Facebook Messenger: Warum die App-Wechslung richtig ist

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Facebook will, dass Ihr den Messenger nutzt
Facebook will, dass Ihr den Messenger nutzt(© 2014 Facebook, CURVED Montage)

Die Aufruhr war groß: Facebook erlaubt das mobile Versenden von Nachrichten an andere Nutzer künftig nur noch über den Facebook-Messenger. Der Standard-Facebook-App wird die Erlaubnis entzogen. Ist Mark Zuckerberg verrückt geworden? Hat der Facebook-Gründer nach dem Kauf der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift den Bezug zur "Reality" verloren?

Mitnichten. Tatsächlich war der Schritt abzusehen. Und das aus guten Gründen. Er markiert einen weiteren Meilenstein des Social Networks auf dem Weg zu einer Mobile-First-Company. Und mit "Mobile" hatte Facebook lange Zeit seine Probleme. Denn obwohl mehr als die Hälfte der Facebooker mobil auf das Netzwerk zugreift, hatte das Social Network mit der Perfomance seiner Apps zu kämpfen. Zu langsam, zu instabil, war die Kritik. Schließlich setzte Facebook auf HTML5, um plattformübergreifend Apps anbieten zu können. Doch darunter litt die Perfomance noch weiter. Und so wechselten Facebooks Ingenieure wieder zu Plattform-Apps.

Eine neue Ära markierte jüngst die App Paper. Die kostenlose US-only-Anwendung bereitet die Inhalte aus dem Social Network wie ein Magazin auf. Denn es hat sich gezeigt: Wir nutzen Facebook sehr häufig, um Nachrichten zu konsumieren. Damit gab das Unternehmen auch den Startschuss zu einer Multi-App-Strategie. Die Idee dahinter ist nicht neu und kommt eigentlich aus dem Ingenieurswesen: Die perfekte Maschine erfüllt einen Zweck - und den erfüllt sie perfekt. Bislang war die Facebook-App aber so etwas wie ein "Multi-Tool" oder zu Deutsch: ein Schweizer Offiziersmesser. Das beherrscht zwar Dutzende Tricks, aber eben nur in eingeschränkter Funktionsweise.

Welche Apps in diesem Jahr noch kommen werden, das verrät Facebook nicht. Zwingt das Unternehmen damit seine Nutzer? Kollege Nils Jacobsen vertritt diese Meinung. Doch von Zwang kann nur bedingt die Rede sein. Das Unternehmen ist schließlich bekannt dafür, nicht aus dem Nichts heraus weitgreifende Änderungen zu unternehmen, sondern seine Nutzungszahlen genauestens zu analysieren und umfassend zu testen. Soll heißen: Wenn Facebook seiner Flaggschiff-App die Chatfunktion entzieht, dann weil sie offenbar weniger häufig genutzt wurde als in der Messenger-App. Ansonsten würde das Unternehmen sich nur selbst kannibalisieren.

Weitere Apps mit Einzelfunktion werden folgen

Aktuelle Zahlen zur FB-Messenger-Nutzung gibt es nicht. Doch die dürfte mit der Ansage schlagartig ansteigen. Für Euch ist das eine Entwicklung, die eigentlich nur vorteilhaft sein kann. Anstatt ein Multi-Tool für viele Plattformen und vielen Geräte aktuell und performant zu halten, kann Facebook künftig schneller und besser kleinere Apps besser optimieren. Für Facebook hat das Ganze natürlich auch einen Vorteil: Nutzt Ihr die Standard-Facebook-App, werdet Ihr nicht mehr durch aufploppende Nachrichten gestört und könnt Euch besser auf Euren News Feed und die angezeigte Werbung konzentrieren. Mehr angezeigte Werbung bedeutet mehr Aufmerksamkeit. Das wiederum bedeutet mehr Einnahmen. Und die müssen nach Jahren des Investements sprudeln.

So viel steht fest: Der Messenger wird nicht die letzte App sein, die Funktionen aus der Standard-App zur Standalone-Anwendung macht. Weitere werden folgen.


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