Emojis, die wir alle falsch nutzen: Eine Reform muss her!

Unfassbar !24
Do you speak Emoji?
Do you speak Emoji?(© 2015 CC: Flickr/KOREphotos, CURVED Montage)

Die einen lieben sie, die anderen finden sie kindisch: Emojis sind längst ein Bestandteil mobiler Kommunikation. Jedes Emoji hat dabei eine feste Bedeutung. Doch immer häufiger benutzen wir die kleinen Bilder völlig falsch.

"Ist doch Ansichtssache", werden jetzt vielleicht einige Nutzer denken. Aber tatsächlich legt das Unicode-Konsortium, das jüngst auch die neuen Emojis für 2015 und 2016 verabschiedet hat, die Bedeutung eines jeden einzelnen Emojis fest.

Vorab ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Emojis: Die kommen, wie der Name schon vermuten lässt, aus dem Japanischen. Ende der Neunziger soll Shigetaka Kurita für den Provider DoCoMo die einfachen Bildchen erfunden haben - damals noch einfarbig. Weil sie lediglich 12 mal 12 Pixel groß waren und damit nicht die Schöpfungshöhe eines Kunstwerkes erreichen, konnte auch andere Provider und Hersteller die Bilder übernehmen, ohne Probleme mit dem Urheberrecht zu bekommen. Während Emoticons sich nur auf Emotionen beschränken, können Emojis eben auch Gegenstände und Aktionen beschreiben: Tanzen, Pflanze, Katze etc.. Kurzum: Emojis stammen primär aus dem japanischen Kulturkreis.

Japanische Emojis mit anderer Bedeutung im Westen

Erst vor einigen Jahren führte etwa Apple ein Emoji-Tastatur ein. Und es sieht doch sehr danach aus, dass wir Europäer - aber auch die Amerikaner - Verständnisprobleme haben mit einigen Emojis. Oder anders formuliert: Untereinander weisen wir speziellen Emojis eine Bezeichnung zu, die sie ursprünglich gar nicht haben.

Etwa der "schnaubende Smiley", der ursprünglich für Stolz steht, von uns aber hauptsächlich Gefühlen wie Wut oder Empörung Ausdruck verleihen soll.

FACE WITH LOOK OF TRIUMPH
Triumph oder Wut? (Mitte: Apple, 2. v.re: Android, re: Windows)(© 2015 Unicode)

Ebenso missverständlich: das falsche "High-Five", das bei genauerer Betrachtung die Hände einer Person, nicht von zwei unterschiedlichen, zeigt - und eigentlich betende Hände illustriert.

PERSON WITH FOLDED HANDS
Gebet oder High-Five?(© 2015 Unicode)

Dieses Emoji weint nicht, es ist müde. Teilweise wird es hierzulande auch mit Krankheit bzw. Schnupfen gleichgesetzt. Allerdings soll es sich eigentlich um eine Art Traumblase handeln.

SLEEPY FACE
Müde oder erkältet?(© 2015 Unicode)

Sieht diese Katze müde für Euch aus? Wohl kaum, oder? Im Westen steht dieses Emoji meist für Schock oder Entsetzen, im Japanischen hingegen für Müdigkeit.

WEARY CAT FACE
Müde Katze oder schockierte Katze?(© 2015 Unicode)

Andersherum steht dieses Emojis etwa in Deutschland für Müdigkeit, bedeutet aber im japanischen Original eigentlich Erleichterung.

RELIEVED FACE
Erleichtert oder ermüdet?(© 2015 Unicode)

Ganz durcheinander geht es bei diesem Emoji: Mal steht es für Scham, auf dem iPhone hingegen eher für Unglauben, unter Android wohl für Erschöpfung und unter Windows für verhaltene Freude.

FLUSHED FACE
Beschämt, ungläubig, erschöpft oder freudig?(© 2015 Unicode)

Gerne von Frauen wird dieses Emojis benutzt, das für Frechheit und Selbstbestimmung stehen soll. Kurios: Im Original steht es eigentlich für Service-Personal.

INFORMATION DESK PERSON
Frech oder Servicekraft?(© 2015 Unicode)

Das Unicode-Konsortium weiß um dieses Problem und plant deswegen eine umfassende Reform etlicher Emojis. Neben den bereits erwähnten Emojis sollen zudem viele aktuell noch genderspezifische Bildchen, etwa die Tänzerin oder Paare, künftig genderneutral dargestellt werden. Eine Übersicht der geplanten Überarbeitungen findet Ihr hier.


Weitere Artikel zum Thema
Gmail: Google akti­viert Selbst­zer­stö­rungs­mo­dus für vertrau­li­che E-Mails
Guido Karsten
In Gmail könnt ihr E-Mails nun per SMS-Zugriffscode und Verfallsdatum schützen
Google hat das neue Gmail-Feature "Vertrauliche E-Mails" aktiviert. Damit ist es Nutzern möglich, E-Mails zu versenden, die sich selbst zerstören.
Hacker kapern Insta­gram-Konten: So schützt ihr euch
Francis Lido
Instagram-Nutzer sollten derzeit vorsichtig sein
Hacker haben offenbar Profilbilder und E-Mail-Adressen ausgetauscht. Instagram äußerte sich bereits dazu und schlägt Sicherheitsmaßnahmen vor.
Nintendo Switch: "Dark Souls: Remas­te­red" erscheint im Okto­ber
Francis Lido1
"Dark Souls: Remastered" gibt es bald endlich auch für die Switch
"Dark Souls: Remastered" kommt auf die Switch: Bandai Namco hat den Veröffentlichungstermin bekannt gegeben.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.