Gameloft gibt Ausblicke und Einblicke

Der größte Entwickler von Spielen für Handy, Smartphone und Tablet, Gameloft, hatte zu einem Pressegespräch nach München eingeladen und qambo.de ist dem Ruf gefolgt. Bei der Veranstaltung standen Gregory Wintgens, Direct Marketing und PR-Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Gameloft sowie Jean-Baptiste Godinot, Regional Manager Zentral- und Osteuropa, den fragen der Journalisten und Blogger Rede und Antwort.

Nach der Kritik, die Gameloft im letzten Jahr einstecken musste, will man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und arbeitet schon fleißig daran. Zwei Grundpfeiler dafür gibt es. Zum einen eine neue Struktur der verschiedenen Bezahlmodelle für die Gameloft-Spiele, zum anderen eine ganz klare und transparente Kommunikation.

Beide Ansätze zielen auf einen Punkt ab: Die Trennung von Hardcore Gamern und Casual Gamern. Denn genau das bzw. das Fehlen dieser Trennung war wohl der hauptsächliche Auslöser für die Kritik. Gregory Wintgens gibt offen zu, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Und tut damit schon einen ersten Schritt zu transparenter Kommunikation, bei der Ehrlichkeit ein wichtiger Bestandteil ist.

Hardcore Gamer und Casual Gamer

Die neuen Bezahlmodelle trennen die Casual Gamer von den Hardcore Gamern. Für die Gelegenheitsspieler sind die Modelle Freemium und Casual Games zum Fixpreis von €0,79 vorgesehen. An die Core Gamer richten sich die Modelle Freemium (aber auf Zocker abgestimmt im Gegensatz zu den Gelegenheitsspielern) und Paymium. Letzteres soll die bisherige Kategorie Premium ersetzen. Unter Paymium versteht man die Spiele, für die man einen Fixpreis von €5,49 zahlt und dafür dann ein vollständiges Spiel bekommt, wie bisher bei den Premium Games auch. Zusätzlich kann man dann jedoch durch In App Käufe Dinge wie individuelle Waffen oder neue Multiplayer Maps erwerben. Ein Nachteil soll jedoch nicht entstehen, wenn man sich gegen diese In App Purchases entscheidet.

Wie sich diese Bezahlmodelle in Zukunft durchsetzen werden, ist völlig offen. Zusammen mit einer klaren Kommunikation und damit einer deutlichen Trennung zwischen den Gelegenheitsspielern und den Zockern könnte es jedoch hinhauen. Um die beiden unterschiedlichen Spieler-Gruppen besser zu trennen, plant Gameloft auch eine neue Community, die parallel zur bisher schon bestehenden Community laufen soll und sich ganz gezielt an die Gelegenheitsspieler richtet. So will man erreichen, dass sich die Core Gamer nicht gestört fühlen und quasi unter sich sind.

Ab in die Cloud

Neben den neuen Bezahlmodellen und der zweiten Community sind für Gameloft auch Apples AirPlay und die iCloud ein Thema. Derzeit wird daran gearbeitet, die iCloud zum Synchronisieren von Spielständen nutzen zu können, sodass man ein Spiel beispielsweise auf dem iPhone beginnt, zu einem späteren Zeitpunkt auf dem iPad weiterspielen und jederzeit zwischen den beiden Geräten wechseln kann, ohne ein Spiel zweimal spielen zu müssen. Auch der Einsatz von AirPlay ist angedacht: Man soll damit ein Spiel auf dem großen TV-Bildschirm spielen können und das iPhone oder iPad als Controller nutzen. Hier darf man sicher gespannt sein, was Gameloft uns vielleicht noch in diesem Jahr präsentiert.

Auf jeden Fall kommen werden neue Spiele (natürlich), doch welche das sein werden, das verriet Gameloft leider noch nicht. Aber so ein bisschen Spannung ist ja auch nicht schlecht. Nur so viel sei gesagt: Nachdem die Mehrzahl der Spiele in 2011 sich eher an die Zocker richtete, wird es 2012 etwas mehr für die Gelegenheitsspieler geben. Zu kurz soll jedoch keiner kommen. Gregory Wintgens verriet allerdings noch, dass in diesem Jahr das erste Spiel veröffentlicht wird, das auf der Unreal Engine basiert. Und das lässt doch auf Großes hoffen.

Ein paar statistische Daten präsentierten Gregory Wintgens und Jean-Baptiste Godinot natürlich auch. So erklärten sie unter anderem, dass die Haupteinnahmequelle für Gameloft nach wie vor die Java Games sind, mit denen das Unternehmen groß wurde. Vor allem in Südamerika und in Asien spielen sie noch eine große Rolle. Doch auch wenn Java-Spiele noch den größeren Teil des Umsatzes ausmachen, das größte Wachstum ist – wenig überraschend – bei den Spielen für Smartphones und Tablets zu verzeichnen. Es wird zwar laut Jean-Baptiste Godinot noch eine Weile dauern, bis diese an den Java Games vorbeigezogen sind, für ihn ist diese Entwicklung jedoch unaufhaltsam.