"Game of Thrones": Wer ist "Azor Ahai" und warum warten alle auf ihn?

Könnte Daenerys oder Jon "Azor Ahai" sein?
Könnte Daenerys oder Jon "Azor Ahai" sein?(© 2017 Sky Atlantic)

Einer alten Legende zufolge kommt Azor Ahai, "Der Prinz, der verheißen wurde" und rettet die Menschen vor der Dunkelheit. Doch wer von unseren Lieblingscharakteren könnte dieser Held sein? Oder ist es jemand, den wir noch nicht kennengelernt haben?

Die Legende von Azor Ahai - in Kurzfassung

Wir tun euch mal einen Gefallen und fassen uns so kurz wie nur irgend möglich: "Game of Thrones" ist ja voll mit Legenden, eine davon war die der Eisdrachen – und die hat sich genauso bewahrheitet wie die Legende zur langen Nacht. Auch die Legende von Azor Ahai ist tausende von Jahren alt und entstammt der Religion rund um den Lord des Lichts. Einst hatte sich eine Finsternis über die Welt gelegt, und so schmiedetet Azor Ahai das rote Schwert "Lichtbringer" um diese zu bekämpfen. Doch um dessen Macht zu entfesseln, musste er ein großes Opfer bringen: Er rammte das Schwert in die Brust seiner geliebten Frau namens "Nissa Nissa" (merkt euch diesen merkwürdigen Namen, er kommt weiter unten noch einmal vor!). Unter ihrem schmerzerfüllten Schrei verband sich ihre Seele mit dem mächtigen Schwert und ließ es in Flammen auflodern.

Nicht überliefert ist, ob Azor Ahai während der langen Nacht lebte und kämpfte, doch erwartet man offenbar seine Wiedergeburt: "Der Prinz, der verheißen wurde" soll nach einem langen Sommer (wie dem, in dem wir uns von der Story her befinden) zurückkehren. Der Legende nach heißt es, er werde wiedergeboren zwischen "Rauch und Salz", wenn sich eine bösartige und eisige Dunkelheit über die Welt legt. Und sollte er scheitern, wird die Welt mit ihm scheitern.

"In dieser Stunde des Schreckens wird ein Krieger ein brennendes Schwert aus dem Feuer ziehen. Und dieses Schwert soll Lichtbringer sein, das Rote Schwert der Helden, und wer es ergreift, ist der wiedergeborene Azor Ahai, und die Dunkelheit wird von ihm weichen."

Mit dieser Info seid ihr jedenfalls schon mal fürs Gröbste gerüstet. Noch Ausführlicheres zur Legende bekommt ihr dann bei den jeweiligen Kandidaten für den Posten des wiedergeborenen Azor Ahai. Oder sollten wir besser sagen Kandidaten und Kandidatinnen?  Denn wie wir von Missandei erfahren haben, stammt der Titel "Azor Ahai" aus dem Valyrischen und ist geschlechtsneutral. Es könnte es sich also auch um eine Prinzessin handeln, die da verheißen wurde. Und so kommen wir schnurstracks zu Kandidatin Nummer 1.

Daenerys Targaryen: Die feurige Überfliegerin

"Daenerys Sturmtochter. Mutter der Drachen. Erste ihres Namens, Königin der Andalen und der ersten Menschen, Regentin der sieben Königslande, Tante und Liebhaberin von Jon Snow." Ok, wir haben ein paar Titel weggelassen und einen nach eigenem Ermessen hinzugefügt. Die schöne Drachenmutti hat einfach noch nicht genügend Titel. Wir finden ein "Azor Ahai, die Prinzessin, die verheißen wurde", würde sich prima zu ihren anderen Titeln gesellen.

Was dafür spricht, dass sie Azor Ahai ist: Kaum wer ist so extrem wiedergeboren aus Rauch wie Daenerys. Immerhin ist sie ins Feuer gestiegen um ihre Drachen zum Leben zu erwecken. Und Salz? Nun, sie ist die erste, die jemals Dothraki über das Meer geführt hat.

Was dagegen spricht, dass sie Azor Ahai ist: Es wäre einfach zu offensichtlich. Daenerys zieht seit jeher von Stadt zu Stadt und wird gefeiert. Irgendwie braucht sie mal einen Dämpfer. (Aber dazu mehr beim Kandidaten Jon Snow)

Berric Dondarrion: Der jetzige Hüter von "Lichtbringer"

Während der Schönling Jon Snow nur ein einziges Mal vom Lord des Lichts zurück ins Leben geholt wurde, ist Berric Dondarreon stolze sechs Mal gestorben und wieder aufgetaucht – seine Mission auf Erden scheint also noch nicht erfüllt zu sein.

Was dafür spricht, dass er Azor Ahai ist: Er ist dem Gott des Lichts offenbar sehr genehm, sonst wäre er nicht sechs mal von den Toten auferstanden. Und: Er führt eh schon das brennende Schwert.

Was dagegen spricht: Sollte Azor Ahai bereits unter uns sein, so ist er/sie mit Sicherheit jemand, der in mehr als zehn Folgen vorkommt. Der Umstand, dass er das Schwert führt und immer wieder aufersteht, lässt eher darauf schließen, dass er es sicher verwahrt – für die echte Reinkarnation von Azor Ahai, wer auch immer das sein mag.

Jon Snow: Der Fan-Liebling und ein offensichtlicher Kandidat

Von Geburt an ist Jon Snow ein Produkt aus "Eis und Feuer", denn er ist der Sohn von Lyanna Stark und Rhaegar Targaeryan. Könnte er somit Azor Ahai sein?

Was dafür spricht: Jon ist ein extrem cooler Typ, dessen Metamorphose vom Bastard zum rechtmäßigen Thronfolger wir seit Folge 1 verfolgen. "Eis und Feuer" hat er schon mal, aber hat er auch "Salz und Rauch"? Ja, zumindest mit etwas Fantasie: In der Nacht, in der er von den Brüdern der Nachtwache abgestochen wird,  weint Bowen Marsh salzige Krokodils-Tränen, als er ihm ein Messer in den Bauch rammt. In der Kälte der Nacht, dampft Jon Snows Wunde – es sieht aus wie aufsteigender Rauch. Danach erwacht er zu neuem Leben, wird also wiedergeboren.

Fun Fact: Einige Theoretiker meinen Folgendes: Nicht nur ist Jon Snow der prophezeite Azor Ahai, seine Daenerys ist zudem seine "Nissa Nissa", der er das Schwert in die Brust rammen muss. Es wäre jedenfalls makaber genug um in die Serie zu passen.

Was dagegen spricht: Die Rote Priesterin Melissandre hielt ja bekanntlich Stannis Baratheon für Azor Ahai und opferte dafür sogar die arme kleine Shireen. Melisandre hat also nicht unbedingt die beste Fehlerquote. Die Tatsache, dass sie nun Jon für Azor Ahai hält, könnte dafür sprechen, dass sie schon wieder falsch liegt und er es definitiv nicht ist.

Jamie Lannister: Vom Widerling zum Held

Jamie machte sich am Anfang der Serie nicht gerade zum Publikumshelden, vor allem als er den kleinen Bran Stark sehr unsacht aus dem Fenster beförderte. Dennoch mauserte sich Jamie Lannister von Staffel zu Staffel zum Publikumsliebling, der es letztendlich sogar geschafft hat sich von Cersei, quasi der Personifizierung des Bösen zu lösen. Könnte er Azor Ahai sein?

Was dafür spricht: Eine Wiedergeburt muss vielleicht nicht körperlich stattfinden, sondern könnte auch im metaphorischen Sinne passieren – als eine zweite Chance im Leben. Erinnert ihr euch an die Szene, in der Jamie und Brienne gemeinsam ein Bad nehmen und er ihr erzählt, warum er den verrückten König ermordet hat? Er offenbart die noblen Gründe, aus denen er damals gehandelt hat. Das Badewasser ist dabei so heiß, dass Dampf (Rauch?) aufsteigt und er fast in Ohnmacht fällt. Danach ist er bei Roose Bolton zum Essen eingeladen, in der Westerosi-Kultur auch als "Das Salz teilen" bekannt.

Was dagegen spricht: Irgendwie muss man hier um zu viele Ecken denken.

#Jonaerys: Das Kind von Jon Snow und Daenerys

Moment mal, Daenerys kann doch gar nicht schwanger werden? Würde man meinen, aber dann wiederum wurden wir bei "Game of Thrones" schon so oft eines Besseren belehrt, dass wir solchen Aussagen nicht trauen können. (Wir dachten ja auch Sean Bean aka Ned Stark könne ganz sicher nicht sterben, da er ja eine der Hauptfiguren ist). Denkbar wäre, dass Melisandre vor ihrem prophezeiten Tod noch den Fluch von Daenerys nimmt und sie so zur glücklichen Mutter von zwei Drachen und einem Menschenkind macht.

Was dafür spricht, dass #Jonaerys Azor Ahai ist: Der Buchtitel "Das Lied von Eis und Feuer".  Wenn damit nicht Jon und Daenerys gemeint sind, dann wissen wir auch nicht. Das Produkt ihrer Liebe wäre mehr Eis und Feuer als jeder sonst.

Was dagegen spricht: Die lange Nacht beginnt JETZT. Die Helden, die die Feinde bestreiten, werden JETZT gebraucht. Bis #Jonaerys geboren wird und bereit ist, ein (brennendes!) Schwert zu führen, vergehen locker 18 Jahre. Noch mehr, wenn das Kind nach Jon kommt und nichts weiß. Oder wäre genau das das bittersüße Ende, auf das wir warten: Jon und Daenerys zeugen Azor Ahai – sind aber schon lange tot, wenn die Früchte ihrer Liebe die Welt retten. Hach.

Der Hund: Ein Bösewicht, der keiner mehr ist

Nicht nur Arya, auch wir haben den grummeligen Hund mittlerweile in unser Herz geschlossen. Doch könnte der kleine Bruder vom Berg wirklich Azor Ahai sein?

Was dafür spricht: Der Hund hat so seine Probleme mit Feuer. Kein Wunder, immerhin hat sein extrem brutaler Bruder einst sein Gesicht in die Flammen gedrückt, dass es nur so rauchte. Nur. So. Rauchte. "Rauch". War dieser Moment der seiner (moralischen) Wiedergeburt? Wäre er ohne diese Feuertaufe auch nur ein mordlustiger Zombie geworden wie sein Bruder? Wenn das sein Rauch-Moment war, fehlt noch der Salz-Moment. Salz, Meersalz... Die Schlacht von Blackwater!

Was dagegen spricht: Sagt es uns!

Gendry: Der Bastard, der keiner ist

Der Bastard von Robert Baratheon rudert nicht nur gern und rennt schneller als Forest Gump, er ist auch generell für die ein oder andere Überraschung gut. Könnte er Azor Ahai sein?

Was dafür spricht: Gendry hat den Rauch-Part auf jeden Fall schon mal drauf. Als Schmied ist er umgeben von Rauch und – im Schweiße seines Angesichts – von Salz. Außerdem ist Gendry insofern ein Auserwählter, da er als einziger Bastard von Robert Baratheon überlebt hat. Cersei hatte ja angeordnet alle Bastarde zu ermorden. Gerüchte behaupten zudem, Gendry sei nicht nur Roberts Sohn, sondern auch der von Cersei – ihr erstes Kind mit dem schwarzen Haar ist (angeblich?) gestorben und wurde weggetragen noch bevor sie es sehen konnte.

Was dagegen spricht: Eigentlich nichts, zumindest fällt uns gerade nichts ein.

Hot Pie: Der speckige Bäckersjunge

Die wohl dümmste aller Fan-Theorien. Da sie allerdings beharrlich die Runde macht, wollen wir sie euch nicht vorenthalten. Einfach, weil es "Game of Thrones" ist und alles passieren könnte.

Was dafür spricht, dass Hot Pie Azor Ahai ist: Erstmal nichts. Auffällig ist aber Folgendes: Hot Pie ist lange Zeit verschwunden und taucht genau in der Episode wieder auf, in der es um die Prophezeiung und Azor Ahai geht. Der Bäckersjunge steht tagtäglich an einem rauchenden Ofen und backt – man glaubt es kaum – mit Salz. Zum Beispiel einen misratenen Hefezopf-Wolf, der aussieht wie ein dreiköpfiger Drache. Zudem erzählt er Arya ausführlich, dass sein Brot das beste ist, weil er sich als einziger die Zeit nimmt, vorher die Butter zu schwärzen. Im übertragenden Sinne wartet er also "bis die Dunkelheit da ist". Na, habt ihr auch schon Gänsehaut? Wir auch nicht.

Was dagegen spricht, dass Hot Pie Azor Ahai ist: Der gesunde Menschenverstand.

Mehr zu "Game of Thrones" gefällig?

Nun beginnt das lange Warten auf die letzten sechs (!) Folgen. Ob das Ende wirklich so krass wird wie Khal Drogo behauptet oder doch so enttäuschend wie wir prophezeien? Wir dürfen gespannt sein – bis 2019. Denn erst dann geht es in Westeros weiter. Wer so lange nicht warten kann, bekommt bei uns die Chance, sich die Zeit mit GoT-Spekulationen zu vertreiben: Erfahrt zum Beispiel, wie es um das Schicksal der Drachen bestellt ist, warum die Schattenwölfe fast so cool und magisch sind wie die Drachen, ob ein simpler Screenshot die Identität des Nachtkönigs gespoilert hat oder ob Jon Snows leiblicher Vater entgegen aller Erwartungen doch noch am Leben ist. Und wer es gar nicht abwarten kann, dass Cersei endlich um die Ecke gebracht wird: Wir haben hier die Kandidaten, die ihr den Tod bringen könnten. In diesem Sinne: Valar morghulis!


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