Facebook-Browser RockMelt (Open Beta) im Test

Der Facebook-Browser Rock-Melt hat das öffentliche Beta-Stadium erreicht - ab sofort kann er auf Mac und PC getestet werden.  Die Entwickler rund um Netscape-Veteran Marc Andreessens basteln schon seit geraumer Zeit an ihrem "social browser"  - nachdem seit Anfang 2010 ein begrenzter Nutzerkreis die Software testen kann, erhält nun jedermann Zugang zu RockMelt. Unser Redakteur Jannik Schall hat diese Gelegenheit genutzt, um einen genaueren Blick auf den neuen Browser zu werfen.

Erster Eindruck

Um den Browser das erste Mal starten zu können, muss ich meine Facebook-Anmeldedaten eingeben und zustimmen, dass RockMelt auf einen beeindruckenden Datenberg zugreifen darf. Dann werden ungefragt meine Einstellungen von Firefox übernommen und schon kann es losgehen (wir merken: ohne Facebook-Account kein RockMelt).

Sofort fallen mir die beiden Leisten auf, die rechts und links am Fensterrand positioniert sind. Sie stellen einen signifikanten Unterschied zu herkömmlichen Browsern dar - sie machen RockMelt erst zum "Social Browser".

Links: Meine Kontakte

Auf der linken Seite sehe ich meine Facebook-Freunde, die mir zahlreich und ungefiltert entgegen blicken. Plötzlich geht ein kleines Fenster auf, ein Freund fragt nach der Abendgestaltung (die Wraps waren köstlich!). Der Facebook-Chat ist fest in RockMelt integriert. Man kann ohne die Facebook-Seite aufrufen zu müssen seine Freunde kategorisieren (favourites), ihre letzten Facebook-Aktivitäten beobachten und ihnen mit einem Klick den Link zu der Seite schicken, die man gerade geöffnet hat.

Außerdem kann man seinen Status verändern und eine entsprechende Nachricht posten.

Rechts: Apps und Feeds

Die rechte Leiste enthält (neben der Aufforderung, RockMelt meinen Freunden zu empfehlen) mehrere Facebook-Anwendungen (neueste Aktivitäten meiner Freunde (wie auf der bekannten Startseite), Benachrichtigungen), eine Twitter-App sowie die Möglichkeit, weitere Apps und Feeds hinzuzufügen.

Mit einem Klick kann ich jetzt das politische Geschehen auf Spiegel Online verfolgen, meine Facebook-Benachrichgungen lesen und sehen, ob auf qambo.de neue Artikel erschienen sind.

Das ganze funktioniert gut und sieht hübsch aus.

Chrome unter der Haube

Die Optik lässt es erahnen: RockMelt basiert auf Chromium. Der Browser läuft deshalb schon im Beta-Stadium flott und stabil. Man merkt also: Wir haben es hier mit einem frisierten Chrome zu tun. Lediglich die speziell auf social media abgestimmten Funktionen sind wirklich neu.

Interessant ist, dass auch Konkurrent Flock inzwischen auf Chrome setzt.

Kommunikation total

RockMelt macht sich gut im Alltag. Schaut man Videos im Vollbildmodus und es schreibt jemand im Facebook-Chat, öffnet sich das Chatfenster, ohne dass das Video minimiert wird. Man hat stets Zugriff auf seine Freunde und Feeds. Großer Nachteil: Kommunikation total bedeutet auch Ablenkung total. Konzentriertes Arbeiten wird mit RockMelt nicht eben leichter (meine Güte hat es lange gedauert, diesen Artikel zu schreiben). Auch muss sich erst zeigen, ob RockMelt auch Datenschutztechnisch hält, was es verspricht. Trotzdem sieht die Beta vielversprechend aus und birgt ein gewisses Potential.