Google: Motorola-Übernahme komplett

Das ging jetzt doch schneller als erwartet: Google hat nach der Zustimmung der chinesischen Regulierungsbehörden den Mobilfunk-Pionier Motorola Mobility übernommen. Der Deal, der seit rund acht Monaten geplant war, ging am 22. Mai 2012 über die Bühne.

12,5 Milliarden Dollar (rund 9,8 Milliarden Euro) hat Google für den Handy-Hersteller bezahlt. Auf die Aktien umgerechnet sind das 40,- Dollar (31,- Euro) pro Aktie. Damit ist Google jetzt nicht nur der Entwickler des mobilen Betriebssystems Android, sondern auch Smartphone-Hersteller. Allerdings hatte der Internet-Konzern aus Mountain View bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass Motorola auch in Zukunft als ein eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden soll.

Veränderungen nach Übernahme

An der Spitze des Handy-Urgesteins hat Google jedoch bereits erste Veränderungen vorgenommen. Google-Manager Dennis Woodside ist neuer CEO von Motorola, er löst den bisherigen Amtsinhaber Sanjay Jha ab. Inzwischen gibt es auch bereits erste Gerüchte, dass Google nach der Übernahme bei Motorola Stellen streichen will. Dafür werde zunächst geprüft, welche Aufgaben von welchen Mitarbeitern ausgeführt werden um dann zu sehen, wo Einspar-Potential steckt, berichtet das Tech-Magazin Techcrunch.

Man darf gespannt sein, wie die Übernahme von Motorola langfristig Googles Verhältnis zu anderen Herstellern von Android-Smartphones und -Tablets beeinflussen wird und welche Auswirkungen der Deal möglicherweise auf das Betriebssystem an sich hat. Google bekräftigt immer wieder, dass Android auch in Zukunft kostenlos und offen bleiben wird. Das hatten die chinesischen Behörden als Bedingungen für ihre Zustimmung zur Motorola-Übernahme durch Google gemacht – zumindest für die nächsten fünf Jahre.

Allerdings dürfte man sich auch bei Google durchaus darüber im Klaren sein, dass man alle Hersteller von Smartphones und Tablets, die auf Android setzen, bei Laune halten muss. Denn immerhin macht die Geräte-Vielfalt einen wichtigen Teil des Erfolgs von Googles mobilem Betriebssystem aus.