Google Now und Google Maps im Ausland

Eines der herausragenden Features der neusten Android Version 4.1 “Jelly Bean” ist Google Now, Googles selbstständige Alternative zu Apples Siri. Jelly Bean wurde mit dem Google Tablet Nexus 7 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, die Updates für Nicht-Nexus-Hardware erfolgen bald. Selbstständig deshalb, da ohne aktives Zutun des Nutzers vermutlich relevante Informationen angezeigt werden. In der Nähe eines Kinos können dies die Filmlaufzeiten sein, an einem Bahnhof der Fahrplan oder aber einfach nur das Wetter des aktuellen Aufenthaltortes. Durch die Verknüpfung mit dem Google Account werden aber auch die Verbindungen, mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, zu beispielsweise am PC gesuchten Orten angezeigt. Natürlich werden auch Termine aus dem Google Kalender vor der Fälligkeit angezeigt.

Auch den Arbeitsplatz und das Zuhause kennt Google in der Regel bereits sofort.
Google erkennt sogar, ebenfalls anhand der Suchen, für welche Sportarten und welche Teams man sich interessiert, Spielstände werden fortan automatisch in Google Now angezeigt.

Das offizielle Video von Google zeigt euch die genannten Funktionen von Google Now in bewegten Bildern:

Android Smartphone im Urlaub

Ich habe mein Smartphone samt mobilem Internet mit auf einen Kurzurlaub nach Amsterdam genommen. Meine Freundin hat sich mit einem klassischem Touristenführer und Papierkarte ausgestattet, ich habe das Stadtgebiet Amsterdams in Google Maps offline verfügbar gemacht und meine Roamingoption gebucht.

Die Tickets für den öffentlichen Verkehr haben wir noch autark von Google gefunden. Den Weg zum Hotel hat mir jedoch schon Google Maps verraten, welches in Amsterdam auch den öffentlichen Nahverkehr, also Straßenbahn und Busse, unterstützt (in Deutschland werden nur die eigenen Verbindungen der Deutschen Bahn angezeigt, in der Regeln demnach noch keine Busse und Strassenbahnen).

 

Also einfach den gewünschten Ort in Google Maps suchen, den Navigieren Knopf drücken und öffentliche Verkehrsmittel als Fortbewegungsart angeben, voilà Google zeigt an wann man sich zur Haltestelle bewegen muss und welche Verbindung die schnellste ist.

Google Now

Im Hotel angekommen habe ich über meinen iPod Touch einige Sehenswürdigkeiten gegoogled. Als wir uns dann auf den Weg in die Stadt machen wollten zeigte sich erstmals der Komfort von Google Now. Ein Blick in die App zeigt alle vorher am iPod gesuchten Orte, samt schnellstem Weg dorthin. In meinem Fall sind dies der schnellste Weg mit Bus und Bahn, alternativ kann man Google Now aber auch als Autofahrer nutzen, dann wird sogar der aktuelle Verkehr in die Berechnung einbezogen.

Am Ziel angekommen offenbart Google Now ein weiteres Feature. Neben der Abfahrtentafel des Bahnhofs werden auch beliebte und gut bewertete Orte in der unmittelbaren Nähe angezeigt. Für Touristen ein ideales Tool eine neue Stadt zu entdecken. Die Möglichkeit sich in den Ort, wie bei dem Vorbild Foursquare, einzuchecken ist auch gegeben.

Ebenfalls von Google vorgesehen sind Abkürzungen zu im Ausland wohl oft genutzten Funktionen. Ein Widget für Übersetzungen und die Anzeige des Wechselkurses, befindet man sich in einem Land mit anderer Sprache oder Währung, taucht automatisch auf. Ist man in einem Land einer anderen Zeitzone zu Besuch wird auch die heimische Zeit angezeigt.
In unserem Fall war nur die Übersetzung wichtig, da die restlichen Werte in den Niederlanden nicht abweichen. Leider hat Google hier gepatzt und bot nur eine Übersetzung für Deutsch - Englisch an. Da alle Niederländer jedoch gut Englisch sprachen war es in dem Fall nicht weiter schlimm.

Die Karte die dem (analogen) Reiseplaner beilag, haben wir nicht mehr ausgepackt, Sehenswürdigkeiten und Restaurants wurden einzig und allein mit der Google Maps App gefunden. Durch den Kompass des Smartphones wusste man gleich in welche Richtung man gehen muss, im Gegensatz zur antiken Papierkarte, bei der man sich an Orientierungspunkte halten muss.

Google Now und der Datenschutz

Für manche mag Google Now aufgrund des Datenschutzes äußerst bedenklich sein, ich vertraue jedoch auf das Gute in Google, frei nach deren Motto “Don't be evil”. Die für Google Now benutzten Daten hat Google so oder so bereits gesammelt, für Google Now werden sie nun jedoch für den Nutzer praktisch verknüpft.
Die Daten der Nutzer stellen für Google das zentrale Kapital dar, da darauf ihre Marktführerschaft für personalisierte Internetwerbung basiert. Diese Daten erhalten sie jedoch nur wenn Nutzer ihnen vertrauen, daher bin ich der Überzeugung, dass Google alles dafür gibt die sensiblen Daten zu schützen. Auch da die Daten nur maschinell ausgewertet werden - eine manuelle Auswertung ist allein aufgrund der Ausmaße unmöglich - fürchte ich mich nicht.

Auf den Luxus des (Android) Smartphones im Urlaub mag ich nicht mehr verzichten. Google Maps, aber vor allem Google Now bringen einen kaum in Textform zu bringenden Komfort.
Ich kann mir um ehrlich zu sein kaum mehr vorstellen wie es wäre, müsste man eine Bahnverbindung in einer großen Stadt händisch anhand eines Netzplanes herauszusuchen. Mit Google Now musste ich für die Orte die ich vorab so oder so schon gesucht habe nicht erneut aktiv eine Verbindung suchen. Die Nutzung des Suchverlaufs für Google Now ist prinzipiell so simple, dennoch ist es in der Anwendung einfach immer wieder faszinierend.
Ich liebe die Zukunft!