Filmkritik zu "Die Unglaublichen 2". Der nächste große Pixar-Spaß?

Auch im Leben von Superhelden gibt es ruhige Momente.
Auch im Leben von Superhelden gibt es ruhige Momente.(© 2018 Disney Pixar)

Obwohl "Die Unglaublichen"“ im Jahr 2004 ein weltweiter Kassenerfolg waren, entschied Pixar damals, lieber andere Geschichten fortzusetzen als die Story um die Superhelden-Familie Parr weiterzuerzählen. 14 Jahre später gibt es nun aber doch neue Abenteuer mit dem Quintett. Ist das gut oder schlecht?

Dass Pixar nicht unbedingt einen Hit gleich ausschlachtet und lieber wartet, bis die Zeit und die Geschichte passen, ist kein Geheimnis. Nach dem großen Erfolg ihrer Superhelden-Version war es aber doch verwunderlich, dass die Firma dieses Franchise komplett links liegen ließ. Zumal Regisseur Brad Bird bereits 2007 Andeutungen machte, Ideen für einen zweiten Teil zu haben. Nun hatte Pixar also ein Einsehen – und legt mal eben einen der erfolgreichsten Filme 2018 vor – zu Recht?

Auch im zweiten Teil gerät die Familie in Bedrängnis – kann sich aber erfolgreich zur Wehr setzen.(© 2018 Disney Pixar)

Die Handlung

Seit den Ereignissen von Teil 1 sind nur wenige Wochen vergangen. Noch immer trauert Bob alias Mr. Incredible den Zeiten nach, als Superhelden noch erlaubt waren und von der Gesellschaft bewundert wurden. Doch als sich die Familie bei einem Angriff auf die Stadt wieder in Uniform wirft, um das Schlimmste zu verhindern, verursachen sie derart massiven Schaden, dass die Regierung ihnen auch noch die letzte Unterstützung streicht und den langjährigen Freund und Helfer Agent Decker abruft. Doch als alles gerade besonders schlimm aussieht, tauchen die Geschwister Deavor auf, Besitzer eines großen Technik-Konzerns und beide glühende Verehrer von Superhelden. Sie planen eine Publicity-Kampagne, um Superhelden endlich wieder ihren einstigen Status zurückzugeben. Für Bob ergibt sich daraus aber ein Problem – die beiden wollen Helen alias Elastigirl als neues Aushängeschild und nicht ihn. So bleibt Mr. Incredible nur die Hausarbeit und das Babysitten für Jack-Jack, während Helen Schurken fängt und das Image der Superhelden wieder aufpoliert. Das geht nicht lange gut.

Der Familien-Zuwachs sorgt für viele Lacher.(© 2018 Disney Pixar)

Spaß für Erwachsene

Schon länger sieht man bei Pixar eindeutig einen Trend weg vom reinen Kinderfilm und hin zu mehr erwachsenen Themen und Humor. Da bildet "Die Unglaublichen 2" keine Ausnahme. Auch wenn die Story für Kinder gut funktioniert und richtig aufregend ist, so schlagen die lustigen Momente doch klar in Richtung älteres Publikum aus. Wenn Bob daheim die Krise bekommt, weil er Haushalt, Kinder und eigenen Frust gleichzeitig bewältigen muss, dann lachen hier die Eltern garantiert lauter als ihre Kids. Und auch die ständigen Reibereien des Ehepaares finden Jüngere vielleicht witzig, Ältere verstehen aber deutlich genauer, was Drehbuch-Autor und Regisseur Brad Bird hier eigentlich meinte.

Dafür ist die eigentliche Story aber deutlich mehr für Kinder gedacht, denn sie fällt, zumindest für Erwachsene, doch relativ wenig überraschend aus. Wer hier der neue Superschurke ist, das dürften aufmerksame Zuschauer nach kurzer Zeit schon wissen. Das tut dem Spaß aber überhaupt keinen Abbruch. Denn die vielen kleinen Gags, die Bird in sein Script packt, sind ohnehin das Salz in der Suppe. So hält beispielsweise Jack-Jacks Kampf im Garten mit einem dreisten Waschbär jedem Vergleich zu den grandiosen Cartoons mit dem Roadrunner und dem Koyoten stand, das ist Slapstick vom Feinsten. Denn die Parrsche Geheimwaffe hat offenkundig mehr Superfähigkeiten als Haare auf dem Kopf und setzt sie auch fröhlich ungezwungen ein – und das ist meist brüllend komisch.

Mrs. Incredible sorgt für die spannenden Action-Einlagen.(© 2018 Disney Pixar)

Echter Superheldenfilm

Dennoch macht Brad Bird nicht den Fehler, sich zu sehr auf seine putzigen Charaktere zu verlassen. Zu einem richtigen Superheldenfilm gehört auch krachende, dynamische Action, das weiß der mittlerweile 60-jährige, erfahrene Regisseur nur zu gut. Und er liefert: Die Kämpfe zwischen den verschiedenen Superwesen, die den Film bevölkern, sind ähnlich einfallsreich und flott inszeniert wie beim großen Realfilmvorbild "Captain America: Civil War" und sorgen dafür, dass auch Fans von Action und Spannung hier nicht zu kurz kommen. Und das macht "Die Unglaublichen 2" zu einem derart starken Gesamtpaket, dass dagegen sogar Teil 1 der Reihe alt aussieht. Bereits mehr als eine Milliarde Dollar hat der Film eingespielt, obwohl er hier bei uns noch gar nicht gelaufen ist. Und das ist auch keine Überraschung. Nach seinem reichlich misslungenen "World of Tomorrow" zeigt sich Brad Bird als Autor und Regisseur wieder voll auf der Höhe.

Fazit:

"Die Unglaublichen 2" ist noch besser als der bereits tolle erste Teil der Abenteuer von Pixars Superheldenfamilie. Saukomisch, mit Humor, über den auch die Eltern gut lachen können und dazu noch mit grandiosen Actionsequenzen, die auch jedem Marvel-Film zur Ehre gereichen würden. Da fällt die etwas vorhersehbare Story nicht mehr groß ins Gewicht. Ansehen!


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