Facebook kommt auf Deutschland zu

Es ist das erste Mal, dass Facebook an einer Selbstregulierung der Branche teilnimmt, die dem Schutz der Nutzer dient. Das teilte das Innenministerium heute (Donnerstag, 08.09.2011) mit.

Facebook will seine "Erfahrungen gerne in die Entwicklung gemeinsamer Branchen-Standards einbringen", so der Verantwortliche von Facebook für Europa, Richard Allan. Der Bundeninnesminister Hans-Peter Friedrich strebt einen Kodex für soziale Netzwerke an, "der Regelungen zur Datensicherheit, sicheren Identitäten sowie Aspekten des Daten-, Verbraucher- und Jugendschutzes enthält".

Deutsche Netzwerke müssen sich zum jetzigen Zeitpunkt an Gesetze halten, an die sich Facebook nicht hält, wie zum Beispiel dem "Verhaltenskodex zum Jugendschutz".

Ilse Aigner, die oft gegen das Netzwerk von Mark Zuckerberg vorgegangen ist, blieb erst einmal skeptisch, was sie über eine Sprecherin mitteilte:
"Es bleibt abzuwarten, ob es sich nur um weitere Lippenbekenntnisse handelt oder Facebook die Datenschutz-Einstellungen tatsächlich verbessert.". In der Vergangenheit habe Facebook seinen Ankündigungen auch nur wenig Taten folgen lassen. Demnach höre das Unternehmen nicht auf die Politik, sondern viel mehr auf die Nutzer oder eine konkurrierende Firma.

Durch die grundsätzliche Bereitschaft von Facebook zur Selbstregulierung sieht Friedrich die Lage der aktuellen Diskussionen entschärft.

Allan äußert sich zum "Like-Button"

Im Innen- und Rechtsausschuss des Kieler Landtages äußerte sich Richard Allan zu der aktuellen Meinungsäußerung um den "Gefällt mir-Button". "Wir erstellen keine Profile von Menschen, die keine Mitglieder sind", so Allen. Er wies zudem alle Anschuldigungen zurück und wolle sich später ausführlicher melden. Zum Gegenschlag holte Thilo Weichert aus, als erst sagte: "Das große Problem besteht in der Datenübermittlung aus Schleswig-Holstein und Deutschland in die USA."