GEMA verklagt YouTube: Unterlassungsklage in die USA geschickt

Die GEMA hat rechtliche Schritte gegen YouTube eingeleitet und eine Unterlassungsklage am Münchner Landgericht eingereicht. Das meldete die "Wirtschaftswoche" (WiWo). Eine Sprecherin der Verwertungsgesellschaft erklärte, man hätte die Klage in der Bundesrepublik nicht zustellen können. Die Klage sei in die USA weitergeleitet worden. Dort hat YouTube seinen Hauptsitz. Bis das Papier bei der Angeklagten ankommt, dürfte es "mehrere Wochen" dauern, sagte die GEMA-Sprecherin.

Sperrtafeln Streitthema

Mitte Januar forderte GEMA die Video-Plattform YouTube auf, die Verwendung der derzeitigen Sperrtafeln für Videos zu unterlassen. "Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die GEMA die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere", sagte GEMA-Vorstandsvorsitzender Harald Heker vor einigen Tagen. Die GEMA schlug eine Vergütung in Höhe von 0,375 Cent pro gestreamtem Video vor, an dem die GEMA Rechte hält.

Vergütungsfrage ungeklärt

„Wir wollen eine prozentuale Summe, sonst müssten wir alle unwirtschaftlichen Videos von der Plattform verbannen", erklärte YouTube der WiWo. Die GEMA beklagt, YouTube hätte seit fast vier Jahren keine Vergütungsabgabe vorgenommen. 1.000 Musikwerke würde das Portal ohne Lizenz nutzen, erklärte die GEMA. In mehr als 45 Ländern seien Verträge zwischen Verwertungsgesellschaften und YouTube zustande gekommen. Bei uns in Deutschland sei eine solche Zusammenarbeit “durch die Entscheidungen der Gema verwehrt” worden, äußerte sich YouTube vor Kurzem gegenüber ZEIT ONLINE.

Bild: GEMA