Ello: Anti-Facebook wird gemeinnützige Organisation

Das Social Network Ello bleibt werbefrei und wird dafür gemeinnützig
Das Social Network Ello bleibt werbefrei und wird dafür gemeinnützig(© 2014 Ello)

Werbefreie Facebook-Alternative: Das Social-Media-Startup Ello will an seinem Versprechen festhalten und im Gegensatz zu Facebook niemals Anzeigen schalten oder Nutzerdaten verkaufen. Um diesen Vorsatz einhalten zu können, greifen die Macher jetzt in die Trickkiste und verwandeln das Unternehmen in eine gemeinnützige Organisation. 

Kann sich ein durch Risikokapital finanziertes Social Network tatsächlich erlauben, niemals Werbung zu schalten und keine Daten zu verkaufen? Spätestens seitdem der Investor FreshTracks knapp eine halbe Million Dollar in das Startup Ello investiert hat, gibt es Diskussionen über diese Frage. Doch wie TechCrunch berichtet, haben die Ello-Macher und weitere Investoren jetzt tief in die Trickkiste gegriffen, um die Kritiker verstummen zu lassen. Zum einen stecken die Foundry Group, Bullet Time Ventures und erneut FreshTracks weitere 5,5 Millionen Dollar in Ello und zum anderen soll sich das Unternehmen in eine "Public Benefit Group" verwandeln – also in eine gemeinnützige Organisation.

Ello: Keine Werbung dank US-Gesetz

Laut den Gründern von Ello mache es dieser Schritt nach US-Gesetzen unmöglich für Investoren, von dem Social Network zu verlangen, Werbung zu schalten oder Daten zu verkaufen. Auch nach einem eventuellen Verkauf dürfe nicht gegen bestimmte Prinzipien verstoßen werden. In einem Blogpost zur Zukunft des Netzwerks schrieb Investor Seth Levine: "Entweder entwickeln wir ein Geschäftsmodell, das ohne Drittanbieter-Werbung und dem Verkauf von Nutzerdaten auskommt, oder wir entwickeln gar kein Geschäftsmodell." Um ihr Vorhaben noch mal zu bekräftigen, haben sowohl die Macher von Ello als auch die Investoren eine Charta unterzeichnet, in der die diesbezüglichen Punkte festgehalten sind. Im Falle eines Verkaufs müssen sich die Käufer demnach verpflichten, jetzt festgelegte Standards zu halten. Welche das sind, verdeutlichen die Macher auch in ihrem eigenen Netzwerk. Angesichts dieser Tatsachen dürfte sich der Ello-Zuspruch in Zukunft noch deutlich weiter erhöhen.


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