GEMA: Facebook-Party durch Polizei aufgelöst

In den späten Abendstunden des gestrigen Samstags versammelten sich etwa 300 Menschen in der Dresdner Neustadt, um eine Facebook-Party zu feiern, teilte die Polizei mit. Im Verlaufe des Abends sei es zu Zündungen von pyrotechnischen Gegenständen und Flaschenwürfen gekommen; vier Mülltonnen gingen in Flammen auf.

Veranstalter übten Kritik an der GEMA

Über das soziale Netzwerk hatte mindestens eine anonyme Person in Vorfeld zu der Veranstaltung eingeladen. Als Veranstaltungsort wurde die Bezirksdirektion der Musikverwertungsgesellschaft GEMA in Dresden angegeben. Gegenüber BILD erklärten die Veranstalter unter anderem, sie übten Kritik an der Verwertungsgesellschaft. Nach Angaben der Stadt sei die Einladung "ohne das Wissen oder die Zustimmung des Eigentümers des betroffenen Grundstückes" erfolgt.

Stadt verbot Veranstaltung

Die Stadt verhängte aufgrund dessen eine "Allgemeinverfügung über das Verbot der Durchführung und Teilnahme an einer sogenannten Facebook-Party vom 10. bis 11. November 2012 im Bereich der Landeshauptstadt Dresden". Für das Durchsetzen des Verbots wurden 100 Polizeibeamte im Bereich der Zittauer Straße eingesetzt.

 "Es war richtig, diesen Partyaufruf ernst zu nehmen und einen Polizeieinsatz durchzuführen. Im Vergleich zum Verlauf derartiger Veranstaltungen in anderen bundesdeutschen Städten sind vier angebrannte Mülltonnen ein vergleichsweise geringer Schaden. Aber es gibt definitiv spaßigere Arten, den Samstagabend zu verbringen." (Polizeirat Thomas Wurche gegenüber Dresden Fernsehen)

Hintergrund der Veranstaltung könnten geplante Tarifänderungen der GEMA sein. Ab 2013 wolle die Musikverwertungsgesellschaft aus bisher elf Tarifgruppen zwei machen. Kritiker warnen, es könnte dadurch zu Disco-Schließungen kommen.