Facebook Gesichtserkennung sorgt für Wirbel

Wie so oft hat Facebook heimlich, still und leise mal wieder eine Neuerung eingeführt: Das soziale Netzwerk erkennt jetzt Gesichter auf Fotos automatisch und markiert die dazugehörigen Personen. Einmal auf einem Foto markiert, gehen weitere Markierungen ganz schnell und einfach.

Die Krux an der Sache: Facebook hat seine Nutzer darüber nicht informiert, sondern das neue Feature einfach eingeführt. Natürlich kann das Feature manuell abgeschaltet werden, aber das liegt eben in der Verantwortung der Nutzer. Datenschützer schreien auf, dass die Privatsphäre der Nutzer durch die Gesichtserkennung verletzt würde. Datenschutz-Experten der Europäischen Kommission prüfen jetzt, ob das Vorgehen von Facebook in Sachen Gesichtserkennung rechtens ist und ob die Privatsphäre der Nutzer dadurch verletzt wird.

Facebook äußert sich dazu, dass man das Taggen auf Fotos für die Nutzer vereinfachen wollte. Denn es gab wohl schon häufiger Anmerkungen dazu, dass man bei einer ganzen Bilderserie, auf der immer die selben Leute zu sehen sind, auf jedem Bild jede Person einzeln taggen muss und dass dies so umständlich sei.

Das Problem an der ganzen Sache ist wohl weniger die Gesichtserkennung an sich, sondern eben die Tatsache, dass die Einführung dieses neuen Features nicht transparent gemacht wurde. Die Gesichtserkennung war plötzlich da und sorgte natürlich für Wirbel. Die positiven Seiten der Funktion gehen dabei leider unter. Das Taggen von Fotos wird mit der Gesichtserkennung tatsächlich nutzerfreundlicher. Außerdem will man mit Hilfe der Gesichtserkennung auch gegen Kinderpornografie vorgehen (qambo.de berichtete), was in all dem Trubel eben auch untergeht.

Wer die Gesichtserkennung auf Facebook ausschalten will, kann dies unter "Konto -> Privatsphäre-Einstellungen -> Benutzerdefinierte Einstellungen -> Freunden Fotos von mir vorschlagen" tun.