ab und zu legt das Xperia E auch kurze Denkpausen ein und es kommt zu leichten Rucklern. Das passiert vor allem, wenn mehrere Apps geöffnet sind und im Hintergrund laufen oder gerade eine neue App installiert wird. Ich empfehle ab und zu lange auf den Home-Button zu drücken und damit alle Apps, die im Hintergrund laufen zu schließen.

Die Bedienung der Oberfläche gestaltet sich von den Rucklern abgesehen aber weitestgehend flüssig. Sony setzt hier auf die neuste Android Version 4.1 „Jelly Bean“. Unterschiede in der Bedienung zu einem Standard-Androiden lassen sich kaum noch erkennen.

Beim Spielen wie z.B. bei "Subway Surfers" kommt es stark zu Rucklern. Mein vor längerer Zeit gern gespieltes Game "Eternety Warriors" kommt leider nur bis zum Hauptmenü, das Spiel lädt erst gar nicht. Die Leistung reicht hier bedauerlicherweise schon nicht mehr aus. Weiter habe ich das Spiel "Samurai vs. Zombies 2" getestet. Dieses Spiel ist mit einer 3D-Performance gesetzt - es funktioniert. Das Laden dauert zwar ein wenig länger als bei höher getakteten Geräten, aber man kann es ohne Probleme spielen. "Angry Birds" funktioniert sogar ohne ruckeln.

Den Browser kann man nutzen, er ist aber ist auch unabhängig von der Netzqualität recht langsam. Die Seiten bauen sich selbst beim WLAN sehr schleppend auf, auch Apps wie z.B. Facebook und Twitter laden langsam. Das liegt am Single-Core-Prozessor. Für Dauersurfer ist es leider nichts, für die "Ab und zu mal gucken"-Nutzer aber ausreichend.

Der Akku meines derzeitigen Begleiters konnte im Alltag mit einer vollen Ladung etwas mehr als 40 Stunden betrieben werden. Zwei komplette Tage waren so kein Problem, erst in der Nacht zum dritten Tag musste das Gerät wieder an die Steckdose angeschlossen werden. Mein Test der Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit des Akkus basiert wie immer auf Erfahrungswerten (kurze Telefonate, Messenger-Nutzung, die Synchronisation von E-Mails, Kontakten und Kalender sowie UMTS und WLAN). Die Tests wurden in unterschiedlichen Gebieten mit recht gutem aber auch schlechtem Empfang durchgeführt, was sich außerdem auf die Laufzeit auswirkt.

1. Woche:

2. Woche:

3. Woche:

 

Ton und Klang

Sony verspricht mit seinem HD-Klang lautes und klares Verständnis. "Anrufe vom Schulhof oder aus belebten Straßen stellen ebenfalls kein Problem dar" - kann ich vollstens bestätigen. Die Stimme des Gesprächspartners ist klar und deutlich zu verstehen. Als ich ihn gefragt habe ob er die Straße neben mir hört, meinte er "ja aber nur ganz leise". Auf dem Kinderspielplatz mit meinem Sohn, konnte man mich nach Aussage der Person am anderen Ende auch wunderbar verstehen und das Kindergelache wurde durch die eingebauten Störsignalunterdrückungs-Funktion leiser.

Der hinten eingebaute Lautsprecher hat mich überrascht. Die Musik über die vorinstallierte „WALKMAN“-App wurde klar wiedergegeben. Erst bei hoher Lautstärke rauschte der Ton. Das Musik hören mit den beigelegten Kopfhörern aus dem eigenen Hause macht es recht entspannt und auch in der Bahnfahrt zur Arbeit konnte ich mich der Musik voll und ganz widmen. Hier habe ich rein gar nichts auszusetzen.

Kamera und Bildqualität

Die 3,2-Megapixel-Kamera mit seinem Autofokus wird über die seitliche Kamerataste gestartet. Die Kamera braucht relativ lange um einsatzbereit zu sein. (Wenn dein Xperia E mit einer Sicherheitssperre bestückt ist, funktioniert dieser Schnellstartknopf natürlich nicht). Ganze drei Sekunden genehmigt sich das Handy zum Start, schneller geht es über das Kamera-Symbol auf dem Display. Hiermit startet die Applikation in zwei Sekunden, um scharf zustellen und auszulösen benötigt die Kamera noch mals ein bis zwei Sekunden - zu lange wenn man bedenkt, dass man die extra eingebaute Taste zum Auslösen auch für Schnappschüsse nutzen können soll und möchte.

Zu meiner Frage, ob diese auch lohnt - Nein. Es wäre snnvoller gewesen den Schnellstartknopf in das neue Sony Xperia Z einzubauen, aber in dem Xperia E lohnt es sich nicht wirklich, auch schon wegen der Auflösung von max. 2048 x 1536 Pixel. Außerdem besitzt der kleine Androide kein Fotolicht, was Herausforderungen beim Fotografieren in schwierigen Lichtverhältnissen oder im Dämmerlicht ergeben. Hier ein paar Bildbeispiele:

Fazit

Auch wenn es mir ehrlich gesagt schwer fiel wie ein Smartphone-Einsteiger zu denken und zu fühlen, hat mich mein erster Eindruck nicht getäuscht. Ich bleib bei meiner Aussage: Ein ordentliches Paket für einen kleinen Preis. Wenn es jetzt noch ein Fotolicht gehabt hätte wäre es meiner Meinung noch besser gewesen. Für Nutzer, die erst in die Welt der Smartphones eintreten möchten, ist die Leistung jedoch ausreichend. Den geringen Preis sieht man dem kleinen Sony Xperia E auch nicht wirklich an. Von Sony wird es mit 180 € (UVP) angepriesen und in diversen Online-Märkten ist es bereits ab 140 € erhältlich - dafür bekommt man ein einfach ausgestattetes, aber praxistaugliches Android-Smartphone.