Facebook: Zuckerberg räumt Fehler ein und plant eigene Suchmaschine

Es war das erste Mal, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sich seit dem Börsengang des sozialen Netzwerks und dem desaströsen Absturz der Aktien öffentlich äußerte. Auf der Disrupt Konferenz des amerikanischen Technik-Blogs TechCrunch ergiff er das Wort und sprach offen über seine Enttäuschung über den Aktienkurs der Facebook-Wertpapiere, über ein Facebook-Smartphone und eine Suchmaschine.

Auch wenn der Kurs der Facebook-Aktie enttäuschend ist, versuchte Mark Zuckerberg, die Stimmung etwas zu heben und die Anleger zu beruhigen. Er machte jedoch auch klar, dass er der Ansicht ist, eine Lösung für die Probleme des sozialen Netzwerks zu haben. Die Zukunft ist für Facebook demnach mobil, hier sieht Zuckerberg die größten Chancen, die das Unternehmen bislang noch viel zu wenig nutzt.

Die Zukunft ist mobil

Mobile Services sollen jedoch in Zukunft die Haupt-Einnahmequelle von Facebook werden. "In den nächsten drei bis fünf Jahren wird die zentrale Frage sein, wie gut wir uns im mobilen Bereich schlagen", sagte Zuckerberg. "Davon hängt die Entwicklung des Unternehmens ab." Nachdem es für iOS bereits eine native App gibt, versprach der Facebook-Chef diese auch für Android – im Zusammenhang mit der Aussage, dass Facebook die Zukunft in mobilen Services sieht, ist dies sicherlich eine wichtige Ansage. Denn sowohl für die iOS App als auch für die Android App wurde das soziale Netzwerk häufig kritisiert.

Mark Zuckerberg erklärte auch, dass er es aus heutiger Sicht für einen kapitalen Fehler halte, dass man im mobilen Bereich ganz auf HTML5 statt auf native Apps gesetzt hatte. Die native iOS App ist aber der erste Schritt einer Strategie-Änderung, die Neuauflage der Android App, an der schon fleißig gebastelt wird, ist die Fortsetzung dieses Strategie-Wechsels.

Facebook und die soziale Suche

Ein Gerücht, das immer mal wieder in den einschlägigen Medien auftaucht, von vielen bislang aber noch nicht so richtig ernst genommen wurde, bestätigte der Facebook-Gründer dann noch: Das Unternehmen arbeitet derzeit an einer eigenen Suchmaschine. "Facebook hat eine einzigartige Stellung bezüglich Fragen, die die Leute stellen,“ sagte Mark Zuckerberg. „Und irgendwann einmal werden wir es (Suchmaschine) machen. Wir haben ein Team, das daran arbeitet."

Allerdings schwebt dem Facebook-Chef keine klassische Suchmaschine vor, die über die Eingabe von Schlüsselwörtern eine ewig lange Liste an Ergebnissen ausspuckt, sondern vielmehr eine Art soziale Suchmaschine. Denn laut Zuckerberg suchen Nutzer immer häufiger nach Antworten auf bestimmte Fragen statt nur noch einem Keyword. Die Facebook-Suchmaschine soll also auch Antworten liefern, die komplexer sind als eine Latte verschiedener Websites. Zum Beispiel, welches Restaurant Freunde (oder andere Nutzer) kennen und empfehlen.

Aktuell gäbe es über Facebook bereits über eine Milliarde Suchanfragen,obwohl man es darauf gar nicht anlegt sodass Zuckerberg die Position Facebooks als einzigartig in Sachen Nutzerfragen einstuft. Dabei wird nicht nur nach anderen Personen gesucht, sondern auch nach Marken oder sonstigen Informationen. Mark Zuckerberg sieht daher eine Zukunft, in der Facebook es möglich macht, dem Nutzer Fragen zu beantworten, die sonst keine andere Suchmaschine beantworten kann, zumindest nicht so zufriedenstellend.

Cool Stuff – Facebook hat ein cooles Ass im Ärmel

Mark Zuckerberg kündigte an, dass es in den kommenden Wochen und Monaten wohl noch einige der coolen Dinge zu sehen geben würde, an denen seine Mitarbeiter derzeit arbeiten – und über die er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen könnte. Eine Sache wird aber mit ziemlicher Sicherheit nicht kommen, zumindest nicht in absehbarer Zeit: Ein Facebook-Smartphone. Auch dazu halten sich die Gerüchte hartnäckig und tauchen in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Ein solches Gerät macht laut Zuckerberg keinen Sinn, da man damit zwar vielleicht zehn oder zwanzig Millionen Menschen erreichen würde, aber eben nicht alle, was das erklärte Ziel von Facebook ist. Und einmal ganz davon abgesehen: Auf allen Hochzeiten gleichzeitig kann auch Facebook nicht tanzen.