Evergreen iPhone: Apple wächst schneller als Samsung

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Das Momentum hat sich verschoben: Apple wächst beim Smartphone-Absatz nun wieder schneller als Samsung
Das Momentum hat sich verschoben: Apple wächst beim Smartphone-Absatz nun wieder schneller als Samsung(© 2014 CURVED)

Der Wind hat gedreht: Ausgerechnet vor dem lang erwarteten iPhone 6-Launch ist Samsungs Momentum versiegt; selbst mit iPhone 5s und 5c entwickeln sich Apples Verkäufe dynamischer als Samsungs mit seiner Galaxy-Serie. Die Koreaner scheinen die Wachstumsgrenze erreicht zu haben.

Was für einen Unterschied ein Jahr machen kann: Zwölf Monate ist es her, als sich Apple nach einem Halbjahr zum Vergessen in einer Abwärtsspirale zu befinden schien. Der Phablet-Trend wurde verpasst, die Gewinne erodierten, die Apple-Aktie ging in den Sturzflug über, CEO Tim Cook wirkte angeschlagen.

Ende des zweiten Halbjahres notierte AAPL bei unter 400 Dollar bzw. heute splitbereinigt 56 Dollar,  der Kultkonzern aus Cupertino sah wie ein wankender Gigant aus, der seinen Zenit überschritten hatte – sogar Erdölmulti ExxonMobil konnte sich wieder vor Apple schieben und durfte sich wieder wertvollster Konzern der Welt nennen.

65 Prozent Plus: Apple in vergangenen 12 Monaten mit enormem Börsencomeback

Schnellvorlauf zum Beginn des zweiten Halbjahres 2014: Apple notiert bei 94 Dollar nach einem 1:7-Aktiensplit, das entspricht einem alten Kursniveau von 658 Dollar – alte, neue Allzeithochs sind gerade mal sieben Prozent entfernt.

Das enorme Börsencomeback mit einer Kurssteigerung von 65 Prozent binnen 12 Monaten hat die Marktkapitalisierung des iKonzerns auf nun wieder stattliche 567 Milliarden Dollar anschwellen lassen – Verfolger ExxonMobil ist aktuell um 125 Milliarden Dollar distanziert. Keine Frage: 2014 ist bislang ein gutes Jahr für Apple – der Kultkonzern aus Cupertino scheint wieder (fast) der alte.

Samsung-CFO stimmt auf Bilanz-Enttäuschung ein: „Es sieht nicht so gut aus“

Die Kehrseite der Medaille lernt Erzrivale Samsung in den vergangenen Monaten immer deutlicher kennen: Konzernpatriarch Lee Kun Hee erlitt im Mai einen Herzinfarkt und lag zwei Wochen im Koma, während das Flaggschiff Galaxy S5 einen soliden, aber nicht überragenden Marktstart hinlegte.

Nachdem die Konzerngewinne bereits im Vorquartal zurückgegangen waren, ließ Samsungs CFO vergangene Woche durchblicken, dass sich das laufende Quartal  nicht wie erhofft entwickele – „es sieht nicht so gut aus“, waren aus Seoul ungewohnt defensive Töne vom Dauer-Apple-Angreifer zu hören.

Samsungs Smartphone-Wachstum geht zu Ende

Vor dem Quartals-Ausblick, der in der kommenden Woche erwartet wird, scheint sich nun eine Trendwende auch im Wachstum der verkauften Einheiten zwischen den beiden größten Smartphone-Playern abzuzeichen. Im vergangenen Quartal legten die iPhone-Absätze noch um 14 Prozent auf 43 Millionen Einheiten zu, während  Samsung ein Rekordhoch von 89 Millionen verkauften Smartphones und damit ein Plus von 28 Prozent  zwischen Januar und März vermelden konnte.

Doch ausgerechnet im Launch-Quartal des Galaxy S5 scheint der südkoreanische Tech-Pionier nun weniger Geräte abzusetzen als noch im Vormonat. Evercore-Analyst Rob Cihra rechnet mit 81 Millionen verkauften Samsung-Smartphones, was immer noch einem leichten Anstieg von 72 Millionen Einheiten oder 6 Prozent entspräche. Es gibt jedoch auch negativere  Schätzungen wie KTB Investment & Securities: das Brokerhaus rechnet „nur“ noch mit einem marginalen Absatzzuwachs auf 77 Millionen Dollar.

Evercore-Analyst Rob Cihra rechnet mit 14 Prozent iPhone-Absatzwachstum…

Auf der anderen Seite scheint Apples Momentum auch wenige Monate vor dem wichtigsten Upgrade der vergangenen zwei Jahre sogar noch mal zuzulegen, wie jüngste Analystenerhebungen erkennen ließen:  So rechnet Evercore-Analyst Rob Cihra zwischen April und Juni mit 35 Millionen verkauften iPhones, was einem Wachstum von 14 Prozent entspräche.

Die gewöhnlich prognostischere Morgan Stanley-Staranalystin Katy Huberty hob ihre Quartalsschätzung nach den eigenen Erhebungen ihres „AlphaWise Trackers“ deutlich nach oben an. Statt der erwarteten 35 Millionen Einheiten soll Apple zwischen Anfang April und Ende Juni nunmehr 39 Millionen iPhones verkaufen.

… Morgan Stanley-Staranalystin Katy Huberty gar mit 25 Prozent Plus

Das entspräche einem satten Anstieg von immerhin noch mal 25 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr – und das im sechsten Quartal nach der Vorstellung des iPhone 5. Doch iPhone 5s und 5c, aber auch die preislich ermäßigten Vorgänger-Generationen iPhone 4s und 4 locken ungebrochen die Käufer an, obwohl in gerade mal drei Monaten "die Mutter aller iPhone-Upgrades" ansteht. 

So oder so: Das Momentum hat vor dem iPhone 6-Launch deutlich in Richtung Cupertino gedreht. Wie gut das Zahlenwerk für das abgelaufene zweite Quartal tatsächlich ist, wissen Apple-Aktionäre in knapp drei Wochen, wenn das Zahlenwerk am 22. Juli nach Handelsschluss veröffentlicht wird.


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