Europas boomende App-Economy: Die neue Milliarden-Macht

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Seele Glas aus Deutschland stellt die Glasfassaden der Apple Stores und des künftigen Apple Campus 2 her
Seele Glas aus Deutschland stellt die Glasfassaden der Apple Stores und des künftigen Apple Campus 2 her(© 2014 Seele)

Apps sind tot? Von wegen. In der EU hat sich die App-Economy innerhalb weniger Jahre zur Wirtschaftsmacht entwickelt. Laut einer neuen Studie sind allein durch Apples App Store rund 629.000 Arbeitsplätze in Europa entstanden.

Zu diesem Ergebnis kommt Vision Mobile in seinem neuesten Report "The European App Economy 2014". Demnach kann man 50 Prozent der geschaffenen Arbeitsplätze allein iOS zuordnen. Die Schlüsselzahlen zur App-Economy der EU im Jahr 2014:

  • 406.000 App-Entwickler
  • 667.000 Jobs in der App-Economy (Marketing, Produktentwicklung etc.)
  • 1 Million direkter und indirekter Jobs in der App-Economy (Gesundheits- und Automobilsparte etc.)
  • 19 Prozent der weltweiten Umsätze aus dem App-Geschäft
  • Zwölf Prozent Wachstum pro Jahr

Laut Vision Mobile profitiert der Wirtschaftsraum EU gleich mehrfach. So werden zum einen Produkte verbessert, was den Absatz steigert. Zum anderen werden Produktionsprozesse mobiler, was die Produktivität erhöht und Kosten verringert. Gleichzeitig befeuern immer bessere Apps aus das E-Commerce-Geschäft. Noch in diesem Jahr soll das mCommerce - also der Verkauf von Waren über Smartphones und Tablets - in England rund 24 Prozent des Online-Geschäfts ausmachen. Tendenz steigend.

Apple-Developer nach EU-Ländern aufgeteilt(© 2014 Apple)

Insgesamt steuert das App-Business auf diese Weise stolze 16,5 Milliarden Dollar zum Bruttosozialprodukt der EU bei. 16,5 Milliarden Dollar! Dabei spielt Apple bzw. Apples mobiles Betriebssystem eine große Rolle. 497.000 Jobs entfallen laut Schätzungen von Vision Mobile auf iOS-Produkte. Ferner ist iOS die bevorzugte Plattform für Entwickler, von denen 43 Prozent Software für Apple-Produkte programmieren, während nur 35 Prozent für den Google Play Store entwickeln. Und das, obwohl ein Großteil der Developer privat lieber Android nutzt.

Warum? Weil sie stärker profitieren. Apple hat nach eigenen Angaben über 6,5 Milliarden US-Dollar an Entwickler in Europa ausbezahlt. Das sind knapp 30 Prozentder 20 Milliarden US-Dollar, die Apple bislang an Entwickler auf der ganzen Welt ausbezahlt hat. Über 52.000 deutsche Entwickler sind in Apples Paid Developer Programm.

Apple ist seit mehreren Jahrzehnten in Europa geschäftlich tätig und beschäftigt direkt über 16.000 Angestellte, seit 2011 sind 5.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Apple beschäftigt Vollzeitkräfte in 19 europäischen Ländern. Allein im europäischen Headquarter in Cork sind ca. 4.000 Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen von Zuliefererkette und Risikomanagement bis hin zu Produktion und Kundensupport angestellt. In Deutschland beschäftigt Apple 1.600 Mitarbeiter.
Apple-Jobs in EU-Ländern(© 2014 Apple)
Ferner sind in Europa 4.500 Zulieferer von Apple beheimatet, darunter zahlreiche der weltweiten Top 200. Ein Beispiel für die wichtige Rolle, die einige europäische Zulieferer spielen, sind die Micro-Electro-Mechanical Systems (MEMS) in Produkten von Apple, die in Europa entwickelt und hergestellt sind. Dies hat zu Tausenden Arbeitsplätzen in sechs Ländern in Europa geführt: Deutschland, Frankreich, Italien, Malta, Österreich und Schweiz. Der Wermutstropfen: Der Anteil Europas am weltweiten App-Geschäft wird kleiner. Machte die EU 2012 noch 25 Prozent des globalen App-Umsatzes aus, sind es 2014 nur noch 19 Prozent. Währenddessen boomt das Geschäft mit den Apps in China und Indien. Das bedeutet aber nicht, dass die Zahl der Jobs sinkt, sondern lediglich die Industrie in den Schwellenländern stärker wächst. Da dort vor allem Googles Android populär ist, wird es spannend sein zu beobachten, ob die stärkere Verbreitung auch zu mehr Jobs im Android-Kosmos sorgt.

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