Filme zum Weinen: Bei diesen 10 Streifen liegt ihr verheult in der Ecke

E.T. hat uns vor Jahrzehnten begeistert – und kann es noch, wenn ihr dem Film wieder eine Chance gebt.
E.T. hat uns vor Jahrzehnten begeistert – und kann es noch, wenn ihr dem Film wieder eine Chance gebt. (© 2018 picture alliance / United Archiv)

Seien wir ehrlich: Es gibt Tage, an denen sitzt der Kloß im Hals und will nicht weg. Was dann hilft? Einen rührseligen Film anmachen und sich schluchzend auf der Couch zusammen rollen wie ein Shrimp. 

Vorab, bevor ihr euch aufregt: Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern entsprang einer rührseligen Diskussion darüber, wer bei welchem Film verheult und zusammengekauert auf der Couch lag und wieso. Der eine heult halt bei Liebesgeschichten, der andere bei rührseligen Tierfreundshaften – wir werden nicht verraten, wer was beigesteuert hat. Aber hier ist sie, die Liste der Filme, bei denen man schon mal vorsorglich die Embryostellung einnehmen sollte. Ist eurer dabei?

1. "The Pursuit of Happyness": Das Streben nach Glück

Chris Gardner (Will Smith) ist ein junger Familienvater, dessen Leben nicht nach Plan verläuft, dann aber komplett den Bach runtergeht: Er verliert seine Frau, sein Zuhause, seine Arbeit – nicht aber das Ziel vor Augen. Er lässt sich nicht unterkriegen. Zusammen mit seinem kleinen Sohn schlägt er sich auf der Straße durch, steht jeden Abend für ein Bett im Obdachlosenheim an und erreicht einen persönlichen Tiefpunkt nach dem anderen. Die Schleusen gehen spätestens an, als Chris und sein Sohn gezwungen sind, sich einen sehr würdelosen Schlafplatz zu suchen. Traurig und gleichzeitig erbaulich: Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit.

2. "House of Fog and Sand": Haus aus Sand und Nebel

Das ist ungelogen einer der traurigsten Filme aller Zeiten, denn die Handlung ist einfach so unfassbar unfair! Ein einfacher bürokratischer Irrtum treibt gleich zwei Existenzen in den Ruin: Als Behrani (Sir Ben Kingsley) mit seiner Familie aus dem Iran geflüchtet ist, hat er dieser ein besseres Leben versprochen. Mit seinen allerletzten Mitteln und Kräften kauft er bei einer Zwangsversteigerung ein baufälliges Haus – der Grundstein für ein Leben in Ruhe und Frieden ist gelegt. Was Behrani nicht weiß: Die Vorbesitzerin des Hauses, die lebensmüde Kathy (Jennifer Connelly) wurde zu Unrecht ausdiesem Haus vertrieben. Sie will es zurück haben. Es beginnt ein erbitterter und verzweifelter Kampf um Gerechtigkeit – und er fordert Opfer, die nicht tragbar sind. Dieser Film schaffte es in die SPIEGEL-Liste der besten Filme aller Zeiten – zurecht, wie wir finden. Legt euch eine Familienpackung Taschentücher bereit, ihr werdet sie brauchen.

3. "The Notebook": Wie ein einziger Tag

Autor Nicholas Sparks ist dafür bekannt, so kräftig auf die Tränendrüse zu drücken, dass es euch die Tränen aus den Augen quetscht und man man wimmernd in der Ecke liegt, weil das Leben und die Liebe so schön und sinnlos zugleich sind. Diese Art der verheulten Unterhaltung bietet auch auch "The Notebook" aus 2004. Werdet Zeuge einer verbotenen Liebe, die allen Widrigkeiten trotzt und auch im Krieg nicht sterben will. Extrapunkte gibt es von uns dafür, dass Ryan Gosling mit dabei ist. Dagegen kann niemand etwas einwenden.

4. "The Boy in the Striped Pyjamas": Der Junge im gestreiften Pyjama

Bruno und Shmuel sind beide acht Jahre alt. Die beiden verbindet eine verbotene Freundschaft, geschlossen durch den Stacheldrahtzaun eines Konzentrationslagers. Bruno ist dabei auf der Sonnenseite des Zauns und Lebens. Oder etwa doch nicht? Er findet heraus, dass sein Vater nicht der Held ist, für den er ihn gehalten hat, sondern ein Massenmörder. Alle, die bei "Schindlers Liste" und "Der Pianist" schon bittere Tränen der Ungläubigkeit geweint haben, die werden auch bei "Der Junge im gestreiften Pyjama" verheult mit dem Kopf schütteln ob so viel menschlicher Grausamkeit und kindlicher Unschuld.

5. "E.T. Der Außerirdische"

Eines von vielen Meisterwerken von Steven Spielberg: E.T. ist ein putziger kleiner Außerirdischer mit einem überdimensionalen Kopf, der (ebenso wie später ALF) von den US-Behörden gesucht wird. Er findet Zuflucht bei zwei goldigen Kindern. Es entsteht echte  Freundschaft – doch leider auch Angst und Krankheit. Gebt diesem Klassiker aus dem Jahre 1982 doch noch mal die Chance, euch zu rühren. Auch wenn der Trailer unheimlich schlecht ist, der Film ist es nicht.

6. "Revolutionary Road": Zeiten des Aufruhrs

Leonardo DiCaprio und Kate Winslet sind nicht nur bei "Titanic" ein unmögliches Traumpaar, auch in "Revolutionary Road" gaben sich die beiden ein weiteres Mal die Ehre. Ein amerikanischer Vorstadt-Ort in den 50er Jahren. Hier ist die Welt noch intakt... Oder etwa doch nicht? Auch Frank (Leonardo Di Caprio) und seine Frau April (Kate Winslet) haben in dieser friedvollen Idylle nach ihrem Glück gesucht – gefunden haben beide Verzweiflung und das Gefühl zu ersticken. Frank arbeitet sich krumm in einem Job, den er hasst, damit er seiner Frau das Leben ermöglichen kann, aus dem sie so dringend ausbrechen will. Was ist aus ihrer Liebe und ihren Träumen geworden? Spoiler-Alarm: nichts Gutes!

7. "The Way We Were": So wie wir waren

Ihr heult lieber zu Klassikern? Nun, da haben wir noch was für euch, denn dieser hier sorgt seit 1973 beständig für verheulte Gesichter. Warum? Weil auch darin die Liebe eine Pein ist. Wir sehen einen bildschönen, jungen Robert Redford in Uniform und eine Barbara Streisand, die uns den schnulzigen Titelsong trällert: "Meeeemories, like the corners of my mind". Seufz. Denkt auch ihr verheult an eure erste intensive Liebe zurück, die euch durch die Lappen gegangen ist, daran wie schön es doch war und stellt euch immer wieder heulend die quälende Frage: "Was wäre gewesen, wenn...?"

Fun Fact: Dieser Klassiker wird sogar in "Sex and The City" erwähnt und auch besungen, denn es ist offenbar dieser eine traurige Liebesfilm, um den man als Ami einfach nicht herumkommt.

8. "Das Leben ist schön"

Ungelogen: einer der herzigsten Filme, die es je gegeben hat! Wer hier kein Taschentuch zückt, hat von herzerweichenden Filmen keine Ahnung. Der jüdische Italiener Guido (Roberto Benigni, der übrigens auch Regie führt) ist stets mit Witz und Erfindungsreichtum durch das Leben und all seine Widrigkeiten balanciert – und hat so Herz und Hand seiner "geliebten Prinzessin" erobern können. Zusammen mit dem kleinen Sohn Giosué führt das Paar ein glückliches Leben – bis Guido und der gemeinsame Sohn plötzlich in ein Konzentrationslager deportiert werden. Doch Guido hält an seinem Leben und seinem Humor fest und macht seinem Sohn weis, dass die Zeit im Lager nur ein Spiel ist – und beide trotz allem auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Hach, 20 Jahre sind definitiv nicht genug um über diesen Film und sein Ende hinwegzukommen. Da gehen ja schon beim Trailer alle Schleusen auf:

9. "Old Yeller": Mein Freund Jello

Seit vielen vielen Dekaden schon beutet Walt Disney gnadenlos unsere Emotionen aus. So auch mit dem Klassiker "Old Yeller" aus dem Jahre 1957. Klar, denn bei der Treue dieses Hundes kann selbst Lassie einpacken, und ein paar nützliche Lebensweisheiten zum Thema "Weiterleben mit dem Schmerz" gibt es auch noch dazu. Mit "Old Yeller" habt ihr die einmalige Chance noch mal all eure geliebten Haustiere Revue passieren zu lassen und den schmerzlichen Verlust immer wieder aufs neue zu erleben. Funktioniert auch gut für alle, die ein geliebtes Haustier haben und sich heulend daran erinnern wollen, dass auch dieses nicht unsterblich ist. Seufz.

Fun Fact: Selbst unsere Freunde aus "Friends" sind nie über das Ende von "Old Yeller" hinweg gekommen. Naja, außer Phoebe, deren Mutter ihr aus pädagogischen Gründen ein falsches Ende aufgetischt hat.

10. "Das Letzte Einhorn"

Ok, zugegeben, um bei einem Zeichentrickfilm zu heulen, muss man vermutlich emotional oder hormonell ziemlich angeschlagen sein. Dass es dennoch klappt, zeigte schon "Der König der Löwen". Doch auch "Das Letzte Einhorn" bietet Tränenpotenzial:

Heutzutage suchen alle nach sich selbst, 1982 suchte ein Einhorn seinesgleichen. Kann es wirklich sein, dass es das allerletzte Einhorn auf der Welt ist? Die Indizien sprechen dafür: Der weiche Zauber, der die Welt einst umhüllte, scheint erloschen. Gerüchte um einen bösen König und einen geheimnisvollen roten Stier deuten darauf hin, dass die Einhörner ein schreckliches Schicksal heimsuchte. "Das Letzte Einhorn" riskiert seine Unsterblichkeit um sie zu finden. Mithilfe des tollpatschigen Zauberers Schmendrik und der abgehalfterten Banditen-Braut Molly macht es sich auf den Weg ins Ungewisse – und erlebt etwas, das kein unsterbliches Wesen dieser Welt je erfahren sollte: Leid. Und das alles zum zauberhaften Soundtrack von "America". Hach, was ist das für ein schöner Film mit noch schönerer Musik!

Euer ultimativer Heul-Film war nicht dabei?

Wie eingangs erwähnt: Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer seinen eigenen Heul-Film an den (verheulten) Mann bringen möchte, möge dies bitte in den Kommentaren erledigen. Allen anderen wünschen wir einen tränengetränkten Abend und eine gute Katharsis! Und wer sich allein schon von dieser Liste erstmal erholen muss, dem legen wir diesen Trailer zum Zombie-Kracher "The Cured" ans Herz. Zombies gehen nämlich gezielt ans Hirn, nicht aber ans Herz.


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