Facebook hat ein Problem mit der Unabhängigkeitserklärung

Facebook prüft Inhalte auch durch eine künstliche Intelligenz
Facebook prüft Inhalte auch durch eine künstliche Intelligenz(© 2017 CURVED)

Facebook nutzt neben menschlichem Personal auch eine künstliche Intelligenz, um Inhalte auf der eigenen Plattform zu kontrollieren. So ganz treffsicher ist diese bei ihren inhaltlichen Checks aber wohl nicht immer: Offenbar hat die KI ein Problem mit der US-Unabhängigkeitserklärung. Sie hat wohl Teile des Textes aus dem Social-Media-Netzwerk falsch bewertet und anschließend entfernt.

Im Vorfeld des amerikanischen Independence Days am 4. Juli hat die texanische Lokalzeitung "The Vindicator" Teile der Unabhängigkeitserklärung auf Facebook veröffentlicht. In diesem historischen Text aus dem Jahr 1776 taucht etwa das erste Mal "Vereinigte Staaten von Amerika" als Bezeichnung auf. Die KI des sozialen Netzwerks interessiert sich aber wohl eher wenig für Geschichte: Sie hat den Post recht schnell wieder gelöscht – wegen eines Verdachts auf Hassrede, wie Quartz Media berichtet.

Noch kein Ersatz für Menschen

Eine künstliche Intelligenz wird von Facebook anscheinend dafür eingesetzt, Beiträge im Netzwerk darauf zu prüfen, ob es sich um "Hate Speech" handelt. Als eine solche hat die KI dann offenbar die Passage aus der Unabhängigkeitserklärung gekennzeichnet, was zur Löschung des Pots geführt hat. Einem Sprecher von Facebook zufolge seien die Worte "Indian Savages" in dem bedeutenden Dokument höchstwahrscheinlich verantwortlich dafür gewesen. Übersetzt ist in dem Text von "gnadenlosen indianischen Wilden" die Rede.

Die KI hat demnach nur an wenigen Worten festgemacht, dass es sich bei dem Teil der Unabhängigkeitserklärung um eine Hassrede handeln muss. Insgesamt dürfte dieser Fall zeigen, dass es also noch einiges an Entwicklung Bedarf, ehe eine künstliche Intelligenz inhaltliche Prüfungen durch einen echten Menschen komplett ersetzen kann. Auch wenn das Ergebnis der KI hier falsch war, soll sie dem Social-Media-Riesen zufolge in vielen Fällen aber richtig liegen.

Mittlerweile sei der Beitrag von "The Vindicator" mit Textpassage der Unabhängigkeitserklärung wieder auf Facebook zu finden. Zwischenzeitlich sei sich die Lokalzeitung unsicher gewesen, ob sie weitere Inhalte aus dem Dokument veröffentlichen sollten – bei wiederholten Verstößen gegen die Standards der Plattform könnte die Facebook-Seite der Zeitung gesperrt werden. Und wer kann schon vorhersehen, was die KI des Social-Media-Riesen vom Rest des Textes hält?

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