Facebook: Mark Zuckerberg will Fokus auf Privatsphäre richten

Facebooks Apps sollen künftig enger verknüpft sein und mehr Datenschutz bieten
Facebooks Apps sollen künftig enger verknüpft sein und mehr Datenschutz bieten(© 2015 Facebook)

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich mal wieder Gedanken über die Zukunft des Internets und der sozialen Medien gemacht. In einem öffentlichen Post schreibt er, dass die Nutzer zunehmend privat online kommunizieren möchten. Facebook wolle seine Dienste daher entsprechend anpassen.

Bisher ist Facebook trotz aller Beteuerungen eher nicht dafür bekannt, allzu viel Wert auf die Privatsphäre der Nutzer zu legen. Zuletzt war das Unternehmen in diverse Datenschutzskandale verwickelt. Zuckerberg sei sich der zweifelhaften Reputation seines Unternehmens bewusst, wie er schreibt. Gleichzeitig habe Facebook in der Vergangenheit aber gezeigt, dass es sich weiterentwickeln kann. Das soll nun erneut geschehen: Zuckerberg plant "eine auf Privatsphäre fokussierte Messaging- und Social-Networking-Plattform".

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Privatnachrichten

Gemeint ist offenbar kein neues soziales Netzwerk, sondern die Umgestaltung der bestehenden Angebote – die künftig eine Art gemeinsame Plattform bilden könnten. Die Kommunikation der Zukunft findet nach Ansicht des Facebook-CEOs überwiegend über Dienste statt, die eine "verschlüsselte, private Erfahrung" bieten. Dadurch ergebe sich die Gelegenheit für "eine einfachere Plattform, bei der die Privatsphäre an erster Stelle steht".

Unter anderem sollen Facebook-Privatnachrichten künftig Ende-zu-Ende verschlüsselt sein. Nachrichten und Stories will das Unternehmen "nicht länger als notwendig" behalten. Außerdem sollen die Nutzer ihre Freunde mit allen Apps von Facebook erreichen und diensteübergreifend verschlüsselt mit ihnen kommunizieren können. Auch der Versand von SMS soll langfristig über alle Facebook-Dienste möglich sein.

WhatsApp ohne Weitergabe der Telefonnummer

Die Verknüpfung von WhatsApp und Facebook soll es beispielsweise einmal ermöglichen, WhatsApp-Nachrichten über Facebook zu empfangen. Damit müsstet ihr eure Telefonnummer nicht zwangsläufig weitergeben, um mit jemandem über den Messenger zu kommunizieren. Zuckerberg erwartet, dass die Kommunikation auf Facebook in einigen Jahren hauptsächlich über den hauseigenen Messenger und WhatsApp stattfindet. Beide Apps sollen daher schneller, einfacher, privater und sicherer werden.

WhatsApp soll dabei als Vorbild für die anderen Messaging-Apps des Unternehmens dienen. So wird etwa der Facebook Messenger wie WhatsApp künftig eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten. Zuckerberg verspricht außerdem, dass sein Unternehmen Nutzerdaten nicht in Ländern speichern werde, in denen Menschenrechte, Datenschutz und Meinungsfreiheit eine untergeordnete Rolle spielen. Ein großer Teil der angekündigten Neuerungen befinde sich noch in der Anfangsphase der Entwicklung. Der Umbau der Dienste soll über die nächsten Jahre hinweg stattfinden.

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