"Flappy Bird": Dieses Spiel treibt Euch in den Wahnsinn

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Indie-Erfolg "Flappy Bird": Kaum gestartet, schon ist das Spiel wieder vorbei
Indie-Erfolg "Flappy Bird": Kaum gestartet, schon ist das Spiel wieder vorbei(© 2014 Flappy Bird Screenshot)

Es ist schlecht designt, hat keine Story und sorgt für Frust pur. Trotzdem kann ich nicht aufhören, "Flappy Bird" zu spielen. Und mit mir 50 Millionen. Warum? Der Versuch einer Erklärung.

Die braucht es. Denn "Flappy Bird" dominiert gerade die Download-Charts in Apples App Store und Googles Play Store. 50 Millionen Mal wurde das Spiel schon auf Smartphones heruntergeladen. Das kostenlose Game ist momentan sogar beliebter als "Snapchat". Ihr wisst schon: Das Unternehmen, das erst kürzlich ein Kaufangebot über drei Milliarden Dollar von Facebook ausgeschlagen hat.

Worum geht es in Flappy Bird? Das Spielprinzip ist in einem Satz erklärt: Per Fingertipp kontrolliert Ihr die Flughöhe eines pixeligen Vogels, der zwischen unterschiedlich hoch angeordneten Röhren hindurch fliegen muss. Es gibt keine schön designten Levels, keine Handlung, kein Ende. Das Ziel ist lediglich ein neuer Highscore. Für jede passierte Röhre gibt es einen Punkt.

Was sich so einfach anhört, ist tatsächlich bockschwer. Die Wahrscheinlichkeit, nach den ersten fünf Minuten das Smartphone vor Wut in die Ecke zu pfeffern, ist extrem hoch. Hier ist eine Abriss Eurer ersten zehn Sekunden in “Flappy Bird”: Das Spiel startet. Ihr denkt: “Hey, der Hintergrund erinnert mich an Super Mario!” Ihr drückt auf “Start” und Euer Vogel fällt wie ein Stein Richtung Boden. Ihr drückt wie wild auf dem Display herum, fangt ihn ab und glaubt, das Spiel endlich zu beherrschen. Nach fünf Sekunden kracht Ihr vor die erste Röhre. Game over! Genauso müsst Ihr Euch die nächste halbe Stunde vorstellen, in der Ihr vergeblich versucht, den kleinen “Flappy Bird” länger als zehn Sekunden in der Luft zu halten.

Game Over nach fünf Sekunden

Bei mir - und mit dieser Einstellung scheine ich nicht alleine zu sein - setzt in diesem Moment der Ehrgeiz ein. Als passionierter Konsolen-Gamer, der schon in den Neunzigern Tage und Nächte in Super Mario auf dem GameBoy verbracht hat stellte ich schon nach kurzer Zeit meine Fähigkeiten in Frage. Wieso schaffe ich es nicht, länger als fünf Sekunden einen Vogel durch zwei Röhren fliegen zu lassen? Was ist so schwer daran? Und warum rege ich mich so sehr über ein Spiel auf, nur um es dann weiter zu versuchen?

Hinter dem Spiele-Hit steckt der vietnamesische Entwickler Dong Nguyen, der selbst von dem Erfolg überrascht zu sein scheint. Kein Wunder: Das Spiel ist immerhin in nur zwei Tagen entstanden. Außerdem gibt es “Flappy Bird” bereits seit Mai 2013 in den App-Stores. Woher der plötzliche Hype um das Indie-Game kam, ist unklar. Doch scheinbar lieben die Leute das Frust-Spiel. Im App Store kommt “Flappy Bird” auf fast 600.000 Bewertungen mit vier von fünf Sternen. Zum Vergleich: Facebook kommt auf lediglich 4000 Bewertungen mit 3,5 Sternen. Allerdings meinen Kritiker, dass das Spielestudio hinter Nguyen, dotGears, die Rankings mit Bots fälscht.

Dennoch: “Flappy Bird” ist genial. Und das aus mehreren Gründen:

  •  Es ist mobiles Gaming in Reinform: schnell gestartet dauert eine Runde meist nicht länger als wenige Sekunden. Damit eignet sich das Spiel perfekt, um es zwischendurch zu zocken.
  • Wer schon einmal Super Mario oder Angry Birds gedaddelt hat, versteht das Spielprinzip - und wird auch ein bisschen nostalgisch
  • Ohne große Grafikeffekte funktioniert das Spiel auch auf älteren Geräten gut.
  • Alle spielen es, sodass man sich mit anderen direkt messen kann.
  • Die Spielfigur, der knubbelige “Flappy Bird”, ist süß.
  • Es macht wütend, weil es so knifflig ist. Und knifflige Spiele sind selten geworden. Zu oft kann ich mangelnden Ehrgeiz mit Geld ausgleichen und mit Vorteile erkaufen. Darauf verzichtet das Indiegame. Und das ist auch gut so.

All diese Faktoren scheinen dazu beizutragen, dass das Spiel mittlerweile 50.000 Dollar am Tag in die Kassen der Entwickler spült. Denn die kostenlose App finanziert sich über Werbeeinblendungen. Via Twitter verkündete Nguyen, dass "Flappy Bird" nach iOS und Android in Kürze auch für Windows Phone erhältlich sein soll.


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