EU ändert Verordnung zu Roaming-Gebühren

Wer im Ausland Urlaub macht und seine Lieben anruft, um zu sagen, dass er gut angekommen oder von den neuesten Urlaubs-Erlebnissen berichten möchte, der wird ordentlich zur Kasse gebeten. Die Provider nennen als Rechtfertigung dafür den gesteigerten Aufwand bei der Abrechnung. Verbraucher sehen die Roaming-Gebühren jedoch als Abzocke an.

Am 10. Mai 2012 hat das EU Parlament nun darüber abgestimmt, ob die Preise für Gespräche, Textnachrichten und Datenübertragung sinken – mit einem für die Nutzer positiven Ergebnis. Die dritte EU Roaming-Verordnung tritt zum 1. Juli 2012 in Kraft – also noch rechtzeitig vor den großen Ferien.

Nicht mehr als 29 Cent pro Minute

Gespräche, die vom Handy aus geführt werden dürfen dann nicht mehr als 29 Cent pro Minute kosten, ankommende Gespräche maximal 8 Cent pro Minute. Für eine SMS dürfen die Provider maximal 9 Cent verlangen. Zum 1. Juli 2014 sollen die Roaming-Gebühren dann weiter fallen (19 Cent pro Minute für abgehende Telefonate, 5 Cent für ankommende, 6 Cent pro SMS).

Im Jahr 2016 muss die Europäische Kommission dem Parlament einen Bericht darüber ablegen, ob die Maßnahmen greifen und die Tarife national und grenzüberschreitend sich angeglichen haben. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Ab 2014 freie Providerwahl im Ausland

Weiterhin beschloss das Europäische Parlament, dass Nutzer ab dem 1. Juli 2014 im Ausland ihren Provider frei wählen können. Sie müssen nicht das Netz des heimischen Mobilfunk-Anbieters nutzen, sondern können auch einen anderen Provider aussuchen, der möglicherweise günstigere Tarife anbietet. Wie jedoch die Umsetzung dieses Beschlusses letztendlich funktionieren soll, ist noch unklar.