Filehoster - ein ewiges Thema

Juristen sind sich uneinig über Sachverhalt – Portale bekommen zulauf

Wir schreiben den 8. Juni im Jahr 2011: In Deutschland, Frankreich sowie Spanien führen Ermittler Razzien gegen die Hintermänner eines bedenklichen Filmeportals durch. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hatte bei der Staatsanwaltschaft Dresden eine Anklage gegen die Betreiber der heiklen Filmeplattform „Kino.to“ eingereicht. Bei der daraus resultierenden Razzia werden 13 Personen verhaftet. Zeitgleich geht das Hauptportal mit zahlreichen Nebenseiten vom Netz. Wie spätere Untersuchungen ergeben, besuchten pro Monat bis zu vier Millionen Menschen die Plattform. Juristen stritten sich darüber, ob die Besucher der Webseite im Nachhinein belangbar seien. Ein Teil der Rechtsanwälte geht davon aus, dass die Nutzer haften müssten. Der andere Teil sieht das nicht so, da das Filmmaterial nicht von der Plattform heruntergeladen wurde, sondern lediglich gestreamt, also nur online angesehen wurde. Ein reines Streaming stelle noch keine Urheberrechtsverletzungen dar. Erst beim Uploaden würde man sich strafbar machen, so die Auffassung mancher Juristen.
Ermittlungen gegen Nutzer aufgenommen

Die Generalanwaltschaft Dresden gab Anfang Februar 2012 bekannt, dass man Sanktionen gegen die Premium-User verhängen wolle. Als Premium-User werden Personen bezeichnet, die Produkte einer Seite kostenpflichtig erwerben. Im Falle Kino.tos haben diese regelmäßig Beiträge gezahlt, um das komplette Angebot nutzen zu können. Bei der Beschlagnahmung der Server im Juli 2011 wurden auch die Kontodaten der Premium-Nutzer sichergestellt. Auf Basis dieser Informationen probiert aktuell Dresdner Anwaltschaft Verfahren einzuleiten. "Im Verlauf des Streaming-Vorgangs bei Filmen über das Internet erfolgen diverse Speicherungen. Auf dem Endgerät des Nutzers erfolgt stets eine vorübergehende Speicherung. Sie wird durch den Nutzer ausgelöst und liegt in seinem Machtbereich. Das ist rechtlich eine Kopie. Eine Kopie von einer illegalen Vorlage - worum es sich bei den Filmen über kino.to regelmäßig gehandelt hat – ist selbst auch immer illegal. Die Nutzung von illegalen Streams über illegale Portale wie kino.to ist somit selbst illegal“, argumentierte die GVU das Vorgehen.
Momentan sorgt ein anderer Filehoster für Furore: Megaupload. Anfang 2012 gingen hier die Lichter aus. Kim Schmitz, der das Portal leitete, wurde vor Kurzem wieder aus der Haft entlassen, nachdem er eine Kaution bezahlt hatte. Mit seinem Filmearsenal erwirtschaftete er rund 175 Millionen Dollar. Diese stammten vorrangig von Werbeeinnahmen.
Großer Zuspruch

Schon 2011 zeigten sich die User nach der Schließung von Kino.to  empört. Im Internet wurden bestimmte Seiten von Hackern – wie auch bei Megaupload – attackiert und über mehrere Stunden lahmgelegt. Es wurde eifrig nach Ersatzwebseiten gesucht. Zuhauf wurden diese auch erfolgreich gefunden. Sollte die Generalanwaltschaft Dresden allerdings Erfolg haben, könnten den Filehostern bald die geliebten Nutzer davonlaufen.