Google Glass: Materialkosten offenbar nur bei 80 Dollar

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Google Glass sieht nicht nach viel aus – und offenbar kosten die Komponenten auch nicht viel
Google Glass sieht nicht nach viel aus – und offenbar kosten die Komponenten auch nicht viel(© 2014 CURVED)

Wenn das stimmt, dürfte die Gewinnspanne bei Google Glass ordentlich sein: Der Suchmaschinenriese verkauft seine Datenbrille im Vorfeld für 1500 Dollar, dabei sollen die Materialkosten kaum 80 Dollar betragen. Entweder waren die Kosten für die Entwicklung unglaublich hoch – oder Google macht wirklich den großen Reibach.

Auseinandergenommen sieht Google Glass nicht nach viel aus, wie das Unternehmen Techsight vor Augen führt. Bei der Analyse der Einzelteile kam heraus, dass die verbauten Komponenten an sich günstig zu haben sind. Insgesamt würden die Materialkosten momentan bei geschätzten 79,78 Dollar liegen, allerdings habe man das Wearable auch nicht vollständig untersuchen können. Am teuersten ist der Prozessor, der auf 13,96 Dollar geschätzt wird. Die Kamera hingegen kostet etwa 5,66 Dollar, die Batterie schlappe 1,14 Dollar. Große Posten sind die nicht-elektronischen Teile für 13,63 Dollar und "übrige Komponenten", deren Kosten sich auf 11,32 Dollar belaufen.

Höhere Gewinnmarge als beim Samsung Galaxy S5

Die Differenz zwischen den Materialkosten und dem Verkaufspreis von Google Glass sind somit insgesamt tatsächlich sehr hoch – liegen sie doch beinahe um den Faktor 20 auseinander. Zum Vergleich: Beim Galaxy S5 liegen die Materialkosten bei 256 Dollar, während Samsung das Smartphone zum Release für 660 Dollar auf den Markt brachte. Womöglich ist die Differenz auch deshalb so groß, weil Google Glass bislang nur in einer kleinen Auflage erhältlich ist. Mit dem Beginn der Massenproduktion könnte auch der Verkaufspreis deutlich fallen.

Wir sind gespannt, ob Google sich zu diesen Zahlen äußert – denn so bleibt ein gewisser Beigeschmack, auch wenn die Datenbrille für sich genommen natürlich innovativ ist. Allerdings haben wir in unserem CURVED-Alltagstest gemerkt, dass da noch eine Menge Potenzial brach liegt. Momentan ist der praktische Nutzen zumindest in Deutschland eher gering.

Update vom 3. Mai 2014, 16:13 Uhr: Mittlerweile hat Google auf den Vorwurf reagiert, dass die Materialkosten der Datenbrille nur rund 80 Dollar betragen. Das Wall Street Journal zitiert einen Unternehmenssprecher mit den Worten, dass diese Zahlen "völlig falsch" seien – genauer wollte er sich aber offenbar nicht äußern.

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