Facebook kauft Oculus VR für 2 Milliarden Dollar!

Unfassbar !18
Nächste Milliarden-Übernahme: Oculus Rift gehört jetzt zu Facebook
Nächste Milliarden-Übernahme: Oculus Rift gehört jetzt zu Facebook(© 2014 Oculus Rift)

Das ging schnell: Gerade mal einen Monat nach dem Zukauf von WhatsApp stemmt Facebook die nächste milliardenschwere Übernahme. Für 2 Milliarden Dollar sichert sich das weltgrößte Social Network den 3D-Brillen-Hersteller Oculus VR. Bleibt die Frage: warum? 

Mark Zuckerberg eifert seinem Mentor Steve Jobs nach: Der Apple-Gründer war bekannt dafür, das Eine öffentlich zu sagen, um dann das Andere tatsächlich zu tun. Genauso eine falsche Fährte legte der 29-jährige Facebook-Chef vor einem Monat auf dem Mobile World Congress in Barcelona aus:  „Wir haben genug“, erklärte Zuckerberg auf die Nachfrage, wen das Social Network nach WhatsApp als Nächstes übernehmen würde.

Offenbar ist der Akquisitionshunger des weltgrößten Social Networks in diesen Tagen jedoch unstillbar. Nach Handelsschluss an der Wall Street verkündete Facebook die nächste Großübernahme: Für immerhin 2 Milliarden Dollar kauft das nach Google zweitwertvollste Internet-Unternehmen der Welt Oculus VR, einen Hersteller von 3D-Brillen für Virtual Reality-Spiele.

Akquisitionswährung Aktie: Nur ein Fünftel in bar bezahlt

Beim Deal verfährt Zuckerberg wie schon bei WhatsApp: Bezahlt wird zum Löwenanteil mit der Akquisitionswährung Aktie. Gerade mal 400 Millionen Dollar – also lediglich ein Fünftel des Kaufpreises – bestreitet das Social Network in bar. Der Rest wird mit den hochfliegenden Anteilsscheinen beglichen, die in den vergangenen Wochen erst bei 72 Dollar auf Allzeithochs notierten.

Der zugrunde liegende Kaufpreis der Transaktion liegt bei stolzen 69 Dollar. In Reaktion auf den Zukauf gab die Facebook-Aktie, die schon in den vergangenen Handelstagen an Wert verloren hatte, nachbörslich weiter auf 64 Dollar nach.

"Sind in einer Position, in der wir uns jetzt auf andere Plattformen konzentrieren können"

Die Übernahme von Oculus irritiert auf den ersten Blick: Was will das Social Network mit einem 3D-Brillen-Hersteller, zumal in einem auf den ersten Blick ganz anderen Segment – Virtual Reality-Spielen? Konzernchef Mark Zuckerberg erklärte die ungewöhnliche Akquisition, für die Facebook immerhin fast das Dreifache von Instagram bezahlt, wie gewohnt in einem Facebook-Post:

„Unsere Mission ist es, die Welt offener und vernetzter zu machen“. Nach mobilen Apps sei nun das Level dran: „Wir sind in einer Position, in der wir uns jetzt auf andere Plattformen konzentrieren können, um dort noch sinnvollere, unterhaltende und persönlichere Erlebnisse zu ermöglichen. An dieser Stelle kommt Oculus ins Spiel“, begründet der Facebook-Chef den Zukauf des hochgewetteten Virtual Reality-Start-ups, das auf der CES im Januar von sich reden machte.

"Die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu werden"

Oculus sei „wirklich eine neue Kommunikationsplattform“, erklärte Zuckerberg. Man fühle sich dank der Datenbrille Oculus Rift „komplett gegenwärtig“ und könne "grenzlose Erlebnisse" mit anderen Menschen im Leben teilen.  "Stellt Euch vor, nicht nur Momente mit Euren Freunden online zu teilen, sondern ganze Erlebnisse und Abenteuer“, schwärmt Zuckerberg für seinen Zukauf.   

In der anschließenden Telefonkonferenz mit Analysten erläuterte Zuckerberg die zweitgrößte Übernahme Unternehmensgeschichte: "Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu werden, die den Menschen ganz neue Möglichkeiten eröffnen wird, um zu arbeiten, zu spielen und zu kommunizieren.“

Oculus ist 2012 als Projekt des damals 19-jährigen Studenten Palmer Luckey entstanden, der auf der Crowdfunding-Website Kickstarter zur Weiterentwicklung binnen Stunden 2,4 Millionen Dollar erlöste. In der jüngsten Finanzierungsrunde, die von Andreessen Horowitz angeführt wurde, sammelte Oculus 75 Million Dollar ein. Die Datenbrille Oculus Rift wurde bislang allerdings erst an Entwickler ausgeliefert; der Start auf dem Massenmarkt wird Ende des Jahres  anvisiert.


Weitere Artikel zum Thema
Xbox One X: Vorbe­stel­lung star­tet nach der Games­com-Keynote
Guido Karsten
Die Xbox One X soll im November 2017 erscheinen
Am 20. August soll der Vorverkauf für die Xbox One X beginnen. Zum Launch wird allerdings ein wichtiger Titel fehlen.
Nintendo Switch: Immer mehr Nutzer bekla­gen verbo­gene Konso­len
Lars Wertgen6
Peinlich !5Diese Nintendo Switch ist sichtbar gekrümmt
Die Berichte über verbogene Switch-Konsolen häufen sich. In Amerika bietet Nintendo Reparaturen an.
Games­com 2017: Auf diese Spiele freuen wir uns
Alexander Kraft
Nicht nur Microsoft und Sony präsentieren in Köln ihre Neuheiten.
Kommenden Mittwoch startet in Köln die Gamescom. Welche Spiele gezeigt werden und für welche sich das Anstehen lohnt, lest Ihr hier.