Facebook überarbeitet Abstimmungssystem - Werbenetz geplant?

Facebook hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, Nutzer künftig nicht mehr über Änderungen in den Bedingungen wie bisher abstimmen zu lassen. Das erklärte Elliot Schrage, Verantwortlicher für den Bereich Kommunikation. Facebook arbeite derzeit daran, ein Alternativsystem für Abstimmungen zu finden.

Abstimmung bloß "Marketingmasche"

In Zukunft wolle die Firma auf Qualität statt Quantität bei den Kommentaren setzen. Der Blog "basicthinking.de" sieht hinter der Ankündigung eine "Marketingmasche". "Facebook wollte und will seine Nutzer nicht an Entscheidungsprozessen beteiligen", zieht der Autor sein Fazit.

Mitte des Jahres konnten Facebook-Mitglieder über Änderungen an der Datenschutz-Richtlinie sowie den Nutzungsbedingungen abstimmen (wir berichteten). Zuvor hatten im Mai 7.000 Facebook-User ein Kommentar zu möglichen Änderungen abgegeben. Daraufhin startete Facebook die Abstimmung.

“Gemäß unserer Richtlinien werden die Ergebnisse verbindlich, wenn sich mehr als 30% aller aktiven registrierten Nutzer beteiligen. Sollten es weniger als 30% sein, so verstehen wir das Ergebnis als konsultativ.”

Abstimmung scheiterte

Das war die Voraussetzung des amerikanischen Konzerns, damit das Ergebnis verbindlich sei. Kritik kam unter anderem von Datenschutz-Aktivist Max Schrems, das Ziel werde nie erreicht. Facebook kündige die Abstimmung nicht prominent an, sagten Kritiker. Am Ende nahm Facebook die Vorschläge nicht an, die Beteiligung von 0,04 Prozent lag deutlich unter den geforderten 30 Prozent.

Baut Facebook ein Werbenetzwerk auf? | Foto © Apple

Externes Werbenetz könnte geplant sein

Zugleich ließ Facebook laut "basicthinking.de" in seiner Ankündigung vermuten, es plane ein externes Werbenetzwerk. Facebook könnte seinen Umsatz durch den Aufbau eines Werbenetzes verdoppeln, schätzt Chris Dixon.

Dies wäre nicht die einzige Kooperation mit der Werbewirtschaft: Vor Kurzem wurde darüber berichtet, Facebook gebe Telefonnummern an Werbetreibende weiter. Dies wurde allerdings von Facebook dementiert.

Unternehmen könnten bei Facebook nachfragen, zu welchem Mitglied eine bestimmte Telefonnummer gehöre. Die gesamte Identität des Mitglieds soll bei einer Antwort auf die Anfrage nicht preisgegeben werden, so Facebook laut einem oe24.at-Bericht.

Bild: Facebook