FIBO 2018: Diese 10 Trends bewegen die Fitnessbranche

Die Fitnessszene boomt: Wir stellen euch die top 10 Trends der FIBO 2018 vor.
Die Fitnessszene boomt: Wir stellen euch die top 10 Trends der FIBO 2018 vor.(© 2018 CC: Flickr/fiboglobalfitness)

Vom 12. bis zum 15. April 2018 fand die weltgrößte Fitness-Messe, die FIBO, in Köln statt. Wir waren vor Ort und haben euch die top 10 der aktuellen Trends, Konzepte und Strömungen im Bereich Fitness und Gesundheit mitgebracht.

Ganz klar hat die FIBO gezeigt: Die Fitnessbranche ist immer noch auf Wachstumskurs und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Während die Besucher aufgrund einer fehlenden FIBO-App zwar immer noch mit Messeplänen hantieren mussten, bewiesen zumindest etliche Anbieter, dass sich auch die Fitnessbranche langsam aber sicher endlich in Richtung Digitalisierung bewegt. Welche 10 Fitness-Trends wir vor Ort noch ausgemacht haben, verraten wir euch jetzt im Einzelnen:

1. Immer mehr Frauen wollen stark statt skinny sein

Immer mehr Frauen begeistern sich für Fitness – das konnten wir auch in Köln beobachten. Für die weibliche Zielgruppe spielen neben Zumba und anderen Tanz-Formaten aus dem Kursbereich sowie Body-and-Mind-Angeboten wie Yoga oder auch Pilates aber vor allem klassisches Krafttraining und Boxen hoch im Kurs. Darüber hinaus sind Fitness-Fashion und gesunde Ernährung total angesagt bei den Mädels.

Ran an die Hanteln – die auch gerne vibrieren dürfen: Mädels wollen nicht mehr skinny sein, sondern stark.(© 2018 FIBO)

2. Spezialisierte Boutique-Fitnessstudios vs. Billigketten

Mit der wachsenden Zahl der Discount-Studioketten, die mit immer niedrigeren Preisen um Mitglieder werben, wächst auch das Angebot sogenannter Boutique-Fitnessstudios, die sich auf eine besondere Nische konzentrieren:

  • Personal Training oder auch funktionelles hochintensives Intervalltraining im Kleingruppen-Format oder auch als Outdoor Bootcamp.
  • Crossfit-Boxen mit gezieltem Bodybuilding im Kleingruppenformat.
  • Spezialisierte Yoga- und Pilates-Studios mit Pilates-Stuhl und anderen Geräten, die es sonst nirgendwo gibt.
  • EMS-Studios: Die ersten bieten die Elektrostimulation nicht mehr nur im Rahmen einfacher Fitnessübungen an, sondern übertragen das inzwischen kabellose EMS-Training in den Boxring, auf das Laufband, auf die Tanzfläche oder ins Zirkeltraining mit Kleingeräten. Wie sinnvoll oder gefährlich das sein kann, ist allerdings wieder eine ganz andere Frage.
  • Vibrationstraining auf rüttelnden Platten mit smarter Trainingssoftware ist ebenfalls gefragt.
  • Speziell für das Muskeltraining im elektronisch gesteuerten milon-Zirkelsystem eröffnet demnächst das erste Studio in Hamburg.
Easy Motion Skin ermöglicht kabelloses EMS-Training auf dem Laufband: Für alle, die noch mehr Herausforderung suchen.(© 2018 CURVED)

3. Die Digitalisierung schreitet voran

Anders als erwartet, haben wir auf der FIBO weniger Virtual Reality und smarte Trainingskleidung vorgefunden als im Vorfeld angekündigt, aber dafür gaben etliche Global Player Kooperationen mit Smartphone-Herstellern bekannt, so dass Fitnessstudio-Besucher ihr Training an Cardio- oder Kraftgeräten künftig per Bluethooth tracken können. So arbeitet der bekannte Anbieter für elektronisches Zirkeltraining, milon, künftig mit Sony zusammen. Geräte-Marktführer wie Matrix, Life Fitness, Precor und Technogym arbeiten an Schnittstellen zur Apple Watch sowie Wearables-Apps von Garmin oder Polar. Schon jetzt können Trainer und Nutzer Trainingsdaten noch umfassender dokumentieren und sich im Studio live vernetzen, etwa um Challenges durch virtuelle Landschaften zu fahren, zu rudern oder zu rennen oder damit Trainer beim Intervalltraining die Belastung der Trainierenden überwachen können. Dafür arbeiten auch konkurrierende Anbieter immer enger zusammen und versprechen in Zukunft noch mehr Motivation, Spaß und Trainingseffektivität für Nutzer – vorausgesetzt natürlich, das Thema Datenschutz wird nicht vernachlässigt. Gleichzeitig kommen immer clevere Anamnese-Tools auf den Markt, die per Ganzkörper-Bodyscan binnen Sekunden Auskunft über die Körperzusammensetzung geben und Trainern bei der maßgeschneiderten Trainingsplanung unterstützen.

"Sony connected gym" trackt ab sofort das Training an Kraftgeräten.(© 2018 CURVED)

4. Extertainment fordert Körper und Geist

"Mein Highlight ist, dass das Gehirn endlich angezapft wird. Gamification fördert das Zusammenspiel von Körper und Geist beim Sport", erklärte uns Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln auf Nachfrage. Beim sogenannten Extertainment-Trend, den auch wir ganz klar auf der Messe gesehen haben, geht es um eine Mischung aus Excercise und Entertainment: Wenn man sich zum Beispiel auf dem Indoor Cycle ordentlich in die Kurve legen muss und beim Rudern virtuelle Hindernisse auf der Leinwand umschifft oder blinkenden Lichter auf interaktiven Sportböden folgt, ist tatsächlich Konzentration gefragt. Fitness wird immer spielerischer und das ist gut so – für die Motivation, für unsere Muskeln und für unsere grauen Zellen, denen wir mit Apps für jede Lebenslage immer öfter das Denken abnehmen.

Gamification und Extertainment sorgen für doppelte Trainingseffekte: Endlich werden Körper und Geist beim Sport in Einklang gebracht.(© 2018 CURVED)

5. Fitness Food wird immer vielfältiger und gefragter

Mit dem wachsenden Interesse für gesunde Ernährung feiern Traditionsunternehmen wie Seitenbacher mit seinen Müslis oder Jentschura mit seinen basischen Produkten ein großartiges Comeback. Darüber hinaus gab es unzählige Shakes, Riegel, Getränke, Back-, Gewürz- und Nussmischungen, Eis, Snacks und Nahrungsergänzungsmittel speziell für die sportliche Zielgruppe. Gesund, natürlich, von Bioqualität, vegan, proteinreich, kohlenhydrat- und zuckerarm: Hier war für jeden Geschmack und jede Ernährungsweise das Passende dabei. Besonders innovativ stach hier das erste Proteinbier "Joybräu" hervor oder die Proteinriegel auf Insektenbasis, "Swarm Protein".

6. Fitness als Lifestyle-Trend

Beim nicht enden wollenden Fitnessboom geht es natürlich nicht nur um Sport und angepasste Ernährung, sondern auch um Mode und Haltung. Bis zum Supermarkt und noch viel weiter: Die Jogginghose ist längst alltagstauglich geworden, mehr noch: Als "Athleisure" ist sie sogar schwer in Mode, ebenso wie Yoga-Bekleidung und -Accessoires. Auch auf der FIBO wurde fleißig geshoppt.

Shopping auf der FIBO: Auch Yoga-Kleidung, etwa von Gaiam, ist mega angesagt, nicht nur im Studio.(© 2018 CURVED)

7. Back to Basics oder auch: zurück zur Natur

Neben innovativen Fitness-Konzepten und Hightech gibt es die Rückbesinnung auf das Wesentliche: einfaches und effektives Training, das selbsterklärend ist. Schwere Gewichte und Geräte, die auch nach Arbeit aussehen, "heavy duty" sprechen die Fitnessfans nach wie vor an. Daneben kommt kein Trainings-Tower mehr ohne Ringe aus: Das klassischste aller Turngeräte feiert mit dem Fokus auf funktionelles Training gerade ein großes Comeback. Passend dazu ist auch das weitere Equipment auf retro getrimmt: egal ob Medizinbälle, Gewichte, Faszienrollen oder mit Wasser gefüllte Ruderergometer aus Holz. Auch die Bewegungen sollen sich wieder mehr der Natur annähern: Der "Curve Trainer" von Woodway wird nicht durch Strom, sondern durch die eigene Beinkraft angetrieben, ermöglicht dadurch ein natürliches Laufgefühl und ist nicht nur im athletischen Sprinttraining der Renner.

Ruderergometer aus Holz mit einem Wassertank für den Widerstand ermöglichen ein sehr natürliches Rudergefühl.

8. Alle wollen hoch hinaus: Hauptsache hüpfen

"Flying FIBO" schien das Motto in diesem Jahr zu sein. Wohin man auch schaute, überall flogen Sportler in die Höhe: ob beim Jumping Fitness auf Minitrampolinen, in Bungees-Seilen hüpfend am Trainings-Tower, bei Boxsprüngen aus dem Stand oder auf Sprungfedern tanzend wie beim "Kangoo Jump".

Sieht etwas albern aus, aber macht irre Spaß: "Kangoo Jumps" auf Sprungfeder-Schuhen.(© 2018 CURVED)

9. Fitness braucht Vorbilder: Ernst zu nehmende Influencer

Was darf in keinen Sport fehlen? Richtig, große Vorbilder. Nachdem der erste World Fitness Day 2017 mit einer Vielzahl an Fitness-Influencern so gut angelaufen war, waren auch in Köln etliche Stars und Sternchen der Fitness- und Bodybuildferszene geladen –als Testimonials, Presenter, Experten, Motivatoren und Wegweiser. Junge Leute inspiriert, wie Promis und "Social Media"-Stars sich fit halten – das hat auch die Fitnessbranche erkannt. Allen voran sorgten wie gewohnt vor allem Pamela Reif und Sophia Thiel für großen Andrang: Hier standen längst nicht nur junge Frauen Schlange, sondern auch Männer jeden Alters outeten sich als Fans darüber, "was diese Frauen so geschafft haben".

Auch wir haben Sophia Thiel auf der FIBO getroffen: Neben Tina von CURVED kommt sie gleich noch größer raus.(© 2018 CURVED)

10. Funktionelles Training, HIIT, Faszientraining und Yoga sind gesetzt

Funktionelles Training, HIIT, Faszientraining und Yoga: Für Jörg Winkler, den Sportlichen Leiter der Internationalen Fitness Akademie (IFFA), sind diese Dauerbrenner der Fitnessszene "längst abgefrühstückt und keine Trends mehr" – sondern fest etabliert und selbstverständlich gar nicht mehr wegzudenken. Aussterben hingegen wird seiner Ansicht nach Step Aerobic in den nächsten zehn Jahren: "Mit der älteren Zielgruppe von Step Aerobic und klassischen Bauch-Beine-Po-Kursen stirbt auch die Nachfrage nach diesen Inhalten, weil die jungen Leute keine Choreographien mehr lernen wollen. Die Koordinationsfähigkeit lässt einfach nach, das sieht man ja schon in der Schule." Dem Kampfsport hingegen prognostiziert er ein Revival, allerdings eher im Rahmen Functional Training und HIIT. Auch klassisches, leistungsorientiertes Krafttraining ist wieder total angesagt – wie gesagt, gerade auch für starke Frauen.

Fazit: Fitnessangebote boomen: ihr entscheidet, welche Trends sich durchsetzen

Wir halten fest: Das Interesse für Fitness ist groß und für viele geht es dabei um mehr als Körperideale oder sportlichen Ausgleich. Immer mehr Menschen sehen Fitness als Lifestyle, als Haltung für einen fitten und gesunden Alltag an. Die passende Ernährung spielt hier eine übergeordnete Rolle, während Vorbilder helfen, sich bei dem riesigen Fitnessangebot besser zu orientieren und zu motiveren. Und was unsere FIBO-Highlights angeht: Die CURVED-Redaktion freut sich vor allem über den Digitalisierungs-Trend! Endlich können wir neben Ausdauereinheiten auch das Muskeltraining an Geräten über Wearables tracken. Spannend finden wir außerdem, dass Trainer beim Zirkeltraining die Herzfreqenz-Zonen der Trainierenden überwachen und hier noch gezielter anspornen können. Wir sind gespannt, wann Studiomitglieder flächendeckend mit Polar-Brustgurten vor einer virtuellen Leinwand schwitzen. Demgegenüber tut aus unserer Sicht aber auch die Rückbesinnung auf das Wesentliche gut: Mal alle Technik links liegen lassen und Yoga üben oder mit schönem Fitness-Equipment aus Holz trainieren hilft bestimmt auch beim Stress-Management. Letztlich wird ohnehin die wachsende Zahl der Fitnessfans bestimmen, also ihr, welche Trends sich dauerhaft durchsetzen werden und welche nicht. Falls ihr im nächsten Jahr auch mal persönlich auf der FIBO in Köln vorbeischauen wollt, merkt euch den 4. bis 7. April 2019 vor.


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