Google macht Großputz

Ursprünglich war Google einmal eine Suchmaschine. Heute hat der Konzern einen ganzen Bauchladen an mehr oder weniger erfolgreichen Produkten. Viele davon sind der Allgemeinheit kaum bekannt. Zur Zeit scheint man bei Google eine Art verfrühten Frühjahrsputz zu machen, den im Google-Blog wurde bekannt gegeben, welche Dienste in naher Zukunft eingestellt werden.

Im Dezember 2010 hatte Google das cloud-basierte E-Mail-Desaster-Recovery-Produkt Google Message Continuity vorgestellt, das sich an Unternehmenskunden richtete, die Microsoft Exchange einsetzten. Doch weil der Dienst zu wenig genutzt wurde, ermutigt Google nun die wenigen Nutzer, auf Google Apps umzustellen und stelle GMC ein.

Auch das Webanalyse-Tool Urchin, auf dessen Software auch Google Analytics basiert, wird ab März 2012 eingestellt. Kaum genutzt wurde wohl auch die Social Graph API. Daher stellt Google auch sie zum 20. April 2012 ein. Zukünftig nicht mehr von Google betreut wird auch Sky Map für Android, das Gegenstück zu Google Maps. Die Sternenkarte geht als Open Source an die Carnegie Mellon University, die das Projekt weiterführen wird.

Der Foto-Editor Picnik, der erst vor knapp zwei Jahren von Google gekauft wurde, wird in Google+ integriert. Die Unterstützung für das eigenständige Produkt Picnik läuft zum 19. April 2012 aus. Wer die kostenpflichtige Premium-Version erworben hat, bekommt sein Geld zurück. Die mit Picnik bearbeiteten Fotos können mit Hilfe von Takeout exportiert oder im Google+-Konto gespeichert werden, sodass sie nicht verloren gehen. Vermutlich ebenfalls in andere Produkte integriert wird die Datenmanagement-Plattform Needlebase.

Tom Rizzo von Microsoft kritisiert Google heftig für die Experimentierfreudigkeit des Unternehmens, der jedoch nach Rizzos Meinung jegliche Kontinuität fehlt. Seit Larry Page an der Spitze von Google steht ist dies bereits die vierte Großputz-Aktion, mit der etliche Dienste eingestellt werden.