Gegen WhatsApp und Co.: Staatstrojaner noch 2017 einsatzbereit

Gab’s schon14
Die Verschlüsselung von WhatsApp schützt nicht vor dem Staatstrojaner
Die Verschlüsselung von WhatsApp schützt nicht vor dem Staatstrojaner(© 2017 CURVED)

Müssen wir unsere Privatsphäre bei der WhatsApp-Nutzung aufgeben? Noch in diesem Jahr will das Bundeskriminalamt (BKA) einen neuen Staatstrojaner einsetzen können, mit dem vor allem die Kommunikation überwacht werden soll, die auf dem Smartphone via Messenger stattfindet.

Einem geleakten Dokument zufolge ist die Entwicklung der mächtigen Software angeblich schon weit fortgeschritten, wie Heise unter Berufung auf Netzpolitik.org berichtet. Demnach habe das BKA schon im vergangenen Jahr mit den Arbeiten am Staatstrojaner begonnen, noch im Jahr 2017 soll das Tool auf Smartphones von Verdächtigen installiert werden können. Dabei sei es egal, welches Betriebssystem auf dem mobilen Gerät installiert ist – Nachrichten aus Messengern könnten also beispielsweise unter iOS, Android, Windows oder auch dem BlackBerry OS mitgeschnitten werden.

"FinSpy" als Alternative

Der Staatstrojaner soll zudem die Kommunikation von allen Messenger-Diensten abfangen können: Somit sei es auch egal, ob die verdächtige Person Krypto-Messenger wie Signal oder Threema benutzt, oder auf andere Apps wie Telegram oder WhatsApp setzt. Neben der Überwachung von Chats ermögliche das Tool auch das Abhören von Telefonaten, die über eine solche Anwendung geführt werden. Sollte die Zielperson einen Verdacht schöpfen und es schaffen, den Trojaner zu entfernen, hat das BKA offenbar noch ein Ass im Ärmel: eine angepasste Version der kommerziellen Software "FinSpy", die auch als "FinFisher" bekannt ist.

Damit die Behörden den Staatstrojaner einsetzen können, ist ein richterlicher Beschluss nötig – ein solcher ist aber schon bei "Verdachtsmomenten" möglich. Für die Nutzung ist allerdings noch ein relativ großer Aufwand erforderlich: Die Software muss vor Ort auf dem Smartphone installiert werden, um die Kommunikation via WhatsApp und Co. mitschneiden zu können. Alles Wissenswerte zum "Staatstrojaner 2.0" hat Jan für Euch in einer Übersicht zusammengefasst.


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