Elon Musk präsentiert den 3500-Dollar-Tesla

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Die Tesla Powerwall soll Energiespeichern bezahlbar machen
Die Tesla Powerwall soll Energiespeichern bezahlbar machen(© 2015 Tesla)

Tesla-CEO Elon Musk will nicht nur in den Weltraum, sondern in jedes Haus weltweit. Möglich machen soll das ein neues Produkt namens Powerwall.

Kein neuer Sportwagen mit Flux-Kompensator, keine Smartwatch, kein elektrisches Motorrad oder gar Neuigkeiten zu Hyperloop hat Elon Musk am Donnerstag vorgestellt, sondern einen Akku. Genauer gesagt: Akkus. Noch genauer gesagt: stationäre Energiespeichersysteme. Tesla Energy heißt der neue Unternehmenszweig neben Tesla Motors. Das Konzept dahinter ist aber beeindruckender, als es ein neues, noch schnelleres Gefährt von Tesla sein könnte.

Powerwall heißt das “Ding” und soll sich in nur einer Stunde installieren lassen. Die Technik im Innern ist dieselbe, die auch die Tesla-Autos anfeuert. Die Erfahrungen, die CEO Musk beim Einsatz der Batterien in seinen Autos gemacht hat, sollen nun Haushalten dabei helfen, die Stromkosten zu reduzieren. Einmal installiert, soll der riesige Akku, der bis zu 10 kWh an Strom speichern kann, die Energie aufnehmen, die Haushalte etwa durch Solaranlagen auf dem Dach erzeugen, aber auch aufgrund fehlender Speichermöglichkeiten wieder ins Netz einspeisen. Dafür verlangt Tesla 3500 Dollar. Für 3000 Dollar gibt es ein kleineres Modell mit 7,5 kWh.

Das Dilemma: Im schlimmsten Fall entsteht derzeit für Haushalte eine Nullsummenrechnung, wenn sie an Sonnentagen die Energie ins Netz abgeben und an Tagen ohne Sonne und Wind wiederum Energie aus dem Netz einkaufen müssen. Weil ein durchschnittlicher Haushalt aber durchaus mehr als 10 kWh am Tag verbraucht, lassen sich bis zu 10 Powerwalls zusammenschalten. Auf diese Weise können Familien oder Hauseigentümer die gesammelte Energie zwischenspeichern und die Energiekosten senken.

In mehreren Farben erhältlich

Denkt man die Sache größer, könnte so auch das gesamte Stromnetz entlastet werden, das zur Vermeidung von Stromausfällen nicht für den Normverbrauch ausgelegt ist, sondern auf Spitzenverbräuche - etwa im Hochsommer, wenn in den USA jeder Haushalt und jedes Gebäude mit Klimaanlagen runtergekühlt wird. Die Folge: 30 bis 40 Prozent der Kapazität von Kraftwerken werden den Rest des Jahres gar nicht benötigt.

Zudem soll die 110 Kilo schwere und in mehreren Farben erhältliche Powerwall dann aus dem Netz zusätzlichen Strom beziehen können, wenn er am günstigsten ist: nachts. Das Prinzip ist nicht neu: In vielen deutschen Haushalten stehen mitunter noch die riesigen, hässlichen Nachtspeicherheizungen.

Macht sich gut neben dem Tesla: die Powerwall
Macht sich gut neben dem Tesla: die Powerwall

Lohnt sich das für Tesla? Und ob! Energiespeichersysteme sind ein Milliardenmarkt. Die Leistung von Akkus steigt jährlich um rund acht Prozent, die Preise dürften in den nächsten zwei, drei Jahren um die Hälfte fallen. Damit fällt der Einstieg für viele Heimanwender leichter. Analysten zufolge erwarten Tesla Erlöse von rund 4,5 Milliarden Dollar.

Kooperation mit Lichtblick

Doch Musk, der abseits von Tesla auch Raketen ins Weltall schickt, wäre nicht Musk, wenn der US-Markt im nicht zu klein. Noch in der zweiten Jahreshälfte geht die Powerwall in den Verkauf - wohl auch in Europa. Reservieren lässt sich die Heimbatterie schon jetzt. Dabei hätte Tesla gerade hierzulande Konkurrenz zu befürchten. Der deutsche Hersteller “Sonnenergie” etwa nahm die Tesla-Keynote zum Anlass, den Einstieg in den US-Markt zu verkünden. Zusammen mit dem Photovoltaik-Unternehmen Sungevity Inc. sollen Kunden mehr Sonnenergie speichern können und damit weniger auf den Einkauf von Strom angewiesen sein. Und auch das Osnabrücker Unternehmen E3/DC vertreibt smarte Energiespeichersysteme, die wie die Powerwall übers Internet verbunden mit neuen Features für eine bessere Energieeffizienz ausgestattet werden.

Ob Tesla, von der Konkurrenz einmal abgesehen, in Deutschland Erfolg haben könnten mit seinen Heimakkus, dürfte sich wohl auch an der Anpassung an das deutsche Stromnetz entscheiden, das anders aufgebaut ist als das US-Netz. Doch dafür scheint man bereits einen Partner mit viel Erfahrung an Bord zu haben: Nach Informationen von Spiegel Online wird der Stromanbieter Lichtblick die Powerwall in Deutschland vertreiben.


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