Fotolia macht Eure Smartphone-Fotos zu Geld

Mit professionellen Smartphone-Fotos kann man Geld verdienen
Mit professionellen Smartphone-Fotos kann man Geld verdienen(© 2014 CC:Flickr/Play Among Friends, pixelmaster-x)

Phoneographie, professionelle Smartphone-Fotos, sind ein Trend gerade für Bildagenturen. Fotolia feiert erste Erfolge mit dem neuen Geschäftsmodell.

Vor Monaten startete bereits EyeEm seinen Marktplatz für Smartphone-Pics. Dann folgte der europäische Microstock-Marktführer Fotolia. Dieser ergänzte am Montag seine iPhone-App um eine Android-Version und ein eigenes Android-Angebot. Offenbar ein voller Erfolg. Wie ein Sprecher gegenüber CURVED verriet, wurde die neue Applikation bereits über 14.000 heruntergeladen.

Fünf Millionen potentielle Käufer

Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Mit Hilfe der App lassen sich direkt vom eigenen Smartphone die Bilder hochladen und innerhalb der Fotolia-Community anbieten. Zur Zeit soll diese rund fünf Millionen Bild-Produzenten und Verkäufer umfassen. Wird ein Bild verkauft, erhalten die Handy-Fotografen eine Provision.

Was heißt das konkret? Die Plattform verlangt für ein Bild der "Fotolia Instant Collection" im Standard-Tarif drei Credits (das entspricht rund 3 Euro und in der erweiterten Lizenz 30 Credits - rund 30 Euro). Der Fotograf erhält nun - entsprechend seines Fotolia-"Rankings" - eine Kommission vom Verkaufspreis. Diese liegt zwischen mindestens 20 Prozent und maximal 63 Prozent vom Verkaufspreis. Je höher der Verkaufsrang, desto höher die Kommission. Der Verkaufsrang wiederum richtet sich nach der Anzahl der verkauften Fotos.

Auch EyeEm bietet ein ähnliches Modell an

Der Instagram-Konkurrent EyeEm hat vor Monaten bereits ein ähnliches Angebot platziert. Die Berliner verfolgen allerdings ein gänzlich andere Preispolitik. Der minimale Startpreis, der bei ihnen ein Foto bringen kann, liegt bei einem Euro. Dabei können die Fotografen selbst bestimmen, wie viel sie für ein Bild verlangen wollen. Die eine Hälfte des Umsatzes geht an die EyeEm-Mitglieder, den Rest behält die Web-Company. Ab einem Guthaben von zehn Euro überweisen die Berliner die Einnahmen. Noch befindet sich das Angebot in der geschlossenen Betaphase. Der offizielle Start soll schon bald erfolgen. Interessierte können sich jetzt registrieren.

Wichtig für alle Fotografen ist dabei, dass sie niemals die kompletten Rechte an ihren Werken abtreten. Es stehen jeweils nur nicht-exklusive Nutzungsrechte zum Verkauf. Genaue Zahlen über Erfolg und Misserfolg des EyeEm-Angebotes sind noch nicht bekannt.

Seit dem Start der Instant-Apps von Fotolia luden die Fotografen mehr als 135.000 Pics hoch, von denen breits über 50.000 Bilder verkauft werden konnten. Das ist natürlich ein Argument für Fotolia. Je mehr ein Anbieter auch tatsächlich verkaufen kann, desto besser sind die Chancen aller Nutzer, die eigenen Bilder besser zu Geld machen.

"Smartphone-Fotografie wird ein großer Trend, den wir nicht ignorieren dürfen"

Der Fotolia-Gründer Oleg Tscheltzoff erklärt gegenüber CURVED, dass Instant tatsächlich lediglich ein Experiment gewesen sei. "Wir wussten, dass Smartphone-Fotografie ein großer Trend werden wird, den wir nicht ignorieren dürfen. Jetzt stellen wir fest, dass Instant eine Quelle für frische Bildmotive und Triebkraft für unsere Verkäufe ist, wie wir es nie erwartet hätten." Der Manager geht mittlerweile davon aus, dass der Start der Android-App und der damit erheblich vergrößerten Zahl an potenziellen Fotografen und Bildbearbeitern seinem Angebot noch einmal einen "weiteren Schub verleihen wird".

"Diese neue Generation der Smartphone-Fotografen zeichnet sich durch eine frische, jugendliche, unverbrauchte Bildsprache aus. Die meistverkauften Fotos der Instant Collection zeigen Aufnahmen junger Menschen, die Spaß in der Natur haben", erzählt Morgan David de Lossy, Head of Mobile bei Fotolia. "Sonne, Freude, helle Farben und eine spontane, authentische Atmosphäre kennzeichnen den Look, den Bilderkäufer bei Smartphone-Fotos suchen".

Naturbilder hui, Obstschale pfui

"Eine Obstschale oder der Handshake werden kaum erfolgreich sein", weiß Michael Rosenwirth zu berichten. Er betreibt das Blog micro-stock.de. "Wenn Sie das als Suchbegriff eingeben, bekommen Sie Hunderte von Treffern." Gut verkaufen würden sich dagegen sogenannte Genrebilder zu aktuellen Themen.

Das klingt fast so, als ob bei Fotolia genau die Bilder am besten funktionieren, die in Social Networks auch wiederum die meisten Likes bekommen. So wird der eigene Instagram-Account gleich zu einem ersten Markttest, ob der jeweilige Schnappschuss das Zeug dazu hat, ein Top-Seller zu werden.

Also gilt auch bei Stockbildern: Wer immer am Puls der Zeit bleibt und am schnellsten einen Trend erkennt und reagiert, ist klar im Vorteil.


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