Facebook: Millionen Datensätze lagen ungeschützt auf Amazon-Servern

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat aktuell wohl viele Datenpannen zu erklären
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat aktuell wohl viele Datenpannen zu erklären(© 2015 Facebook Developer)

Unzureichender Datenschutz beschert Facebook einmal mehr negative Schlagzeilen: Die Cybersicherheitsfirma UpGuard hat offenbar Millionen ungeschützte Nutzerdaten auf den Servern von Amazon entdeckt. Mit dafür verantwortlich sollen erneut Drittunternehmen sein.

Eines davon sei Bloomberg zufolge Cultura Colectiva. Der in Mexiko beheimatete Betreiber einer digitalen Plattform habe 540 Millionen Datensätze online gespeichert. Sie seien für jeden zugänglich und herunterladbar gewesen, der sie ausfindig machen konnte. Nachdem Facebook Amazon darauf hingewiesen habe, sei das inzwischen nicht mehr der Fall. Zunächst habe Bloomberg das soziale Netzwerk aber darauf aufmerksam machen müssen.

Big Data: Datenschutz generell unzureichend

Eine andere vorübergehend offen zugängliche Datenbank habe Namen, Passwörter und E-Mail-Adressen von 22.000 Facebook-Nutzern enthalten. Wie lange diese zugänglich waren, sei unklar. Die Daten sollen von einer mittlerweile nicht mehr funktionierenden Drittanbieter-App namens "At The Pool" stammen.

UpGuard vermutet, dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt. Das Unternehmen habe 100.000 offen zugängliche Datenbanken auf Amazons Servern entdeckt, die wohl eigentlich geschützt sein sollten. Chris Vickery, leitender Cybersicherheitsforscher bei UpGuard warnt: "Die Öffentlichkeit hat noch nicht erkannt, dass diese System-Administratoren und Entwickler – die Hüter der Daten – entweder fahrlässig agieren oder faul sind..."

Seiner Einschätzung nach gehen die Verantwortlichen für den Datenschutz nicht sorgfältig genug vor – offenbar ein generelles Problem in der Big-Data-Branche. Drittanbieter sorgen immer wieder für Facebook-Datenlecks. Doch dafür ist das soziale Netzwerk mit verantwortlich: Entwickler von Facebook-Apps konnten jahrelang Daten über Nutzer und deren Freunde sammeln – und diese später nach Belieben für ihre Zwecke verwenden.


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