Experiment geglückt: Schwarm spielt Pokémon Red Version

Was passiert, wenn eine Million Menschen eine Spielfigur steuern? Nichts Gutes, könnte man meinen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Ein Schwarm hat am Samstag erfolgreich den Game-Boy-Klassiker Pokémon Red Version durchgespielt – das nächste Spiel ist bereits im Gange.

Als Pokémon Red Version im Jahr 1996 in Japan auf dem Game Boy erschienen war, dachte wohl niemand daran, dass einmal mehr als eine Person gleichzeitig eine Partie des Rollenspiels in Angriff nehmen würde. Es kam aber anders: Ein anonymer Programmierer aus Australien hatte am 12. Februar dazu aufgerufen, das Spiel mit so vielen Personen wie möglich gleichzeitig durchzuspielen – was eine unglaubliche Resonanz hervorgerufen hat und in einem Erfolg gipfelte.

Am 1. März war das soziale Experiment nach 16 Tagen, 7 Stunden, 45 Minuten und 30 Sekunden abgeschlossen und der letzte Boss-Gegner besiegt. Insgesamt 1.165.140 Spieler haben zusammen mehr als 122 Millionen Chat-Nachrichten verfasst und die Spielfigur so gemeinsam durch die fiktive Region Kanto geführt.

Widersprüchliche Befehle brachten das Spiel zeitweise zum Erliegen

Wie die ganze Aktion funktionierte? Der anonyme Programmierer hatte einen IRC-Chat-Kanal eingerichtet, in dem Spieler Befehle an die Figur verfassen konnten – diese wurden an einen Game Boy Emulator übermittelt, sodass der Charakter die Anweisungen umgesetzt hat. Zeitweise war das Chaos aber so groß, dass der Protagonist gar nicht von der Stelle kam, weil die Befehle so widersprüchlich waren. Erst ein sogenannter Democracy-Modus brachte Abhilfe – nun wurden nur noch die populärsten Befehle an den Emulator übermittelt.

Die Begeisterung für dieses soziale Experiment war übrigens so groß, dass der unbekannte Macher hinter der Aktion eine nächste Runde gestartet hat. Seit Sonntag spielt der Schwarm den Klassiker Pokémon Crystal, der im Jahr 2000 erschienen war. Auf der offiziellen Webseite könnt Ihr den Spielfortschritt live verfolgen und selbst Anweisungen erteilen.


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