Facebook-Shitstorm: Tote Babygiraffe geht viral

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Eine tote Giraffe und ihre Folgen: Marius löst in Facebook einen epischen Shitstorm aus
Eine tote Giraffe und ihre Folgen: Marius löst in Facebook einen epischen Shitstorm aus(© 2013 CC: Flickr/jmadjedi)

Aufschrei ohne Ende: Die gerade 18 Monate alte Babygiraffe Marius wurde gestern im Kopenhagener Zoo wegen Inzestverdachts getötet, seziert und an Löwen verfüttert – und das noch vor sichtlich bestürzten Kindern. Obwohl das Töten konform mit den Regularien der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA) geht, löste das Vorgehen einen Shitstorm aus, wie es das Social Web selten erlebt hat. Die Facebook-Seite des Zoos Kopenhagen bemühte sich um Schadensbegrenzung – jedes Wort machte die Sache jedoch schlimmer…

Eine tote, am Boden liegende Giraffe. Blut. Aufgerissene Kinderaugen. Alles Zutaten für einen großen Splasher-Movie, die seit gestern durch die Social Networks geistern – leider real und kein Film.

Zugetragen hat sich das unfassbare Schauspiel in einem der ältesten und größten Tierparks Europas  – dem Kopenhagener Zoo. Im Einklang mit den Regularien der Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA) wurde die 18 Monate alte Babygiraffe Marius von Zoowärtern erschossen und wenig später vor Besuchern – allen voran Kindern – in Stücke geschnitten und dann auch noch Löwen zum Fraß vorgeworfen.

„Ihr solltet Euch schämen!“ – „Leute wie ihr machen mich krank!“

Ein Vorgehen, das medial hinlänglich dokumentiert, für entsprechende Aufmerksamkeit sorgt – im Social Media-Zeitalter jedoch den größtmöglichen Shitstorm triggerte. Bis zum Abend überfluten aufgebrachte Nutzer im Minutentakt die Facebook-Seite des Kopenhagener Zoos mit Kommentaren.

„Ihr solltet Euch schämen! Wie kann man eine unschuldige Giraffe umbringen?“ war noch einer der harmloseren Kommentare. „Leute wie ihr machen mich krank! Wie kann man eine gesunde Babygiraffe kaltblütig ermorden“, schreibt sich ein anderer Nutzer den Frust von der Seele. „Horror-Zoo! Es ist unvermeidlich, dass (Zoodirektor) Bengt Holst in den nächsten Stunden zurücktritt“, forderte ein weiterer User auf Facebook.

"So ist das halt" - 8000 empörte Nutzerkommentare

Shitstorms wie ihn der Zoo Kopenhagen in diesen Stunden erlebt, sind ein Lehrstück in Social Media. Die Verantwortlichen der Facebook-Seite versuchen zunächst deeskalierend einzuwirken: „Der Zoo erlebt eine massive Debatte auf Facebook über eine unserer Giraffen. Wir würden die Fragen gerne einzeln beantworten, verfügen aber nicht über das nötige Personal“, lautete gestern ein erster Post, der sich direkt auf die Anteilnahme bezog.

Vergebens. Über Nacht schwoll der Shitstorm zum Orkan an. Heute reagierten die Social Manager des Kopenhagener Zoos mit dem Hinweis, dass die Verfütterung des Giraffenfleisches an die Löwen im Einklang mit der Natur stünde - und ein anderes Tierleben geschützt hätte.  „Wenn wir die Löwen nicht mit der Giraffe gefüttert hätten, dann mit anderem Tierfleisch. So ist das halt.“

Vielleicht war die Rechtfertigung nicht wirklich eine gute Idee – der Post erzeugte unglaubliche 8000 Antworten. Am Abend wurde dasselbe Thema noch einmal mit Literaturverweis auf die Zoo-Biologie gepostet – mit nicht gerade größerem Erfolg. Social Media Regel Nummer eins: Shitstorms lassen sich mit rationalen Argumenten nur bedingt beherrschen. Regel Nummer zwei: Vergesse niemals Regel Nummer eins…


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