Gaming mal anders: 6 innovative Spiele fürs Smartphone

Schon länger ermöglicht es die technologische Ausstattung der besten Smartphone- und Tablet-Modelle Entwicklern aus dem Mobile-Gaming-Bereich, Spiele auf Konsolen-Niveau auf den Markt zu bringen. Doch nicht immer sind es die grafische Opulenz oder der Action-Gehalt eines Spiels, die ein Game zum echten Hit mit Suchtpotenzial machen. Stattdessen können eine besondere Idee, eine unnachahmliche Atmosphäre oder eine innovative Steuerung ein Spiel aus der Masse herausragen lassen. Weshalb wir Euch die aktuell innovativsten Games vorstellen.

Year Walk und Device 6

Year Walk

Keine Aufstellung der interessantesten Mobile Games kann ohne die beiden Hits des schwedischen Entwicklerstudios Simogo auskommen. Year Walk erschien bereits Anfang letzten Jahres und beeindruckt besonders durch seine mysteriöse und albtraumhafte Atmosphäre. Angesiedelt ist das Game in den dunklen Wäldern Schwedens im 19. Jahrhundert. Als Spieler müsst Ihr den zunächst namenlosen Protagonisten durch eine schaurig anmutende Umgebung steuern, bis er zunächst seine Liebe Stina trifft. Diese macht eine Reihe mysteriöser Andeutungen und warnt, sich auf den so genannten „Year Walk“ durch die Wälder zu begeben. Ab diesem Punkt beginnt das Spiel ernsthaft und Euer Held muss auf seiner Reise durch die schwedischen Wälder viele Rätsel lösen und sich mit skurrilen Gestalten auseinandersetzen – immer auf der Grenze zwischen Realität und dem Übernatürlichen wandelnd.

Besonders herausragend ist dabei die Leistung der Entwickler, Year Walk mit einer weiteren (kostenlosen) App, dem Year Walk Companion (iTunes-Link), zu verknüpfen. Dieser klärt über den mythologischen Hintergrund von Year Walk auf, fügt dem Spiel allerdings auch eine neue Komponente hinzu, durch die die erzählte Geschichte des Spiels noch einmal um eine weitere Ebene bereichert wird. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Device 6

Der nächste Streich der Entwickler vom Simogo nach Year Walk ist Device 6. Während die schwedische Mythologie den Hintergrund von Year Walk bildet und die Atmosphäre hier irgendwo zwischen Albtraum, Twin Peaks und Blairwitch Project pendelt, zeigt sich Device 6 stark beeinflusst durch die britische 60er-Jahre-TV-Serie „Nummer 6“ (The Prisoner), in der ein ehemaliger Geheimagent auf eine mysteriöse Insel verschleppt wird. Auch Anna, die Protagonistin in Device 6, erwacht an einem ihr unbekannten Ort und irrt fortan zunächst durch ein altes Haus, in dem Sie auf merkwürdige Vorrichtungen, Audiobotschaften und Rätsel trifft.

Im Gegensatz zu Year Walk legt Device 6 dabei großen Wert auf Text, denn das Spiel ist eher eine multimedial-angereicherte Lesegeschichte als reines Spiel, die allerdings unglaublich innovativ präsentiert wird. So bilden die Sätze und Wörter der Geschichte den Pfad, auf dem sich der Spieler durch die Geschichte begibt und formen schon einmal eine Treppe oder führen im wortwörtlichen Sinnen um die Ecke, sodass das Mobilgerät gedreht werden muss, um der Geschichte weiter zu folgen. Gute Englischkenntnisse sind für das Spiel dabei Voraussetzung. Wer sich für sämtliche popkulturellen Anspielungen und Referenzen in Device 6 – und davon gibt es einige – interessiert, sollte übrigens dem Entwicklerblog einen Besuch abstatten, der aktuell einen tiefen Einblick in die Welt von Device 6 verschafft.

Das oben genannte Year Walk ist mittlerweile zudem auch für Mac (über den Mac App Store) und PC (über Steam) zu beziehen. Interesse an der Android-Plattform scheinen die Entwickler leider nicht zu haben.

Year Walk
System: iOS (Universal)
Preis: 3,59 Euro

Device 6
System: iOS (Universal)
Preis: 3,59 Euro

A Dark Room

A Dark Room

Genau wie Device 6 setzt das Spiel A Dark Room auf Text – und zwar ausschließlich auf Text. Ursprünglich als Browser-Game (das hier gespielt werden kann) konzipiert, ist A Dark Room seit ein paar Monaten auch im App Store erhältlich und feiert dort noch immer große Erfolge. Es ist ein rein textbasiertes Adventure-Spiel, das damit beginnt, dass sich der Spieler in einem kalten dunklen Raum mit einem erloschenen Feuer befindet. Es muss durch Tippen auf die entsprechende Mitteilung zunächst entfacht werden, um den Spielfluss in Gang zu bringen. Dieser startet vollends, wenn eine Fremde in die Hüte des Protagonisten kommt und am Feuer ohnmächtig wird. Im Folgenden müsst Ihr Fallen aufstellen, die Sammlung von Feuerholz organisieren und weitere Gebäude zusammen mit der Fremden und einigen anderen Menschen bauen sowie die mysteriöse Umgebung, in der mitunter schattenhafte Gestalten auftauchen, um das wachsende Dorf herum erkunden.

A Dark Room kann zeitweise ermüdend sein, entwickelt aber dennoch eine ganz eigene Dynamik und zieht den Spieler schnell in seine Geschichte hinein – und das vollständig ohne Grafik-Overkill und Action-Spektakel. Auch A Dark Room ist derzeit leider nur auf iOS als Mobilplattform erhältlich. Im Entwickler-Blog heißt es aktuell, dass es eine Android-Version geben könnte.

A Dark Room
System: iOS (Universal)
Preis: 0,89 Euro

Smash Hit

Smash Hit

Gleichsam für iOS und Android erhältlich ist der Smash-Hit „Smash Hit“. Hier müsst Ihr mit Metallkugeln auf Glasgegenstände werfen, während Ihr Euch aus der Ich-Perspektive durch eine futuristisch anmutende Blocklandschaft bewegt. Smash Hit ist also schon einmal deshalb unterhaltsam, weil man hier ganz ungestraft Glasscheiben und mehr mit einer erstaunlich realistisch anmutenden Zerstörungsphysik zerschmettern darf. Es entwickelt sich darüber hinaus aber schnell zum Zeitfresser mit dem oft zitierten Suchtfaktor. Dabei verfügt Ihr über eine begrenzte Anzahl von Metallkugeln, die sich allerdings durch die Zerstörung von Kristallen wieder auffüllen lassen. Stößt man mit Hindernissen zusammen, werden Kugeln abgezogen. Smash Hit ist zwar grundsätzlich kostenlos, es empfiehlt sich allerdings der Kauf der Premiumversion, da man mit dieser unter anderem von Kontrollpunkten aus weiterspielen kann.

Smash Hit
System: iOS (Universal)  / Android
Preis: Kostenlos (Premium: 1,79 Euro)

Surgeon Simulator

Surgeon Simulator

„Schwester, den Hammer bitte!“ Na gut, den muss man sich als Chirurg im Surgeon Simulator schon selbst nehmen. Aber ist er wirklich das richtige Werkzeug für eine Herzoperation? Der Surgeon Simulator versetzt den Spieler in den Operationsaal, wo er versuchen muss, als „Möchtegern-Chirurg Nigel Burke“ dem Patienten Bob das Leben mit einer Herztransplantation zu retten. Später folgen dann unter anderen auch noch Nieren-, Augen-, und sogar Zahn-OPs. Das Spiel, dessen Humorfaktor vielerorts gefeiert wird, ist dabei in keiner Weise ernstgemeint, und eignet sich aufgrund seiner durchaus vorhandenen Brutalität dennoch bestimmt nicht für jedermann. Wer das Original kennt, weiß, was gemeint ist. Ursprünglich erschien der Surgeon Simulator 2013 als PC-Version, die iPad-Variante ist seit März 2014 erhältlich. Für das iPhone (oder andere Mobilplattformen) ist der Simulator derzeit leider nicht verfügbar, aber auf kleinen Smartphone-Displays müsste Patient Bob vermutlich noch mehr leiden… Insgesamt ist der Surgeon Simulator ein absurder Spaß, der für den einen oder anderen aber vermutlich die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet.

Surgeon Simulator
System: iPad
Preis: 5,49 Euro

Blek

Blek

Abschließend sei für alle, die es noch nicht kennen sollten, auf das Puzzle-Spiel Blek hingewiesen. Dies hat bereits einige Auszeichnungen und Lobeshymnen von der New York Times bis zum Spiegel einheimsen können und ist aktuell immer noch ganz oben in den App-Store-Charts vertreten. In Blek gilt es, Gesten beziehungsweise Formen auf dem Display zu erstellen, die sich im Anschluss nach bestimmten Mustern über den Bildschirm bewegen. Dabei müssen Sie farbige Punkte berühren und schwarze Punkte vermeiden, damit der Spieler eine Stufe weiterkommt.

Wenn der ein oder andere App-Store-Rezensent Blek mit „überbewertet“ kommentiert, dürfte dahinter auch ein wenig Frust stecken. Denn nach einigen schnellen Erfolgen wird Blek deutlich schwieriger und erfordert echte gedankliche Anstrengungen. Hier könnt Ihr Euch übrigens eintragen, wenn Ihr über das Erscheinen von Blek für Android informiert werden möchtet.

Blek
System: iOS (Universal)
Preis: 0,89 Euro


Weitere Artikel zum Thema
Xiaomi Redmi 4 Prime im Test
Jan Johannsen1
Das Xiaomi Redmi 4  Prime
8.3
Das Xiaomi Redmi 4 Prime ist das nächste Smartphone des chinesischen Herstellers mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Test.
Runkee­per: Update erlaubt Apple Watch-Nutzern GPS-Tracking ohne iPhone
2
Die Apple Watch Series 2 kann Eure Läufe mit Runkeeper durch das GPS-Modul auch ohne iPhone tracken
Für die App Runkeeper rollt ein neues Update aus: Künftig greift die Software auf das in der Apple Watch Series 2 integrierte GPS-Modul zurück.
Apple Watch Series 2: Vier neue Werbe­spots pünkt­lich zur Weih­nachts­zeit
1
Die Apple Watch Series 2 als Weihnachtsgeschenk
Pünktlich zu den Weihnachts-Feiertagen hat Apple vier Clips veröffentlicht, um die Apple Watch Series 2 und deren Funktionen zu bewerben.