Falscher Alarm: Kein Keylogger auf Samsung-Notebooks

Es schien wie ein verfrühter April-Scherz, als die amerikanische Website Networkworld.com berichtete, auf Samsung-Notebooks sei ein Keylogger ab Werk installiert, mit dem das Nutzerverhalten ausspioniert werde.

Dem Bericht zufolge hatte Mohammed Hassan auf einem neu gekauften Samsung-Notebook einen Virenscanner installiert und war mehr als überrascht, dass dieser gleich Alarm schlug – schließlich ist das so ziemlich das Letzte, was man von einem nagelneuen Notebook erwartet. Als Hassan das Gerät gegen ein neueres tauschte, entdeckter er auch auf diesem Notebook den Starlogger genannten Keylogger.

Als Mohammed Hassan beim Samsung-Support anrief, gestand der Support-Mitarbeiter, dass diese Software tatsächlich von Samsung installiert würde. Ob der fragliche Mitarbeiter einfach nur genervt und überfordert war oder ob er von Hassan unter Druck gesetzt wurde, ist nicht bekannt. Samsung sah sich jedoch gezwungen, zu dem Artikel auf Networkworld.com Stellung zu nehmen und dementierte, dass auf Samsung-Notebooks von Haus aus Keylogger installiert werden um das Nutzerverhalten zu studieren. Man bot an, mit Mohammed Hassan zusammen an der Auflösung des Rätsels zu arbeiten.

Lösung gefunden

Zwischenzeitlich ist man dem Problem auf den Grund gegangen und hat des Rätsels Lösung gefunden. Der Fehlalarm der Virensoftware VIPRE bezog sich auf das Verzeichnis \Windows\SL, das Microsoft LIVE für slowenische Sprachdateien anlegt.

Networkworld.com hat inzwischen den Artikel aus dem Netz genommen und durch eine Richtigstellung ersetzt. Und der Entwickler der Virensoftware VIPRE kommt auf der Website auch zu Wort und entschuldigt sich. Die Virensoftware VIPRE war schon früher negativ aufgefallen. Das Computermagazin c’t urteilte 2009: "Bei diesem mangelhaften Virenschutz kann nicht einmal der Preis überzeugen." Und auch das Security-Portal SL-Portal warnte bereits im November 2009 vor VIPRE.

Nutzer von Samsung-Notebooks können also beruhigt aufatmen. Auch wenn die Trojaner-Warnung kein verfrühter Aprilscherz war, so war sie dennoch glücklicherweise nur falscher Alarm.