Fitbit Charge 3 und Garmin vivosmart 4: Neue Fitnesstracker im Vergleich

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Ihr seid auf der Suche nach einem neuen Fitnesstracker? Wir haben zwei nagelneue verglichen: den Fitbit Charge 3 und Garmins vivosmart 4.
Ihr seid auf der Suche nach einem neuen Fitnesstracker? Wir haben zwei nagelneue verglichen: den Fitbit Charge 3 und Garmins vivosmart 4.(© 2018 Fitbit Inc.)

Mit dem Fitbit Charge 3 und dem Garmin vivosmart 4 erscheinen im Spätsommer, bzw. Herbst 2018 zwei neue Fitnesstracker mit Pulsmessung. Was die beiden Wearables sonst noch gemeinsam haben und was sie unterscheidet, erfahrt ihr in unserem Vergleich.

Sowohl Garmin als auch Fitbit haben sich ihre erfolgreichsten Fitnesstracker noch einmal vorgeknöpft und jeweils eine Neuauflage herausgebracht. Beide Geräte orientieren sich optisch stark am Vorgängermodell, bringen aber erweiterte Funktionen für Sport und Alltag mit: Smarter denn je sollen sie sein, jedoch ohne die Nutzer zu überfordern. Sowohl Garmin als auch Fitbit haben das Schlaftracking optimiert. Was beide noch gemeinsam haben: Ein Touchdisplay und die Fähigkeit, verschiedene Sportarten – darunter neuerdings auch Schwimmen – zu tracken sowie eine Einschätzung des Fitnesslevels dank Herzfrequenzsensoren und VO2max-Ermittlung. Gängiges Zählen von zurückgelegten Schritten, Stockwerken bis hin zu verbrannten Kalorien und Smart Notifications dürfen natürlich nicht mehr fehlen. Worauf beide Tracker nach wie vor verzichten ist GPS. Hier gehen die Hersteller davon aus, dass die Nutzer ihr Handy sowieso immer dabei haben und haben sich zugunsten längerer Akku-Laufzeit gegen integriertes GPS entschieden.

Body Battery versus Smart Tracking

Garmin präsentierte den im Vergleich zum Vorgänger leicht abgerundeten Fitnesstracker vivosmart 4 mit Touchdisplay in vier Farben mit modischen Metallelementen. Gewohnt schlank, leicht und dezent wie der vivosmart 3, bringt vor allem der Body Battery Index sowie das überarbeitete Schlaftracking innovative Neuerungen. Über das Batterie-Symbol auf dem Display können Nutzer sehen, wie fit und belastbar der Fitnesstracker sie aktuell einschätzt und Training wie Alltag besser darauf abstimmen. Als Grundlage für die Bewertung trackt das Armband den Stresslevel, die Herzfrequenz-Variabilität, die Schlafqualität sowie Aktivitäten. So sollen Nutzer lernen, besser auf ihren Körper zu hören und bestimmte Verhaltensweisen optimieren. In Ergänzung dazu hat Garmin die Schlafanalyse verbessert: Mit der neuen Pulse-Ox-Funktion kann der vivosmart 4 bis zu vier Stunden lang den Sauerstoffgehalt des Blutes im Schlaf erfassen.

Die dritte Auflage des Fitbit Charge hat erstmals ein OLED-Touchdisplay, das laut Hersteller fast 40 Prozent größer und heller ist als beim Charge 2 sein soll. Optisch kommt er noch etwas schnittiger, sprich filigraner, daher – nicht nur aus Design-Gründen, sondern auch aus ganz praktischen: Erstmals ist das Charge 3 wasserdicht bis 50 Meter und eignet sich explizit auch für das Schwimmtraining. Darüber hinaus hat Fitbit wie Garmin vor allem am Zusammenspiel von Sensoren und Software geschraubt: Dank verbesserter Herzfrequenztechnologie soll der Charge 3 genauere Aussagen zur Ruheherzfrequenz, Kalorienverbrauch und Schlaftracking ermöglichen. In Zukunft soll das Charge 3 sogar Atemstörungen als Anzeichen für Gesundheitsprobleme wie Allergien, Asthma oder Schlafapnoe erkennen.

So sieht er aus, der neue Charge 3 von Fitbit mit größerem Display und genauerem Tracking.(© 2018 CURVED)

Erhalten geblieben sind dem neuen Charge 3 die erweiterten Gesundheits- und Fitnessfunktionen zu 15 Trainingsmodi und Smart-Tracking: Dank Fitbits automatischer Übungserkennung müssen Nutzer Trainings nicht manuell auf dem Display starten, sondern das Armband dokumentiert diese von alleine.

Wer vor dem Training gerne mal vergisst, aufs Knöpfchen zu drücken, hat bei Fitbit mit dem Smart-Tracking sportlich einen Vorteil – das soll sogar den Schwimmstil erkennen und die einzelnen Züge zählen. Zwar erkennt auch Garmins vivosmart 4 dank der Move-IQ-Funktion automatisch Aktivitäten wie Gehen, Schwimmen, Radfahren und Crosstrainer-Training und trackt diese automatisch – ebenso wie er Wiederholungen beim manuell gestarteten Krafttraining zählen soll – aber im Test mit den Vorgängermodellen hat das Smart Tracking bei Fitbit aus Sicht der Redaktion deutlich besser funktioniert.

Auch bietet Fitbit seit dem Update der Fitbit-App diesen Sommer für Frauen einen integrierten Zyklus-Tracker. Personalisierte Animationen über Aktivitäten, Herzfrequenz, Ernährung und Schlaf sollen Nutzer noch besser motivieren und Tipps durch den App-Coach noch besser dabei unterstützen, Ziele zu erreichen. Erinnerungsfunktionen für mehr Bewegung im Alltag, die Verfolgung von Trainingszielen und Atem-Training zum Entspannen runden die Gesundheitsfeatures bei Fitbit wie bei Garmin ab.

Der Akku- und Preis-Vergleich und Fitbit Pay

Laut Hersteller soll die Akkuleistung beim Garmin vivosmart 4 als auch beim Fitbit Charge 3 bis zu sieben Tagen reichen. Garmins vivosmart 4 ist ab sofort in vier Farben (Schwarz, Hellgrau/Silber, Dunkelrot/Roségold, Hellblau/Silber) mit metallischen Akzenten in Silber, Roségold und Schwarz für 139,99 Euro (UVP) erhältlich.

Garmins vivosmart 4 ist in vier Farben erhältlich, die Bänder lassen sich allerdings später nicht mehr tauschen.(© 2018 Garmin Deutschland GmbH)

Der Fitbit Charge 3 kann bereits über die Fitbit-Webseite vorbestellt werden, ist aber erst ab Oktober in verschiedenen Looks ab 149,95 Euro (UVP) verfügbar: in Schwarz mit einem Gehäuse aus Graphit-Aluminium oder in Blau-Grau mit einem Gehäuse aus Roségold-Aluminium. Als Zubehör gibt es klassisch sportliche Silikonarmbänder, Lederarmbänder oder gewebte Bänder zwischen 30 und 70 Euro zu kaufen. In der Special Edition kommt das Charge 3 im weißen Silikon-Sportband mit einem Graphit-Aluminium-Gehäuse oder im lavendelfarbigen Strick-Armband mit einem rosevergoldeten Aluminium-Gehäuse für 169,95 Euro (UVP) mit der kontaktlosen Bezahlfunktion Fitbit Pay.

Fitbits Charge 3 gibt es in verschiedensten Ausführungen und die Armbänder können beliebig getauscht werden.(© 2018 Fitbit Inc.)

Fazit: Fitbit animiert, Garmin informiert

In Sachen Alltags-,  Sport- und Schlaftracking sowie einer Einschätzung der persönlichen Fitness und Atemübungen zur Entspannung stehen sich der vivosmart 4 und das Charge 3 in nichts nach. Beide verfügen über ein Touchdisplay, einen Pulssensor und Smart Notifications – wobei man hier über Termine und Nachrichten auf dem Handy informiert wird, ohne diese direkt auf dem Handgelenk lesen und ausführlich beantworten zu können. Dafür gibt es bei beiden Geräten lediglich vordefinierte Schnellantworten. Auch GPS und ein integrierter Musik-Player oder Anbindungen zu Musikstreaming-Diensten fehlen beiden Fitnesstrackern. Dafür reicht die Akkuleistung beider Geräte rund eine Woche. Preislich bewegen sich der Charge 3 und der vivosmart 4 ebenfalls in einer Liga. Kommen wir nun zu dein kleinen, aber feinen Unterschieden.

Wer weniger Animationen und "Schnickschnack" bevorzugt, aber einen detaillierten Activity Tracker für seine Fitness und Gesundheit sucht, ist mit Garmins vivosmart 4 bestens beraten: Die Garmin Connect App besticht seit jeher eher durch ihre sachliche Datenaufbereitung. Sie ist zwar auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, weil sie sehr viele Fitnessdaten sammelt, bringt einen damit auf lange Sicht aber auch weiter, wenn man konkrete Fitnessziele verfolgt. Im Alltag reicht mit dem Garmin vivosmart 4 aber ein Blick aufs Display, um zu verstehen, wie es um die "Körperbatterie" bestellt ist. Allerdings ist das Touchdisplay deutlich kleiner und die Armbänder lassen sich nicht austauschen, wie bei Fitbits Charge 3, der in Sachen Design, App und Motivation aus unserer Sicht im direkten Vergleich noch etwas mehr zu bieten hat. Wer mit seinem Fitnessarmband statt mit EC-Karte oder Bargeld einkaufen gehen möchte, kann sich das Charge 3 in der Special Edition kaufen.

Zum Charge 3 gibt es bereits ein erstes Hands-on von Jan. Wie die beiden Activity Tracker dann wirklich in der Praxis performen, das steht in naher Zukunft auf einem anderen Artikel-Blatt geschrieben. Wenn ihr euch bis dahin einen Überblick über das Portfolio von Fitbit und Garmin verschaffen wollt und mal sehen, welche derer Geräte sich eigentlich am besten für eure sportlichen Ziele eignen, lest unsere verlinkten Ratgeber.


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