Partnerseite macht öffentlich Schluss mit Facebook

Eat24 trennt sich in einem Abschiedsbrief öffentlich von Facebook
Eat24 trennt sich in einem Abschiedsbrief öffentlich von Facebook(© 2014 Facebook/Eat24)

Facebook macht keinen Spaß mehr, findet das US-Unternehmen Eat24 und trennt sich öffentlichkeitswirksam mit einem sympathischen Blog-Eintrag von dem sozialen Netzwerk. Das reagiert ebenfalls öffentlich und lässt die geäußerte Kritik in freundlichem Ton an sich abprallen.

„Als wir uns das erste mal trafen, gabst du uns das Gefühl, besonders zu sein“, heißt es in dem Abschiedsbrief von Eat24 an Facebook. „Und jetzt? Jetzt willst du, dass wir dir Geld geben, wenn wir mit unseren Freunden reden wollen.“ Die ernüchternde Realität vieler Facebook-Seiten ist damit in einfachen Worten auf den Punkt gebracht: Facebook bevorzugt seit einem Update in den Timelines Posts von Einzelpersonen gegenüber Beiträgen von Unternehmen und Gemeinschaftsseiten – es sei denn, diese zahlen dafür.

Seit seinem öffentlichen Statement am 28. März hat Eat24 keine weiteren Facebook-Posts veröffentlicht. Die enorm zahlreichen Reaktionen von Nutzern werden jedoch weiterhin fleißig beantwortet. Vielleicht ein etwas inkonsequenter Abschied, aber auf jeden Fall gelungene Eigenwerbung.

„But now? Now you want us to give you money if we want to talk to our friends.“

Die Kritik von Eat24 – so etwas wie eine US-Variante von Pizza.de, also ein Online-Angebot, das zwischen Kunden und lokalen Lieferdiensten vermittelt – ist nicht neu, aber sie ist Facebook offenbar recht egal. Brandon McCormick, ein Mitarbeiter aus der PR-Abteilung des Unternehmens, machte das mit einer freundlichen Antwort auf dem Facebook-Profil von Eat24 allzu deutlich: „Es tut uns leid, dass wir uns auf diese Weise trennen müssen, weil wir denken, dass wir Freunde bleiben könnten […] Aber wir respektieren, wenn du etwas Abstand brauchst.“ Das ist sozusagen ein freundliches „Wenn's dir nicht passt, dann geh halt.“

Facebook-Marketing auf den absteigenden Ast?

Schon seit einer Weile beklagen Betreiber von Facebook-Seiten, dass sie nach einem Update auf dem sozialen Netzwerk schlagartig weniger Nutzer mit ihren Posts erreichen. Damit ihre Beiträge wieder von all ihren Fans gesehen werden, bittet Facebook nämlich inzwischen zur Kasse. Seiten wie Eat24, die monate- und jahrelang eine Gefolgschaft auf dem sozialen Netzwerk aufgebaut haben, müssen auf einmal dafür bezahlen, diese auch zu erreichen.

Etwas, das zuvor gratis war und maßgeblich zur Popularität von Facebook als Plattform für direktes Marketing von Unternehmen zum Kunden und umgekehrt beigetragen hat. Und etwas, das nach dem Plädoyer von Eat24 und der darauffolgenden kalten Schulter von Facebook womöglich Wellen schlagen und das soziale Netzwerk als Marketing-Kanal deutlich abwerten könnte.


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