eterni.me: Wollt Ihr ein Online-Leben nach dem Tod?

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eterni.me: das Online-Leben muss nicht mit dem physischen Tod enden
eterni.me: das Online-Leben muss nicht mit dem physischen Tod enden(© 2014 CURVED)

Der Gedanke ist so überlebensgroß wie gruselig: ein bisschen unsterblich werden. Im Online-Zeitalter ist das längst Alltag. Wenn wir sterben, bleiben unsere unzähligen Daten, die wir in den Social Networks im Laufe der Jahre verstreut haben, zumeist erhalten. Doch wie wäre es weitergegangen, wie hätten wir weiter kommuniziert? Das Start-up eterni.me hat sich an ein äußerst ambitioniertes Projekt gemacht: die Online-Persönlichkeit soll weiterleben…

Steve Jobs fand wieder einmal die treffenden Worte. „Der Tod ist das Schicksal, das wir alle teilen. Niemand ist ihm jemals entronnen. Und so soll es auch sein: Denn der Tod ist wohl die mit Abstand beste Erfindung des Lebens“, erklärte Jobs in seiner berühmten Stanford-Rede

Wie wäre es  weitergegangen? Die Frage stellt sich bei Apple inzwischen fast täglich: Was würde Steve tun? Und doch scheint Jobs als mythisch verklärte Figur, als langer Schatten über Apple weiterzuleben – was nicht zuletzt an den unzähligen Dokumenten liegt, die Jobs hinterlassen hat: Bei YouTube sind es allein 1.450.000 Treffer.

Was passiert mit unseren Daten, wenn wir sterben?

Doch was bleibt Hinterbliebenen von Normalsterblichen? Alte Fotos, schriftliche Dokumente, vielleicht – und im Social Media-Zeitalter unzählige Mitteilungen via Facebook, Twitter & Co. Was mit unseren Daten passiert, wenn wir sterben, hat CURVED-Kolumnistin Lisa Rank letztes Jahr auf der re:publica erörtert. 

Daten können von der Verwandtschaft natürlich gelöscht werden, wenn sie denn Zugang zu den verschiedenen Social Media Kanälen haben. Ein anderer Schritt des digitalen Nachlasses ist die Überführung des Facebook-Profils in eine Gedenkseite.

„Was, wenn wir für immer in Erinnerung bleiben könnten?“

Den entgegengesetzten Weg will unterdessen das Start-up eterni.me einschlagen: das Online-Leben muss nicht mit dem physischen Tod enden. Mithilfe künstlicher Intelligenz soll eine Online-Persönlichkeit auf Basis der vergangenen Beiträge erstellt werden und es Verwandten so möglich werden, nach dem Tod virtuell in Verbindung zu bleiben.

„The moments and emotions in our lifetime define how we are seen by our family and friends“, lockt das Start-up aus Massachusetts, das aus dem Förderprogramm des MIT (Massachusetts Institute of Technology) entstanden ist.  „What if you could be remembered forever?“ – "Was, wenn wir für immer in Erinnerung bleiben könnten?"

„Wir wollen keinen digitalen Clone oder irgendetwas Gruseliges erschaffen“

Der Ansatz klingt so ambitioniert wie gruselig. Möglich werden soll das ewige Leben der Online-Persönlichkeit aus einer Generierung von Inhalten aus Skype-Protokollen, Textnachrichten, E-Mails und Social Media-Beiträgen, die nach einem Algorithmus verarbeitet werden. 

In Chatform sollen  Angehörige dann Botschaften aus dem (Online-)Jenseits erhalten, die der Verstorbene so verfasst haben könnte. „Wir wollen keinen digitalen Clone oder irgendetwas Gruseliges erschaffen“, erklärte  CEO Marius Ursache dem US-Wirtschaftsmagazin „Fast Company“. Bis eterni.me gelauncht ist – bisher sollen sich Tausende Interessenten auf der Warteliste befinden –  dürfte dieser Eindruck allerdings eher bestehen bleiben….


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