Filmkritik: So gut ist "Solo - A Star Wars Story"

Wie trafen sich Han und Chewie?
Wie trafen sich Han und Chewie?(© 2018 Lucasfilm Ltd.)

Ein guter Start sieht anders aus: Erst feuerte Disney die beiden Regisseure des zweiten Stand-Alone-Films aus dem Star Wars-Universum, dann verdichteten sich Gerüchte, dass Hauptdarsteller Alden Ehrenreich am Set Schauspiel-Unterricht brauchte, um seine Szenen zu meistern. Hat sich all das auf die Qualität ausgewirkt?

Mit "Rogue One" gelang Disney gleich im ersten Versuch, eine für sich stehende Geschichte mit Star Wars-Hintergrund zu erzählen, ein echter Hit. Mit Produktionskosten von knapp 300 Millionen Dollar steht der Umsatz zurzeit bei über einer Milliarde. Kann Han Solo dem Mäusekonzern ähnlich viel Geld bescheren?

Wird Han seine Jugendliebe Qi'ra wiedersehen?

Die Handlung in aller Kürze

Der junge Han Solo (Alden Ehrenreich) lebt auf Corellia, einer Welt, die fest in der Hand von Gangsterbanden ist. Kein Wunder also, dass auch Han zu einer gehört. Als ein Deal schiefgeht, zieht er aber vor, mit seiner Jugendliebe Qi’ra (Emilia Clarke) zu fliehen. Doch im letzten Moment werden die beiden getrennt – Han entkommt, Qi’ra nicht. Ohne Ausweg schließt Han sich danach den Sturmtruppen an, um Pilot zu werden.

Drei Jahre später, Han ist längst von der Flugakademie geflogen, trifft der junge Mann auf die Bande von Beckett (Woody Harrelson), der ein großes Ding für die galaxisweit agierende Verbrecherorganisation Crimson Dawn plant. Dabei lernt Han nicht nur den Wookie Chewbacca kennen, sondern trifft auch auf den Anführer Dryden (Paul Bettany) und den Schmugglerkönig Lando Calrissian (Donald Glover). Kann Han durch das große Ding seinen Traum verwirklichen, Qi’ra zu befreien?

Ein Heist-Movie mit Western-Charme

Mit "Rogue One" lieferte Disney einen richtigen Kommando-Kriegsfilm aus dem Star Wars-Universum ab. "Solo" wandelt da auf anderen Pfaden und verkörpert eher einen typischen Heist-Movie. Also einen Film, der sich hauptsächlich mit der Planung und Abwicklung eines schwierigen Diebstahls beschäftigt – und in dem meist keiner dem anderen traut. Dazu packt Neu-Regisseur Ron Howard, dem etwa 70 Prozent des Films zugeschrieben werden, reichlich Western-Elemente: Schmuddelige Saloons, Shoot-Outs und ein spektakulärer Zugüberfall, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und gibt damit seinem Film ein ganz neues Flair. "Solo" ist wirklich anders als die restlichen neuen Star Wars-Filme.

Die coolste Socke der Galaxis: Lando Calrissian.

Allerdings geht das nicht ohne Schwächen ab. Vor allem die erste halbe Stunde ist so schnell und hektisch erzählt, reiht eine Verfolgungsjagd an die andere, dass der Überblick schnell einmal verlorengeht. Erst wenn Han auf Beckett und Chewie trifft, wird die Erzählweise ein wenig ruhiger und angenehmer. Und dann entwickelt Howard aus dem Drehbuch von Star Wars-Urgestein Lawrence Kasdan (schrieb die Teile 5-7) und dessen Sohn einen sehr sehenswerten Film um die frühen Jahre des Draufgängers, der noch immer zu den Lieblingsfiguren der meisten Fans zählt.

Checkliste abgearbeitet

Allerdings ist schon auffällig, wie die Kasdans jedes bekannte Ereignis aus Han Solos Leben in den Film packen. So fehlt der berühmte "Kessel-Flug" ebenso wenig wie das legendäre Glücksspiel gegen Lando um den Millennium Falken. Das wirkt manchmal wie eine Checkliste, die die Autoren abhaken müssen, um nur ja keinen wichtigen Moment auszulassen, auf den Fans vielleicht warten könnten. Das macht "Solo" ein wenig zu berechenbar, um als Fan wirklich überrascht zu werden. Dafür sind aber genau die Szenen, auf die alle warten, auch die, die sich am meisten lohnen. Der Kessel-Flug ist optisch fraglos der spektakulärste Moment des Films, das Kartenspiel an Spannung kaum zu überbieten. Trotzdem fehlt "Solo" bei all den coolen Star Wars-Augenblicken ein wenig die Überraschung. Was natürlich auch am Prequel-Charakter des Films liegt: Wer hier überleben muss, ist ebenso klar wie der ungefähre Ablauf der Geschichte.

Lässt Fanherzen höher schlagen: Han und Chewie im Falcon.

Die große Katastrophe, die manche Fans nach den Meldungen über den schwierigen Entstehungsprozess vielleicht erwartet haben, ist aber ausgeblieben. Weder ist der Film trotz mehrerer Regisseure so unterschiedlich im Stil wie beispielsweise "Justice League", noch ist Ehrenreich ein Problem. Wenn der junge Darsteller tatsächlich Unterricht am Set bekommen hat, so hat der sich bezahlt gemacht. Denn als Han Solo macht Eldenreich durchgehend eine gute Figur und spielt den jungen Schurken mit dem goldenen Herzen sympathisch und der richtigen Menge augenzwinkernden Humors. Und auch die anderen Stars liefern ab und holen aus ihren nicht immer spannenden Rollen einiges heraus, allen voran der coole Donald Glover als noch coolerer Lando.

Fazit:

"Solo – A Star Wars Story" ist sicher nicht der beste Star Wars-Film aller Zeiten und auch ein wenig schwächer als "Rogue One". Aber er unterhält trotzdem gut, bringt alte Fans regelmäßig zum Schmunzeln oder Seufzen und zeigt ein paar wirklich große Momente der Star Wars-Historie. Falls der Film Kasse macht – und die Chancen stehen gut – dann könnte es durchaus sein, dass das noch nicht der letzte Ausflug in die frühen Jahre Han Solos war. Denn Ehrenreich hat für drei Filme unterschrieben.

"Solo - A Star Wars Story" startet am 24. Mai 2018 in den deutschen Kinos.


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