Facebook muss Federn lassen

Facebook ist das weltweit größte soziale Netzwerk, hat Konkurrenten wie MeinVZ und anderen längst den Rang abgelaufen. Doch jetzt berichten Analysten von Capstone Investments über sinkende Nutzerzahlen, zumindest in den Kernmärkten.

2 Millionen Nutzer in den USA verloren

In den USA hat Facebook in den vergangenen sechs Monaten nach Angaben von Bloomberg rund zwei Millionen Nutzer, oder ander ausgedrückt 1,1 Prozent der Nutzer verloren. Ähnlich gestaltet sich die Situation in Deutschland: Hier waren es im letzten Monat 187.300 Nutzer oder 0,78 Prozent. Dennoch ist man im Facebook Headquarter guter Dinge, denn eigentlich war ja klar, dass vor allem in den Kernmärkten, in denen mehr als die Hälfte aller Internet-Nutzer einen Facebook-Account hat, irgendwann eine Sättigung eintreten musste. Der Rückgang der Nutzerzahlen ist daher nur eine logische Folge dessen.

Und immerhin sieht es anderswo ganz anders aus: Um 45 Prozent sind die Nutzerzahlen in Brasilien im letzten halben Jahr angestiegen, in Indien waren es immerhin 21 Prozent. Auch in Ländern wie China oder Russland gibt es weiterhin Zuwachs für Facebook. Auch sehen Analysten die Anzahl der Nutzer als nicht an erster Stelle für die Zukunft des sozialen Netzwerks. Viel wichtiger ist die Strategie, die man zum Thema Werbung und Smartphone Apps einschlägt und welchen Erfolg diese bringt.

Werbung im mobilen Sektor schwierig

Denn immer mehr FB-Mitglieder nutzen das Social Network mobil über ihr Smartphone. Mit Werbung sieht es da jedoch noch schlecht aus, denn es ist einfach schwierig, auf den doch relativ kleinen Smartphone-Displays auch noch Werbung zu platzieren. Das Thema Werbung wird die Chef-Etage von Facebook als in nächster Zeit sicherlich intensiv beschäftigen.

Ein weiterer möglicher Grund für den Rückgang der Nutzerzahlen in den Kernmärkten könnte auch die gestiegene Unzufriedenheit der Nutzer sein, die der American Customer Satisfaction Index dem sozialen Netzwerk bestätigt. Hier belegt die Konkurrenz von Google+ jetzt den ersten Platz. Was Facebook anbelangt hatten viele Nutzer die Einführung der Timeline (deutsch: Chronik) kritisiert, und auch in Sachen Datenschutz steht das soziale Netzwerk immer wieder in der Schusslinie. Auch der Umgang mit diesem Thema wird sicherlich über die Zukunft von Facebook mitbestimmen.