Highend-Spiele auf dem Mac zocken? GeForce Now macht es bald möglich

Nvidias Streaming-Dienst Geforce Now startet in die Beta.
Nvidias Streaming-Dienst Geforce Now startet in die Beta.(© 2017 Nvidia)

In den USA startet demnächst die Beta von Geforce Now für Apples Mac. Der Streamingdienst des Grafikkartenherstellers Nvidia macht möglich, bei dem Mac-Nutzer immer das Nachsehen hatten: Beim Zocken von Triple-A-Spielen für den PC. Der Clou: Die Technologie läuft auch mit alter und langsamer Hardware.

In einem Video demonstrieren die Kollegen von Appleinsider, welche Möglichkeiten sich durch den Cloud-Service für Mac-Nutzer ergeben. Zur Veranschaulichung spielen sie Overwatch, das offiziell gar nicht von macOS unterstützt wird. Die Onboard-Grafikkarte Intel HD Graphics 615 im 12-Zoll-Macbook wäre allein auch zu schwach für den Arena-Shooter. In der Demo läuft der Titel dennoch flüssig und latenzfrei bei höchsten Details.

Spielen in der Cloud ist ein teurer Spaß

Möglich macht das Nvidias Geforce Now. Der cloud-basierte Abo-Service streamt Spiele von einem Servernetzwerk aus auf dem heimischen PC bzw. Mac, ohne dessen Hardware zu beanspruchen. Der wichtigste Faktor dabei ist deshalb auch die Internetverbindung. Als Mindestanforderung setzt Nvidia 25 Mbit voraus, um den Dienst überhaupt nutzen zu können. Für eine Auflösung jenseits von HD (720p) empfiehlt der Hersteller sogar eine 50-Mbit-Leitung oder schneller.

Die Nutzung von Geforce Now kostet in der Beta-Phase keine Gebühr. Sobald der Service offiziell gestartet ist, kostet der Service eine On-Demand-Pauschale, die je nach gewählter Hardware variiert. In der deutschen Pressemitteilung heißt es dazu, dass die Buchung eines PCs mit einer GTX 1060 25 Dollar für 20 Stunden kosten werde. Bei einem PC mit einer GTX 1080 reduziert sich die Buchungsdauer um die Hälfte bei gleichem Preis. Das Stundenkontigent muss nicht am Stück verbraucht werden. Zudem bleiben Speicherstände und Benutzerprofil auf den Servern gespeichert, selbst wenn der Service länger Zeit nicht genutzt wird.

Nvidia stellt nur die Hardware

Für die Nvidia Shield funktioniert der gleichnamige Service anders als der für den Mac bzw. den PC. Bei Nvidias eigener Konsole bezahlen Nutzer einen festen monatlichen Betrag, der ihnen Zugriff auf eine von Nvidia bereitgestellte Spiele-Bibliothek bietet, ähnlich wie es zum Beispiel der Streaming-Dienst Netflix für Filme und Serien anbietet. Das Streamen von Spielen auf mobile Plattformen hatte Nvidia bereits Ende 2014 vorgestellt. Der Vorläufer von Geforce Now hieß damals allerdings noch Nvidia Grip.

Bei der Variante für den Mac mieten Nutzer sozusagen einen PC für einen gewissen Zeitraum, auf dem sie ihre eigenen Spiele installieren können. Heißt also, wer etwa Overwatch oder Tomb Raider via Geforce Now auf seinem Mac spielen will, muss das jeweilige Spiel vorab gekauft haben. In der Beta unterstützt Geforce Now ausschließlich Steam und Battle.net als Spiele-Plattformen. Ubisofts Uplay und EAs Origin sollen aber zum offiziellen Start auch an Bord sein. Um die eigenen Spiele also über einen Geforce-Now-PC zu streamen, muss zunächst das Steam- oder Battle.net-Konto mit Geforce Now verknüpft werden. Anschließend lassen sich die Spiele auf dem Cloud-PC installieren und spielen. Allerdings funktionieren nicht automatisch alle Spiele mit dem Geforce Now, sondern nur eine Auswahl. In der Beta-FAQ ist die Rede von 30 populären Titeln.

Noch kein Termin für Deutschland

Nvidia hatte Geforce Now im Januar 2017 auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Während der Dienst auf dem Nvidia Shield schon seit längerem verfügbar ist, startet die Beta für Mac-Nutzer erst in den kommenden Wochen. Allerdings beschränkt Nvidia den Dienst zunächst auf die USA und Kanada. Auf Nachfrage bei Nvidia, wann der Dienst hierzulande starten werde, nannte uns der Betreiber noch keinen konkreten Termin. Auch zu den Euro-Preisen gibt es aktuell noch keine Infos. Damit der Dienst aber auch hierzulande reibungslos genutzt werden kann, will Nvidia einen eigenen Server-Park in Europa einrichten.


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