Geheime Botschaften, versteckter Sex – diese Filme haben es in sich

Auch "Shining" hat viele versteckte Botschaften zu bieten.
Auch "Shining" hat viele versteckte Botschaften zu bieten.(© 2017 picture alliance / Everett Collect)

Film ist nicht gleich Film – zumindest behaupten das manche beinharte Fans von einigen berühmten Werken der Filmhistorie. So ist in einem Film angeblich ein Hinweis auf die Mondlandung versteckt. Und ein ganzer Konzern steht unter Generalverdacht, Sex-Botschaften in seinen Filmen zu verstecken – was ist da dran?

Du siehst nicht, was du zu sehen glaubst – oder du verstehst nicht, was du siehst! Bei einigen Klassikern der Filmgeschichte gibt es diverse Theorien über geheime Botschaften und Hinweise, die der Regisseur oder die Produzenten hinterlassen haben. Über diese Werke wird am meisten spekuliert.

"Shining"

Stanley Kubricks Verfilmung des Romans von Stephen King bekam sogar eine eigene Dokumentation namens "Room 237", so viele angebliche Hinweise sollen in dem Film stecken. Unter anderem soll Kubrick darin verraten haben, dass er die Mondlandung für die NASA inszenierte, die es in Wirklichkeit nie gegeben haben soll. Denn das Zimmer 237, vor dem Danny gewarnt wird, trägt im Roman die Nummer 231. Aber 237 ist mit drei Nullen dahinter (237000) genau die Entfernung der Erde zum Mond (in Meilen). Dazu soll der Teppich in einer Szene an einer Raketenabschussbasis erinnern und Dannys Pullover eine versteckte Apollo-11-Rakete zeigen. Glaubt das jemand?

Außerdem hat Kubrick angeblich Hinweise versteckt, mit denen er Völkermorde anprangerte. So ist die Zahl "42", die häufiger im Film auftaucht, nach Meinung der Verschwörungstheoretiker eine Anspielung auf 1942, dem Jahr, in dem Nazideutschland mit der geplanten Vernichtung des jüdischen Volkes begann. Auch die Szene mit dem Blut, das hektoliterweise aus dem Fahrstuhl strömt, wollte Kubrick angeblich die Millionen Toten anprangern, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis und bei der Besiedlung der USA an Ureinwohnern getötet wurden. Ist da etwas dran?

Nach Aussage eines der Assistenten von Regisseur Kubrick: Nein! "70 bis 80 Prozent des Films Room 237 sind einfach Blödsinn!" äußerte er in einem Interview. Kubrick hätte sich seiner Meinung nach über die Doku sehr geärgert. Allerdings räumt er ein, dass Kubrick eine Menge unterschwelliger sexueller Botschaften eingebaut habe, weil er sich zum Zeitpunkt des Drehs ausführlich mit optischen Tricks beschäftigt habe, die nur das Unterbewusstsein wahrnimmt und die damals in der Werbung benutzt wurden. Allerdings müsse man "ein echter Fanatiker" sein, um diese Botschaften zu entdecken. Wer hat Lust zu suchen? Den ganzen Dokumentarfilm "Room 237" gibt es auf Youtube!

Disney = Sex?

Ein wenig anders sieht es aus, wenn man sich die zahlreichen Disney-Filme vor Augen führt, in denen angeblich eine Nacktszene oder andere sexuelle Botschaften versteckt sein sollen. Denn manche Behauptungen sind tatsächlich wahr, andere hingegen nicht.

Eine der berühmtesten: Der Priester in Arielle habe eine Erektion, als er die Meerjungfrau und ihren Prinzen traut. In Wahrheit sei der Mann sehr klein und stehe auf einer Kiste. Was für sein Glied gehalten wurde, sei in Wahrheit sein Knie – sagt Disney.

Auch der Wolken-Sex in König der Löwen soll ein Fake sein. Dort sieht man eine Wolkenformation, die die Buchstaben S E X darstellen sollen. Nach Aussage Disneys stimmt das fast – tatsächlich sollten die Buchstaben S-F-X sein und die Special-Effects-Abteilung unsterblich machen. Klingt ein wenig nach Ausrede, oder?

Zugegeben hat Disney hingegen, dass im Jahr 1977 ein Playboy-Foto Eingang in "Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei" bekommen hat. Allerdings ist das gute Stück nur sehr klein in wenigen Frames zu sehen – und inzwischen aus allen im Handel befindlichen Kopien des Films längst entfernt worden. Disney bezeichnete es als Scherz eines Mitarbeiters.

Und auch in "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" soll es zu einem Scherz unter Zeichnern gekommen sein. Angeblich gab es in frühen Versionen des Films eine Szene, in der Sexbombe Jessica Rabbit aus einem Auto geschleudert wird – und das Publikum für einen kurzen Moment sehen kann, dass sie keine Unterwäsche trägt.

Wirkliche Aufregung gibt es wegen solcher Gerüchte und Szenen aber tatsächlich nur in den USA.

Finchers "Fight Club"

Auch Regisseur David Fincher hat fleißig geheime Bilder und Botschaften in seinen Film "Fight Club" eingebaut. So ist beispielsweise Tyler Durden, den Brad Pitt spielt, in einigen Szenen bereits in den Film hineingeschnitten worden, lange bevor er offiziell zum ersten Mal auftaucht. Allerdings nur für einen Frame – und daher mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen.

Besser zu sehen ist die Tatsache, dass Fincher in vielen Szenen seines Films einen Kaffeebecher von "Starbuck’s" eingebaut hat. Eine Begründung dafür hat er allerdings bis heute nicht geliefert – vermutlich seine Art von Humor.

Wer schon einmal eine US-DVD gesehen hat, der kennt die Warnungen, die vorab gezeigt werden. Hinweise auf das Verbot von Kopien und ähnliches wird dort eingeblendet. "Fight Club" besetzt eine zweite Warntafel, an deren Ende man lesen kann, dass der Text von Tyler Durden verfasst wurde. Im Text steht hauptsächlich, dass man durch Lesen des Inhalts einige Sekunden seiner Lebenszeit verschwendet hat.

Im Film macht sich Edward Norton den Spaß, als Kinovorführer Genitalien in Filme einzufügen, die allerdings ebenfalls mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Fincher macht in seiner Schluss-Szene genau den gleichen Scherz.

Geheime Besucher

In einige Filme haben sich berühmt Schauspieler eingeschlichen, die man kaum oder gar nicht wahrnimmt. So hat sich Glenn Close in Steven Spielbergs "Hook" als männlicher Pirat verkleidet, der in die "Pfui-Bah-Kiste" kommt.

In "Ein Vater zuviel", einer Komödie mit Robin Williams und Billy Crystal aus dem Jahr 1997, sieht man ganz kurz einen extrem gepiercten Mel Gibson bei einem Rockkonzert im Bild.

Im Kult-Streifen "Hot Fuzz" von Edgar Wright und Simon Pegg ist Cate Blanchett zu sehen, allerdings nur der obere Teil ihres Gesichts. Der Rest ist unter dem Kostüm einer Beamtin der Spurensicherung verborgen und somit ist sie kaum zu erkennen.

Gar nicht zu erkennen ist Daniel Craig, der in "Star Wars: Das Erwachen der Macht" einen Stormtrooper spielt, den man aber nur an der Stimme erkennen kann: Craig nimmt den Helm während seines kurzen Auftritts nicht ab.

Habt ihr Spaß an solchen Film-Momenten? Oder findet ihr wilde Fan-Theorien und geheime Cameos überflüssig?


Weitere Artikel zum Thema
100 Mio. Dollar und mehr: die teuers­ten Netflix-Filme aller Zeiten
Fabian Rehring
Kleiner Spoiler vorab: "Bright" ist bislang nicht der teuerste Netflix-Film
Mehr als nur Serien: Netflix will mit Nachdruck Fuß fassen im Filmgewerbe. Ein Blick auf die fünf teuersten Filme des Streaming-Anbieters.
Mehr Abos hat keiner: free­kickerz durch­schie­ßen auf YouTube die Schall­mauer
Francis Lido2
Auch Manuel Neuer war schon bei "freekickers" zu Gast
Seit eineinhalb Jahren sitzen die "freekickers" auf dem deutschen YouTube-Thron. Nun hat der Channel einen neuen Rekord aufgestellt.
Smart­pho­nes mit dem Snap­dra­gon 845 sollen noch schnel­ler laden
Michael Keller2
Der Snapdragon 845 soll noch kleiner ausfallen als der 835 (Mitte)
Der Snapdragon 845 wird 2018 viele neue Smartphones antreiben – und soll die Schnellladetechnologie Quick Charge 4+ unterstützen.