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Generation 50+: Jetzt sind wir dran!

Die  Generation 50 plus interessiert such zunehmen für Smartphones und Tablets
Die Generation 50 plus interessiert such zunehmen für Smartphones und Tablets(© 2014 CURVED)

Smartphones und Tablets sind nur für junge Leute? Von wegen: Die Generation 50+ würde auch gerne mitspielen. Man muss nur mal mit ihnen reden. Haben wir – und noch mehr: CURVED-Redakteur Gerd Blank hat vier Damen außerdem ein Sony Xperia Z2 in die Hand gedrückt.

Auf die Idee kam ich, als meine Schwiegermutter Angela wieder ein paar Fragen zu ihrem Smartphone hatte. Eigentlich für mich ganz banale Fragen wie: "Wie lade ich eine App runter?" oder "Kann ich mit dem Telefon im Hotel umsonst surfen?" Klingt lächerlich? Eigentlich nicht. Viele ältere Nutzer sind oft überfordert von den Möglichkeiten, die ihnen Smartphones bieten. Und häufig spielt auch die Angst davor eine Rolle, irgendetwas verkehrt zu machen.

Aus gutem Grund: Die Generation 50+ hat schon einmal den technologischen Wandel hautnah miterlebt. Sie waren live dabei, wie ihre Arbeitsplätze sich durch Computer komplett wandelten. Und sie haben erfahren, dass es eine Weile dauern kann, bis Systeme fehlerfrei funktionieren. Und nicht wenige haben den PC in ihrem Zuhause aus diesem Grund nur spärlich eingesetzt. Auch weil dort kein Systemadministrator ständig zur Hand ist, der Fehler wieder ausbügelt.

Bei Angela bin ich dieser Systemadministrator. Beim Computerkauf, beim Einrichten ihres neuen Fernsehers oder bei der Wahl des besten Internettarifs stehe ich Ihr immer gerne mit Rat und Tat zur Seite. Aber sie lässt sich nicht nur beraten, sie will lernen und wissen, wie die Technik funktioniert. Mit dem Resultat, dass sie immer weniger Furcht vor moderner Technik hat und sich viel mehr zutraut.

Aktiv und qualitätsbewusst

Die Generation meiner Schwiegermutter steht noch mitten im Leben, ist aktiv – und will auch von smarten Technologien profitieren. Und ist vor allem bereit, für gute Qualität auch Geld auszugeben. Aber gleichzeitig ist diese Bevölkerungsschicht auch häufig demotiviert: Sie wissen zwar, was die coolen Gadgets alles können sollen – aber viel zu oft verzweifeln sie daran, die umfangreichen Features einzusetzen. Das fängt schon beim sinnvollen Einrichten eines Telefons an – und hört nicht mit dem Verschicken eines Fotos auf.

Die Kamera des Smartphones kann überzeugen(© 2014 CURVED)

Warum also nicht einfach mal ein paar Damen zum Kaffee einladen und sie in diese technische Wunderwelt entführen.  Einen Vormittag über Technik sprechen in einer Sprache, die sie verstehen. Ihnen einfach mal zeigen, was sie mit einem Smartphone und einem Tablet anstellen können. Und kaum habe ich Angela von der Idee erzählt, hatte sie kurzerhand auch ihre Freundinnen Karin, Enken und Uschi eingeladen. So ist es ein purer Zufall, dass es sich bei dem Termin um eine reine Frauenrunde handelte.

Der Trick mit dem Design

Die Voraussetzungen waren sehr unterschiedlich: Während Angela und Karin bereits ein Smartphone nutzen, telefonieren Uschi und Enken noch mit einem Tastentelefon. Mir war schon von vornherein klar, dass ich besonders diesen beiden Damen schöne Geräte in die Hand drücken musste, denn eine attraktive Verpackung macht es eben manchmal leichter, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.

Sie sollten die Hardware mögen, mit den Gadgets rumspielen, schon bevor sie aktiviert sind. Mit Smartphones und Tablets der Xperia Serie von Sony hatte ich eine Punktlandung hingelegt. Jede Teilnehmerin des Seminars bekam für diesen Vormittag ein Xperia Z1 oder Xperia Z2 sowie ein Xperia Z2 Tablet. Und der kleine Design-Trick ging auf, sie sagten Dinge wie: "Ah, ist das schön" oder "Das ist aber leicht". Aber auch: "Der Bildschirm ist ganz schön groß!".

Welche Größe passt besser zu mir?(© 2014 CURVED)

Es ist schon toll, anderen dabei zuzuschauen, wenn sie das erste Mal neue Technik in die Hand nehmen – denn es ist jedes Mal anders. Während Karin fast zärtlich die Oberfläche des Xperia Z2 streichelt, hält sich Angela das Telefon ans Ohr und überprüft, ob es gut aussieht. Enken freut sich über die verschiedenen Farben der Smartphones und Uschi wundert sich, dass man sich überhaupt für die Farben interessiert. Zur Technik hat noch keine etwas gefragt.

Zeit zum Umdenken

Vielleicht war es dieser Moment, der mir einen ganz entscheidenden Punkt deutlich machte: Es ist vielleicht ein Fehler, Technik nur über Features verkaufen zu wollen. Für viele Nutzer ist es schlicht egal, wie schnell der Prozessor ist, wie viele Megapixel die Kamera hat und ob möglichst alle verfügbaren Funkstandards an Bord sind.

Meine Schwiegermutter zum Beispiel möchte lediglich, dass alles sofort funktioniert und leicht zu bedienen ist. Das Smartphone muss gut in der Land liegen und den Preis auch optisch widerspiegeln. Sie kauft nicht nur eine Hardware, sondern einen Lifestyle. Ob sie jetzt eine Sekunde länger darauf warten muss, bis die Kamera startet ist, ihr schlichtweg egal. Und ich vermute, da ist sie nicht alleine.

Erfahrungsaustausch: Jede hat ihre eigene Handy-Geschichte(© 2014 CURVED)

Uschi ist zum Beispiel gerade Großmutter geworden und möchte deshalb von ihrem alten Sony Ericsson Tastentelefon zu einem Smartphone wechseln. Denn sie hat keine Lust, Babyfotos umständlich mit der reinen Digitalkamera auf den Computer zu laden. Und Enken segelt viel und möchte Apps wie Seekarten und Wetterdienste nutzen. Aber vor allem wollen alle vier am Ball bleiben und nicht von der technischen Entwicklung überrollt werden.

Da Tageszeitungen immer mehr verschwinden, weil die Informationen schneller per Smartphone abgerufen werden können und Familienmitglieder sich nur noch per Whatsapp oder Facebook unterhalten, bleibt der Generation 50+ eben keine Wahl, als sich mit der mobilen Technik auseinanderzusetzen. Aber die Hürden, vor allem durch die ganzen Fachbegriffe, sind einfach oft zu hoch.

Zu groß? Nein, passt!

Wahrscheinlich hätte ich die Frauenrunde auch von den Smartphones überzeugen können, ohne dass sie diese überhaupt in Betrieb genommen hätten. Aber ich hatte noch mehr in petto: Als ich ihnen verriet, dass sie theoretisch mit den Xperia-Geräten auch in die Badewanne gehen könnten, da die Gadgets schließlich wasserdicht sind, waren sie hellauf begeistert. "Dann kann ich es auch beim Kochen nutzen, um meine Rezepte anzuschauen!", sagte Uschi.

Und auch Karin hätte sofort eine Verwendung für dieses Feature: "Ich habe immer Hundeleckerlies in der Tasche, in der auch mein Telefon steckt. Jetzt könnte ich es einfach unterm Wasserhahn abspülen." Es wirkte fast so, als würde sie das Xperia Z2 nicht mehr hergeben wollen. Dabei war ihr kurz zuvor das fünf Zoll große Display noch viel zu groß. Aber spätestens als meine Gäste endlich die Telefone anstellen durften, war alle von der Displaygröße überzeugt.

Ich erklärte ihnen Schritt für Schritt, wie sie das Smartphone in Betrieb nehmen und ihre persönlichen Daten von ihren alten Geräten ganz einfach übertragen können. Außerdem zeigte ich ihnen, wie sie sich mit dem Wlan-Netz verbinden können. "Kann ich das bei mir zuhause auch?", fragte Enken. Und Karin wollte wissen, ob sie auch im Ausland per Wlan surfen können – schließlich plant sie gerade ihren Kanada-Urlaub.

Also verriet ich ihr, wo sie Datenroaming deaktivieren kann und schnell Wlan-Hotspots vor Ort findet. Die nächste Aufgabe war dann einfach: Ich drückte jeder Dame ein Xperia Z2 Tablet in die Hand. Jetzt sollten sie mal ohne meine Hilfe das Gerät starten und sich anmelden. Was soll ich sagen: Sie brauchten meine Hilfe fast gar nicht mehr!

Die Lieblinge immer dabei

Und während ich Enken noch kurz zeigte, wie man mit dem Tablet im Internet surft, rief Angela plötzlich "Hier ist es!" Aus den Stereolautsprechern des Xperia Z2 Tablets hörte ich die Stimme von David Bowie. Und alle Frauen sangen mit: "Ground Control to Major Tom..." Na klar, vor mir sitzt schließlich die Generation, die mit den Beatles, Rolling Stones und eben David Bowie aufgewachsen ist. Sie gehen immer noch in Rockkonzerte. Ich sehe direkt vor mir, wie diese vier Frauen künftig statt einem Feuerzeug ihr Smartphone in die Luft halten.

"Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass man mir etwas andrehen will."

Ich musste dann gar nicht mehr viel erklären und nur noch vereinzelt Fragen beantworten. Die Frauen lachten über alte "Sketchup"-Episoden mit Diether Krebs und Iris Berben, die sie bei YouTube gefunden haben; Uschi zeigte ihren Freundinnen voller Stolz ein Musikvideo ihres Sohnes. Sie fotografierten sich gegenseitig und bearbeiteten die Bilder, als hätten sie noch nie etwas anderes gemacht.

Für Angela, Uschi, Karin und Enken war es offensichtlich ein erfolgreicher Tag. Aber nicht nur für sie, auch ich habe von den Damen viel lernen dürfen: Statt der Generation 50+ zu erzählen, was die moderne Technik alles kann, und sie so vielleicht zu überfordern, reicht es manchmal, einfach nur zuzuhören – und dann auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Sie wollen nichts über NFC und GHz hören, wenn sie lediglich fotografieren und Nachrichten sehen wollen. Sie möchten ein Gespräch auf Augenhöhe, in einer Sprache, die sie verstehen. Uschi brachte es auf den Punkt: "Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass man mir etwas andrehen will." Aber wenn man sie überzeugt hat, sind sie treue Nutzer: "Mein erstes Handy war von Sony. Ich glaube, ich hole mir jetzt wieder eines", sagte Karin.

Zum Abschied bekam ich von Enken das wohl schönste Kompliment: "Jetzt habe ich keine Angst mehr davor, mich mit Smartphones zu beschäftigen. Vielen Dank!" Nein, ich habe zu danken: Es war mir ein Vergnügen.


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