Facebook-Streit: Beweise gefälscht?

Der Streit um das soziale Netzwerk Facebook geht in eine weitere Runde. Paul Ceglia behauptet, Facebook gemeinsam mit Mark Zuckerberg gegründet zu haben. Doch die Anwälte von Zuckerberg bringen einen neuen Ball ins Spiel: Ceglia soll die Beweise für die Urheberschaft gefälscht haben.

Ceglia behauptet, er habe 1000 Dollar für Programmierarbeiten und die Beteiligung an „The Face Book“ an Mark Zuckerberg gezahlt. Als Beweis dafür präsentierte er einen von Zuckerberg unterschriebenen Vertrag aus dem Jahr 2003 und mehrere E-Mails. Zuckerberg erklärte unter Eid, dass er weder den Vertrag unterschrieben noch die E-Mails verfasst habe.

Und tatsächlich werfen Vertrag und E-Mails Fragen auf. Wie ein Dokumentenexperte bestätigt gibt es gravierende Unterschiede zwischen Seite 1 und Seite 2 des Vertrags, was auf eine Fälschung hinweise. Außerdem waren die Mail-Server der Universität Harvard gecheckt worden. Zuckerberg hatte zur damaligen Zeit dort studiert. Zwar hat man 175 E-Mails zwischen ihm und Ceglia gefunden, jedoch kam in keiner dieser Nachrichten der Name Facebook vor. Es ging lediglich um StreetFax, ein von Paul Ceglia initiierter Dienst, der Fotos von Kreuzungen für Versicherungsfirmen anbietet. "Der Vertrag ist mit der 'Copy-Paste'-Technik erstellt worden, die E-Mails sind komplette Fälschungen und diese ganze Klage ein Betrug", besagt ein Gerichtsdokument.

Paul Ceglia beanspruchte zuerst 50 Prozent der Anteile an Facebook plus weitere 34% weil Zuckerberg den Vertrag nicht erfüllt habe. Später ging er mit seiner Forderung auf 50% herunter. Ceglia war schon aufgefallen, weil er mit seiner Holzpellet-Firma Schwierigkeiten wegen Kundenbetrugs hatte. Momentan sieht es schlecht aus für Paul Ceglia, man darf aber wohl gespannt sein, wie dieser Rechtsstreit weitergeht und was Ceglias Anwälte als nächstes aus dem Ärmel schütteln.