Facebook führt den Want-Button ein

Soziale Netzwerke wie Facebook sind immer auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Die neueste Idee von Facebook ist gar nicht so neu, wie sie auf den ersten Blick scheint: Der Want-Button. Profitieren werden davon in erster Linie Unternehmen, aber auch die Nutzer können ihn sinnvoll einsetzen.

Facebook testet nur in den USA

Testweise bekommen Nutzer in den USA den Want-Button seit einigen Tagen zu sehen und können ihn nutzen. Noch sind viele Fragen zu diesem Test offen, einige Details sind jedoch auch schon klar. Facebook-Nutzer können mit Hilfe des Want-Buttons eine Art Wunschliste erstellen, ähnlich wie die Wunschlisten, die es bei Amazon schon seit längerer Zeit gibt. Diese Listen können mit Freunden geteilt werden. Klickt man den Want-Button, markiert man damit Produkte, die einen interessieren, die man gerne hätte.

Drei neue Buttons im Test

Sieben Einzelhändler sind derzeit mit an Bord, unter anderem Victoria's Secret, Wayfair oder Pottery Barn, nach erfolgreicher Testphase sollen es natürlich mehr werden. Momentan experimentiert Facebook noch mit verschiedenen Versionen des Want-Buttons, neben „Want“ gibt es auch „Collect“ und eine spezielle Version des Like-Buttons.

Wie im Märchen: Eine Wunschliste

Wenn nun einer der ausgewählten Partner ein Foto postet kann der Nutzer durch Klicken des Want-Buttons das entsprechende Produkt zu einer Kategorie in der Timeline mit dem Namen „Wishlist“, also Wunschliste, hinzufügen, die von Freunden und deren Freunden gesehen werden kann. Klickt man den Collect-Button, dann wird das entsprechende Bild in einer Sammlung mit dem Namen „Produkte“ gespeichert, die nur Freunde sehen können. Der spezielle Like-Button fügt Produkte ebenfalls dieser Liste hinzu, allerdings können diese nicht nur von Freunden selbst, sondern auch von deren Freunden gesehen werden.

Want, collect oder like?

Klingt erst einmal recht kompliziert, aber Facebook will nach der Testphase nicht alle Buttons umsetzen, sondern jetzt erst einmal herausfinden, welche der Möglichkeiten am meisten zieht und den besten Erfolg verspricht. Die Unternehmen müssen nicht dafür bezahlen, dass sie die Buttons nutzen können, Facebook will auch keinen Anteil an den dadurch erzielten Umsätzen – wobei auch das für die Zukunft sicherlich denkbar wäre. Es geht bei dieser Idee momentan jedoch lediglich darum, die Unternehmen als Werbe-Partner fest(er) an Facebook zu binden und zu halten.

Werbeparter langfristig binden

Denn wenn die Unternehmen wollen, dass die Buttons wie der Want-Button möglichst viel genutzt werden, dann ist es auch in ihrem Interesse, ein möglichst große Fan-Gemeinde zu haben – und da setzt Facebook an, denn das soziale Netzwerk verkauft Anzeigen, die genau darauf ausgerichtet sind, Fans zu bekommen, die jeweilige Facebook-Seite eines Unternehmens bekannt zu machen. Diese Anzeigen bekommen so für die Unternehmen, die Werbung auf Facebook machen (oder auch für diejenigen, die das bislang noch nicht tun) eine viel größere Bedeutung, weil durch den Want-Button auch die Wahrscheinlichkeit, Umsatz über Facebook zu generieren steigt.

Testet Facebook auch in Deutschland?

Facebook hat noch nicht bekannt gegeben, wie lange die Testphase der neuen Buttons dauert und ob wir auch in Deutschland irgendwann testen dürfen. Viele fühlen sich mit diesen neuen Möglichkeiten vielleicht an Pinterest erinnert, und mittel- bis langfristig könnte Facebook Pinterest mit der neuen Funktion möglicherweise sogar Konkurrenz machen. Denn wenn die Funktionen von Pinterest auch bei Facebook angeboten werden, dann braucht sich der Nutzer nicht für zwei Netzwerke zu registrieren, sondern hat alles gebündelt in einem einzigen Netzwerk. Und natürlich hofft man bei Facebook auch, dass es mit der Einführung der neuen Funktionen gelingt, die Aktie zu stabilisieren, die seit dem Börsengang kontinuierlich auf Talfahrt ist.