FingerReader: Dieses Wearable liest Blinden laut vor

FingerReader: mehr Barrierefreiheit beim Lesen
FingerReader: mehr Barrierefreiheit beim Lesen(© 2014 Youtube/nisreen khuffash)

Dieses Gadget könnte das Leben von Millionen verbessern. Forscher des MIT haben ein Gerät entwickelt, das am Finger getragen jeden Text vorliest.

"Warum ist das so besonders? Schließlich gibt es ja Texte schon in Blindenschrift", werden jetzt einige denken. Das mag stimmen, allerdings handelt es sich nur um einen verschwindend geringen Prozentsatz. Wer als Blinder eine Buchhandlung besucht oder sich durch das E-Book-Sortiment von Amazon stöbert, der wird nur eine extrem eingeschränkte Auswahl an Literatur finden. Ganz zu schweigen von Fachliteratur und all den Umständen, berufliche Unterlagen in Braille zu übertragen.

Nicht nur für Blinde

Mit FingerReader würde die Barrierefreiheit einen riesigen Schritt nach vorne machen. So einfach die Grundidee einer Kamera im Ring, so aufwändig war die Entwicklung, die bislang drei Jahre in Anspruch genommen hat. Das Ergebnis ist ein Prototyp, der nun nach und nach verbessert werden soll. Die Daten aus dem Finger-Gadget können dann an ein Notebook oder Smartphone übertragen werden, das den Text dann vorliest.

Dabei soll FingerReader nicht nur bei Blinden zum Einsatz kommen: Die Technologie könnte auch Menschen mit Leseschwäche, Sprach-Neulingen und Schülern sowie Studenten helfen, Texte besser zu verstehen.

Mit dem Prototypen wollen die Forscher nun Investoren begeistern, um zeitnah eine bezahlbare Version an den Start zu bringen. Laut MIT sind rund drei Prozent der Bevölkerung sehbehindert. Bedarf an einem Device, mit dem Blinde und Sehbehinderte nahezu jeden Text lesen könnten, gibt es also genug.


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