Erster Eindruck vom neuen Huawei Ascend P6

Nach der Pressekonferenz von Huawei zur Vorstellung des neuen, extrem dünnen Ascend P6 gab es etliche Chancen das Huawei einem ersten Hands On zu unterziehen. Meine - überwiegend positive - Meinung will ich euch nicht vorenthalten.

 

Als HTC-One-Nutzer bin ich verwöhnt was die Verarbeitung meines Smartphones angeht.
Trotz dessen das man beim neuen Ascend P6 ebenfalls auf Metall setzt, war ich skeptisch. Ich habe befürchtet, dass aufgrund der extremen Dünne des P6 Abstriche bei der gefühlten Wertigkeit gemacht werden müssten – meine Skepsis war glücklicherweise unbegründet.

Überzeugende Optik

Das Huawei Ascend P6 fühlt sich an wie aus einem Block gefräst, die Steifigkeit des Ascend P6 ist großartig und es sieht obendrein noch super aus und macht in der Hand trotz des Metalls mit 120g ein erstaunlich leichtes Gefühl. Sascha Pallenberg ging sogar so weit das erste Gefühl nach dem Unboxing mit dem beim HTC One zu vergleichen  - und das vollkommen zurecht. Hier hat Huawei ganze Arbeit geleistet.

Lets face it... the Huawei Ascend P6 is one of the best looking smartphones ever. — Sascha Pallenberg (@sascha_p) June 18, 2013

 

Neben der Wertigkeit hat mich auch die Optik überzeugt. Viele spotteten das man einfach ein iPhone kopiert habe (derselbe Vorwurf den auch HTC immer wieder hören muss). Ich halte den Vorwurf für falsch. Natürlich erinnert der Rand des P6 an ein iPhone – aber die „Schuld“ liegt hier beim Material und nicht beim Designer. Wenn ein Teil eines Smartphones komplett aus Metall besteht gibt es nicht viele Möglichkeiten etwas anders zu machen. Huawei hat einfach Pech nicht der Erste zu sein.

Emotion UI, Launcher und Anpassungsmöglichkeiten

Android (in der neusten Version 4.2.2 ! ) wird von Huawei mit der firmeneigenen Emotion UI angepasst. Die Optik des Launchers wirkt erwachsener als in älteren Versionen, dennoch würde ich einen „Stock“-Android-Look bevorzugen. Danach gefragt stellte der Huawei-CEO bei entsprechender Nachfrage eine „Google Edition“ in Aussicht, lobte aber gleichzeitig die Vorteile der eigenen Anpassungen.

Auch wenn ich kein großer Fan des Huawei eigenen Launchers bin, sind andere Anpassungen die Huawei vorgenommen hat großartig. Mein Highlight ist der Permission Manager. Berechtigungen für Apps lassen sich damit sehr fein steuern. Einzelnen Apps kann die Datenverbindung untersagt werden, es kann ausgewählt werden welche Apps Benachrichtigungen versenden dürfen (die von einigen Gratis-Apps immer wieder für Werbung genutzt werden) oder es kann Apps untersagt werden auf die Kontakte zuzugreifen. Absolut lobenswert so etwas einzubauen, ein Grund das Smartphone zu rooten wird Huawei einigen Nutzern damit sicher abgenommen haben.

Die technischen Daten des Huawei Ascend P6 entsprechen etwa dem aktuellen High-End Stand. Die Performance sollte keine Wünsche offen lassen. NFC ist jedoch nicht an Board, vermutlich aufgrund des Aluminiums.

Lediglich das 4,7" große Display löst mit "nur" 1280 * 720 Pixel auf, die Pixeldichte ist meiner Meinung nach aber vollkommen ausreichend. Pixel konnte ich nicht ausmachen. Die etwas niedrigere Auflösung, verglichen mit den Flaggschiffen von HTC, Samsung und Sony, hat nebenbei noch den Vorteil das weniger Strom für die Beleuchtung des Displays gebraucht wird. Unabhängig von der Auflösung sahen die Farben brillant aus und das Display war angenehm hell.

Die Kamera-Features

Großen Wert bei der Präsentation wurde auf die Kamera gelegt. Besonders stolz ist man auf die IMAGESmart Engine, die automatisch den passenden Modus für ein Foto auswählt. Da ich selten etwas anderes als den „normalen“ Modus meines Smartphones nutze, klingt das Feature wie für mich gemacht. Die ersten Fotos die ich machen konnte versprachen jedenfalls viel. Hier wird ein Test zeigen müssen ob Fotos auch in schwierigeren Situationen gut aussehen.

Erste Testfotos mit dem Ascend P6.

Fazit

Mir gefällt das Huawei Ascend P6 äußerst gut, die Verarbeitung ist super, die Kamera schießt gute Fotos, der Speicher lässt sich trotz eines Metallbodys erweitern und der Permission Manager zeigt das man sich in Shenzhen Gedanken gemacht hat.
Der angepeilte Verkaufspreis des P6 liegt bei 449 Euro, was ich für angemessen halte. Jedoch zeigt das Beispiel HTC das sich ein gutes Produkt ohne Marketing nicht automatisch blendend verkauft. Gerade in Deutschland wo Huawei noch relativ unbekannt ist, sollte man nicht mit Marketingbudget geizen, um angemessenen Verkaufszahlen erreichen zu können.