Fit für den Berlin-Marathon? So bereitet sich Lars mit der Apple Watch vor

Lars Sonnenmann: ambitionierter Hobbyläufer, Influencer und Apple-Fan.
Lars Sonnenmann: ambitionierter Hobbyläufer, Influencer und Apple-Fan.(© 2018 Lars Sonnemann)

Lars Sonnemann ist ambitionierter Hobby-Läufer und Fitness-Influencer und trainiert mit gerade mal 23 Jahren bereits für seinen sechsten Berlin-Marathon. Im Interview verrät er, was ihn antreibt. So viel vorweg: vor allem die Apple Watch Series 3, die zwar nicht als klassische Laufuhr durchgeht, aber durchaus ihre Stärken hat. Welche das sind, was er sich in Zukunft an sportlichen Innovationen aus Cupertino wünscht und was den erfahrenen Läufer sonst noch bewegt, lest ihr hier.

Monatelanges hartes Lauftraining hat er bereits hinter sich – jetzt geht es für Lars Sonnemann vor allem um das Mentaltraining: Bevor der 23-jährige Berliner Student am 16. September bei seinem sechsten Berlin-Marathon an den Start geht, hat er spannende Einblicke in sein Leben als Hobbyläufer mit uns geteilt. Dabei spielt Technik, allen voran die Apple Watch Series 3, sowie Social Media eine nicht unbedeutende Rolle.

Interview mit dem ambitioniertem Hobbyläufer und Fitness-Influencer Lars Sonnemann

CURVED: Lieber Lars, auf deinem Instagram-Kanal, dem mittlerweile 12.700 Leute folgen, erklärst du deine Lauf-Leidenschaft so: "I just felt like running". Aber ein bisschen mehr steckt schon dahinter, oder?

Lars Sonnemann: Naja ich gehe einfach gern laufen. Vor allem, weil es mir gut tut und Laufen für mich Freiheit ist. Ich genieße es, an der frischen Luft zu sein und mich auszupowern. Da bekomme ich meinen Kopf frei. Das tut ganz gut bei dem Stress durch Studium, Arbeit etc..

CURVED: Wer ist "kulikeljudi", wie du dich bei Instagram nennst, und woher kommt der Nickname?

Lars Sonnemann: Der kommt aus einem Schweden-Urlaub. "Kulikeljudi" stand dort einfach an einer Hauswand. Ich habe mal gehört, dass es so was bedeuten soll wie "Kleines" oder "Schönes". Ich hoffe zumindest, dass es etwas Nettes ist. Denn ich habe zwar schon Schweden gefragt, die konnten mir aber auch nicht sagen, was es genau bedeutet. Hoffentlich also nichts Freches oder Verletzendes. Aber immerhin war der Nickname bei Instagram nicht vergeben. Das ist ja manchmal im Internet doch etwas schwer, einen noch nicht vergebenen Namen zu finden.

CURVED: Neben Instagram hast du auch noch deinen eigenen Blog www.runwithlars.de: Siehst du dich als Fitness-Influencer oder was ist deine Mission?

Lars Sonnemann: Seitdem ich laufe fragen mich Freunde und Bekannte, was ich von meinem neuesten Schuh halte, wie sich meine Pulsuhr trägt und wie die letzte Laufreise war. Irgendwann dachte ich mir, dass ich das auch einfach aufschreiben kann. Denn mich interessiert das ja genauso bei anderen. Und so habe ich mich entschieden, meine Erfahrungen im Laufsport mit anderen auf meinem Blog zu teilen. Denn wenn ich von der Schwarmintelligenz profitieren will, muss ich auch etwas dazu beitragen.

CURVED: Und was macht der Berliner Lars Sonnemann (23), wenn er nicht rennt und darüber bloggt?

Lars Sonnemann: Puh, der Lars macht eine Menge. Ich studiere – im April habe ich nach fünf Semestern noch einmal von Volkswirtschaftslehre zu Wirtschaftspsychologie gewechselt – und will nächstes Jahr meinen Bachelor machen. Da investiere ich also viel Zeit rein. Außerdem arbeite ich in einer regionalen Bank in Berlin. Dort bin ich im Projektteam am Neubau unserer Zentrale beschäftigt. Zusätzlich engagiere ich mich in meiner Gemeinde und habe zwei Kater, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit genießen und sich gern kraulen lassen und spielen.

Über Stock und Stein: Hobbyläufer Lars Sonnemann ist die Abwechslung und der Spaß am Training wichtig.(© 2018 Ruben Elstner)

Der 6. Berlin Marathon und der 9. Marathon insgesamt – mit gerade mal 23 Jahren

CURVED: Woher kommt deine Passion fürs Laufen?

Lars Sonnemann: Ich will jetzt nicht sagen, dass sie mir in die Wiege gelegt wurde. Aber wir haben zuhause früher schon zusammen die Übertragung des Berlin-Marathon im Fernsehen geschaut und da war mir klar, dass ich das später auch mal will. Man muss ja 18 Jahre alt sein, um mitlaufen zu dürfen. Also bin ich mit 18 meinen ersten Marathon gelaufen! Seitdem war ich übrigens jedes Jahr in Berlin am Start. Sonntag ist mein sechster Lauf in Berlin und mein neunter Marathon insgesamt.

CURVED: Und wie viele Läufe hast du in diesem Jahr schon bestritten?

Lars Sonnemann: Mehr als ein Dutzend. Unter anderem war ich dieses Jahr schon zweimal in London (beim Winter Run und bei DEM Marathon), beim Bluetrail auf Teneriffa, dann habe ich letztens die Ragnar Relay von Hamburg nach St. Peter-Ording mitgemacht und der New York City Marathon folgt im November auch noch. Dann habe ich aber auch mehr als genug Rennkilometer für dieses Jahr in den Beinen stecken und mir eine Winterpause verdient.

Siegerlächeln: Lars Sonnemann hat schon 9. Marathons in den jungen Knochen – läuft bei ihm.(© 2018 Nike)

CURVED: Deine Woche besteht aber nicht nur aus Arbeit, Laufen und Bloggen oder? Es gibt sicherlich auch Krafttrainings und trainingsfreie Tage zur Regeneration?

Lars Sonnemann: Ich lege sehr viel Wert auf Regeneration, deshalb folgt auf einen Tag starker Belastung (z.B. ein Intervalltraining oder meine 30km+ Longruns jetzt in der Marathon-Vorbereitung) immer ein Ruhetag. Außerdem streue ich immer wieder Stabilitätstrainings und Workouts auf der Faszienrolle in meinen Trainingsplan mit ein. Und ich genieße meine erholsamen Ausfahrten auf dem Rad zum Ausgleich sehr. Von Bar-, Kino- und Restaurantbesuchen mit Freunden mal abgesehen, die natürlich auch nicht fehlen dürfen. Denn Sport bedeutet mir viel, aber nicht alles. Die Balance im Leben macht es.

Lars starkes Herz schlägt auch für Technik: vor allem für die Apple Watch Series 3 

CURVED: Neben sportlichen Herausforderungen schlägt dein Herz auch noch für Technik, stimmt’s? Auf deinem Blog veröffentlichst du diverse Testberichte über Wearables.

Lars Sonnemann: Ja, denn auch wenn ich mich viel bewege und Fitnesstracker etc. nicht unbedingt brauche, um mich zur Bewegung zu motivieren, mag ich einfach die Daten. Und erst recht, wenn die spielerisch verpackt sind wie mit den Ringen, die man bei der Apple Watch täglich zu schließen versucht. Das ist einfach cool und lässt mein Herz höher schlagen. Denn am Ende des Tages ist es immer eine Bestätigung, wenn man seine Ziele erreicht. Erst recht, wenn man seinem Körper damit auch noch was Gutes tut.

CURVED: Aktuell willst du herausfinden, ob die viel gelobte Apple Watch Series 3 sich für das Marathon-Training eignet. Du trainierst schon seit geraumer Zeit mit der Apple Watch. Wo siehst du Stärken und Schwächen?

Lars Sonnemann: Natürlich lässt sich eine Smartwatch nicht eins zu eins mit einer reinen Laufuhr vergleichen. Gerade was die Bedienung angeht, haben reine Laufuhren meiner Ansicht nach einen klaren Vorteil, da sämtlichen Funktionen sich rein auf das Laufen fokussieren. Das ist mir besonders bei Intervalltrainings aufgefallen, denn hier stößt die Apple Watch Series 3 leider schnell an ihre Grenzen: Bedienung mit Digital Crown, Seitentaste und Touchdisplay finde ich eher ungünstig, da ist eine Uhr mit Knöpfen an der Seite oder programmierbaren Trainings besser geeignet. Bei normalen Longruns steht die Apple Watch Laufuhren aber in nichts nach und gerade die Möglichkeiten, unterwegs Musik zu hören oder (sofern die LTE-Version vorhanden ist) im Notfall telefonieren zu können, sind genial. Genauso wie die lange Akkulaufzeit. Da spielt die Apple Watch ihr Können aus. Genauso mit der Optik: Im Gegensatz zu den meisten Laufuhren macht sich die Apple Watch auch zum Anzug ganz gut. So beschränkt sich mein Tracking nicht nur auf die Freizeit. Bei sehr langen Strecken, ab 30 Kilometern aufwärts, weicht die gemessene GPS-Distanz mit der Nike-App teils stark ab. Das hatte ich mit Strava nie und darf eigentlich auch nicht sein.

Lars ist ein Fan der Apple Watch Series 3, auch wenn diese keine klassische Laufuhr ist.(© 2018 Lars Sonnemann)

CURVED: Wie zufrieden bist du mit der Trainingsauswertung durch die Apple Watch?

Lars Sonnemann: In der Regel trainiere ich mit der Nike Run Club-App und Strava. Hier bin ich bei den Auswertungsmöglichkeiten also an die Drittanbieter gebunden und dementsprechend eingeschränkt. Zumindest, sofern ich bei Strava nur die kostenfreie Version nutze. Alles in allem ist das für ein normales Training aber ausreichend – bin ja kein Profi.

CURVED: Nutzt du zum direkten Vergleich auch andere Geräte oder einen Brustgurt beim Training?

Lars Sonnemann: Gerade am Anfang bin ich häufig mit der Apple Watch Series 3 und einer TomTom Adventurer zugleich gelaufen, um einen gewissen Vergleich zu haben. Dabei waren die Messergebnisse von Laufstrecke mittels GPS, Herzfrequenz, etc. immer recht ähnlich. Wobei natürlich klar ist, dass eine Messung am Handgelenk mittels optischem Sensor immer ungenauer ist als ein Brustgurt. Deshalb habe ich im Training auch immer wieder einen getragen. Leider unterstützt die Apple Watch kein ANT+, weshalb die bei mir vom Fahrradcomputer vorhandenen Brustgurte von Garmin nicht funktionierten, die lediglich ANT+ und kein Bluetooth unterstützen.

CURVED: Welche übergreifenden Sport-Plattformen nutzt du und funktioniert das gut mit der Apple Watch?

Lars Sonnemann: Wir haben mit Arbeitskollegen eine Strava-Gruppe, in der ich aber nur selten aktiv bin. Vor allem nutze ich Strava für meine Ausfahrten auf dem Rennrad und freue mich immer, wenn ich mich in dem einen oder anderen Segment nach oben kämpfen und verbessern konnte. Insgesamt nutze ich für den Austausch und zur gegenseitigen Motivation aber lieber Instagram.

Das Training und die Erwartungen an den Berlin Marathon 2018

CURVED: Wie sieht deine Vorbereitung für den Berlin Marathon grob aus, also wie viel Zeit und Kilometer planst du pro Woche etwa ein?

Lars Sonnemann: Nach dem London-Marathon Ende April habe ich erst einmal ein paar Wochen entspannt und bin dann wieder locker ins Training eingestiegen. Ab Ende Juni habe ich mich spezifisch auf den Berlin-Marathon vorbereitet. Zuletzt war ich bei 60 bis 75 Kilometer pro Woche verteilt auf vier Trainingseinheiten. Vom entspannten Lauf für den Kopf über harte Intervalltrainings mit 2.000- und 3.000-Meter-Intervallen bis hin zu 37-Kilometer-Longruns war alles dabei. Wichtig ist mir aber vor allem, dass es Spaß macht. Im Zweifelsfall kann ein Training deshalb auch mal spontan angepasst werden.

CURVED: Folgst du Trainingsplänen, die du dir selbst erstellst oder hast du einen Coach und Mentor?

Lars Sonnemann: Früher hatte ich einen Coach, der sich um meinen Plan gekümmert hat. Im Endeffekt geht es mir aber nicht zwangsweise um Bestzeiten, sondern vor allem den Spaß am Laufen. Und das ist dann manchmal etwas zu kurz gekommen. Nachdem ich mich intensiv mit den Trainingsgrundlagen auseinandergesetzt habe, habe ich nun meinen Trainingspläne immer selbst ausgearbeitet. In regelmäßigen Abständen lasse ich gern immer mal wieder meine Form checken und habe zuletzt auch vom Profi meinen Trainingsplan checken und an ein, zwei Stellen optimieren lassen, insgesamt organisiere ich mich, was das angeht, aber lieber selbst.

CURVED: Apropos Mentor: Wie wichtig ist mentales Training für dich und kann dich die Apple Watch auch hier in irgendeiner einer Form unterstützen?

Lars Sonnemann: Mentales Training ist besonders in Bezug auf einen Marathon das A und O. Ich habe eine Meditations-App auf meinem iPhone und nutze auch gern die Atem-App auf meiner Apple Watch, um in der Bahn oder im Büro kurz durchzuatmen und mich wieder zu fokussieren, wenn ich an einem stressigen Tag auf der Durchreise bin. Technik gehört für mich aber nicht grundsätzlich zum Mentaltraining. Insbesondere jetzt in Vorbereitung auf den Marathon habe ich meine Routine gern auch ohne technische Unterstützung gemacht. Nach acht Marathons weiß ich, wo die Herausforderungen liegen und wie ich meinen Kopf fit kriege. Sollte man sich auf dem Gebiet nicht sicher fühlen, gibt es aber bestimmt auch dafür Apps.

Lars Medaillensammlung kann sich sehen lassen!(© 2018 Lars Sonnemann)

CURVED: Die Apple Watch ist weit mehr als eine Sportuhr: Welche Features schätzt du im Alltag besonders?

Lars Sonnemann: Die Aktivität-App als Tracker für meine tägliche Bewegung, Fußballergebnisse und Liveticker unterwegs mit OneFootball und TorAlarm, dezent E-Mails checken mit der E-Mail-App und hin und wieder (vor allem aber beim Sport) höre ich über die Watch sehr gern Musik.

CURVED: Welche smarten Features der Zukunft würdest du dir noch aus Cupertino wünschen, für Sport und/oder Alltag?

Lars Sonnemann: Für Sport wäre ein App mit einer vernünftigen Funktion für Intervalltrainings wünschenswert. Denn mit der Watch kann ich vorab kein festes Programm für ein Intervalltraining festlegen, das mich während des Trainings mit Warm-up, Intervallen, Pausen und Cool-down quasi anleitet. Da wäre es mir auch egal, ob die Funktion in der Apple-eigenen Trainings-App oder von Drittanbietern wie Strava oder Nike zur Verfügung gestellt wird. Genauso wird der barometrische Höhenmesser nicht genug genutzt. Gerade wenn man in den Bergen unterwegs ist, wären mittels Luftdruckveränderung generierte Unwetterwarnungen ein Traum. Und als Mitarbeiter aus der Finanzwirtschaft freue ich mich, wenn ich bald auch in Deutschland mit meiner Apple Watch bargeldlos zahlen kann, das vermisse ich echt.

CURVED: Lieber Lars, vielen Dank für deine Zeit, und nun wünschen wir dir alles Gute für deinen sechsten Berlin Marathon! Welches Ziel hast du dir gesetzt?

Lars Sonnemann: Sehr gern. Ich wäre mit einer Zielzeit von 3:10 bis 3:20 Stunden sehr glücklich. Das wäre eine Verbesserung um 15 bis 25 Minuten. Meine derzeitige Bestzeit steht seit 2014 bei 3:35 Stunden und in den letzten Monaten habe ich hart trainiert.

Weitere Artikel zum Thema
Apple Watch Series 4: Neue Gerüchte zur Optik und weite­ren Funk­tio­nen
Tina Klostermeier6
Her damit !23Hier ist noch die aktuelle Apple Watch Series 3 zu sehen, doch neuesten Gerüchten zufolge, dürfen sich Fans besonders auf die Optik sowie neue Funktionen des Nachfolgers freuen.
Am 12. September wird Apple auf seiner Keynote neben neuen iPhones auch die Apple Watch Series 4 vorstellen. Ein geleaktes Bild heizt die Gerüchte an.
Apple Watch Series 1: Keine Smart­watch ist derzeit erfolg­rei­cher
Francis Lido2
Die aktuelle Apple Watch verkauft sich nicht ganz so gut wie die Series 1
Die Apple Watch Series 1 verkauft sich offenbar hervorragend: Keine andere Smartwatch wechselte zuletzt häufiger den Besitzer.
Apple Watch: Zukünf­tige Modelle können womög­lich Blut­zu­cker messen
Christoph Lübben
Her damit !5Mit einer zukünftigen Apple Watch habt ihr womöglich einen Blutzucker-Messer zur Hand
Wird die Apple Watch für Diabetiker bald deutlich relevanter? Einem Patent zufolge entwickelt Apple einen Sensor zum Messen von Blutzucker.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.