Experiment: Dating-Seite verkuppelt unpassende Partner

Der Erfolg von Partnervermittlungen gibt immer noch Rätsel auf – auch den Anbietern selbst
Der Erfolg von Partnervermittlungen gibt immer noch Rätsel auf – auch den Anbietern selbst(© 2014 Flickr/GB aka INSTANT VANTAGE)

Sind Algorithmen als Grundlage für eine Beziehung geeignet? Offenbar nur bedingt, wie die US-amerikanische Dating-Seite OkCupid nun herausgefunden hat. In einem geheimen Experiment vermittelte die Seite Partner, die von den Profilen her nicht zueinanderpassen sollten.

Das Experiment wurde auch in die andere Richtung geführt: Paare, die den Algorithmen zufolge hervorragend zueinander gepasst hätten, wurden als "nicht passend" gekennzeichnet, berichtet Times Live. Wie Spiegel Online hinzufügt, wurden offenbar auch die Profile ohne das Wissen der Nutzer verändert, zum Beispiel durch das Ausblenden von Fotos.

"Wir wissen nicht, was wir da tun"

Laut Firmengründer Christian Rudder weiß die Dating-Seite bisher nicht wirklich, wie erfolgreiche Vermittlungen zustande kommen. Durch das Experiment habe OkCupid herausfinden wollen, worauf erfolgreiche Vermittlungen von Partnern tatsächlich basieren. Das Ergebnis: Menschen, die sich als passend vorgeschlagen wurden, neigen anscheinend eher dazu, dem jeweils anderen eine Chance zu geben. So wurden zwischen den sich vorgeschlagenen Leuten wesentlich mehr Nachrichten ausgetauscht als zwischen denen, die als unpassend markiert worden waren – unabhängig davon, was die Algorithmen nahegelegt hatten.

Die Dating-Seite OkCupid gehört in den USA zu den Marktführern in Sachen Partnervermittlung. Die Offenlegung des Experiments kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nutzer ohnehin verunsichert sind: Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass Facebook den Austausch von Nachrichten zu Versuchszwecken manipuliert hatte. Ob diese Skandale am Erfolg von OkCupid oder dem Nutzerverhalten dauerhaft etwas ändern, ist allerdings mehr als zweifelhaft.


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